Alles nur aus Liebe: Fortuna Düsseldorf im Gegnerportrait

An das letzte Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf haben die Schanzer noch gute Erinnerungen.

Alles nur aus Liebe: Fortuna Düsseldorf im Gegnerportrait

Da lohnen sich die Auswärtsfahrten: Wir stellen euch vor dem Start in die kommende Spielzeit alle Schanzer Kontrahenten in der 2. Bundesliga vor. Der achte Teil unserer Serie befasst sich mit der Rheinmetropole Düsseldorf und der zugehörigen Fortuna.

Vereinshistorie
Zwischen Europapokalfinale und Viertklassigkeit: Mit vollem Namen heißen die „Fortunen“ Düsseldorfer Turn- und Sportverein Fortuna 1895 e. V. und in gut 120 Jahren Bestehen mangelte es nicht an Höhen und Tiefen. Dabei bezieht sich das Gründungsjahr des Klubs auf den Turnverein Flingern, der erst 1919 mit anderen Düsseldorfer Teams fusionierte und so die Fortuna entstehen ließ. Das erste große Highlight der Historie folgte 14 Jahre später, als in Köln ein 3:0-Sieg gegen den FC Schalke 04 gelang und man als erster westdeutscher Verein den Titel des Deutschen Fußballmeisters holte.

Die Qualifikation für die neugegründete Bundesliga wurde 1963 knapp verpasst, dafür gelang der Aufstieg in Deutschlands höchste Spielklasse 1966. Zwei goldene Jahre erlebten die Fortunen Ende der 70er, als 79/80 zwei DFB-Pokalsiege gelangen. Noch dazu stand die Mannschaft 1979 im Europapokalfinale, unterlag dort aber dem FC Barcelona in der Verlängerung. Die folgenden Jahre wurden nach diesen Höhepunkten deutlich zäher und so ging es gleich zu Beginn des 21. Jahrhunderts in die Viertklassigkeit. Doch die Düsseldorfer bewiesen Kampfgeist sowie die nötige Geduld und kamen 2009 in die 2. Bundesliga zurück. Vorläufiges Highlight sollte der Bundesliga-Aufstieg 2012 sein, doch die Fortunen konnten sich nur ein Jahr im Oberhaus halten und sind seither als Zweitligist eher im Mittelfeld beheimatet – die Plätze elf, zehn und 14 standen zuletzt zu Buche. Nach zwei Spielzeiten treffen sie nun erstmals wieder auf unseren FC Ingolstadt 04.

Bisherige Duelle
Dabei wird das erste Aufeinandertreffen in der Saison 17/18 bereits das neunte Duell beider Teams sein. In der Gesamtbilanz stehen die Fortunen mit drei Siegen, drei Remis und zwei Niederlagen aktuell besser da als unsere Schanzer. Die letzte Begegnung wird aber vor allem den Ingolstädtern noch bestens im Gedächtnis sein: Zunächst lief alles zu Gunsten des FCI, der nach einer Roten Karte gegen Bodzek in Überzahl auch noch per Elfmeter die Chance auf die Führung hatte. Doch es kam anders, denn Alfredo Morales vergab vom Punkt und kurz darauf netzte Joel Pohjanpalo eiskalt zum 1:0 für die Gäste. Die zwei bitteren Aktionen trafen den FC Ingolstadt 04 schwer, doch in der Schlussphase der zweiten Halbzeit zeigte der FCI, aus welchem Holz er geschnitzt ist. Zuvor konnte Moritz Hartmann ausgleichen, doch aus dem Nichts erzielte Bebou die erneute Fortunen-Führung. Durch zwei späte Treffer durch Leckie (86.) und Matip (90.+5) gelang dem FCI doch noch der Heimsieg und man sicherte sich drei extrem wichtige Zähler für den Kampf um den Aufstieg – für viele Schanzer ein entscheidender Knackpunkt auf dem Weg zur Zweitligameisterschaft. Auch an das erste Spiel der Kontrahenten haben die Ingolstädter gute Erinnerungen: Durch Treffer von Buchner, Hofmann und Gerber gelang 2010 ein souveräner 3:0-Heimsieg. Im Anschluss punkteten dann vor allem die Düsseldorfer, doch spätestens in der kommenden Spielzeit will unser FCI die Bilanz mindestens ausgleichen.

Stadion
Die Heimspiele trägt der Turn- und Sportverein in der „ESPRIT arena“ aus, ein Multifunktionsstadion, in dem 2011 unter anderem der Eurovision Songcontest ausgetragen wurde. Mit über 54.600 Zuschauerplätzen bei nationalen Fußballspielen ist die ESPRIT arena (zuvor: LTU Arena) das drittgrößte Fußballstadion Nordrhein-Westfalens und das achtgrößte Deutschlands. Konzerte, Shows, Fußball oder Eishockey – die ESPRIT arena ist die Austragungsstätte unterschiedlichster Events und bietet Platz für 30.000 bis 66.500 Zuschauer. Im Jahr 2017 sind unter anderem Robbie Williams oder die Rolling Stones zu Gast in der Rheinmetropole.

Berühmte Persönlichkeiten
Musikalisch mit gewissen Unterschieden zu den „Stones“, aber nicht weniger kultig sind „Die Toten Hosen“ um Frontmann Campino, die untrennbar mit der Fortuna in Verbindung stehen. Dabei geht das Engagement weit über das übliche Anfeuern im Stadion hinaus: Ende der 1980er Jahre halfen sie dem Verein mit einer Spende von 200.000 DM, um den Kauf eines Spielers zu finanzieren. Von 2001 bis 2003 sponserten sie den Verein, als dieser in größere finanzielle Schwierigkeiten geraten war. 2002 ging die Band einen Werbevertrag ein und leitete die Einnahmen an die Jugend des Vereins weiter – fortan trägt der Fortuna-Nachwuchs das Totenkopflogo der Band auf ihrem Trikot. Im Oktober 2012 wurden die Musiker sogar zu Ehrenmitgliedern des Vereins ernannt.

Stadt und Sehenswertes
Neben der Fortuna unterstützen die Rocker auch den Eishockeyclub DEG, den viele Ingolstädter aus den Duellen mit dem ERC Ingolstadt kennen dürften. Doch die Rheinmetropole hat noch deutlich mehr zu bieten, als seine Sportvereine. Zu den absoluten Highlights zählen, neben der Rheinpromenade, dem Medienhafen und dem Rheinturm, die Königsallee sowie das Meilenwerk/Classic Remise, ein Oldtimer-Spezialmuseum, das wohl zudem kulinarisch einiges zu bieten hat. Hinzu kommen zahlreiche Grünflächen und Zoos – egal ob Wild,- Aqua- oder klassischer Park. Ebenso sehenswert ist die Düsseldorfer Altstadt mit den urigen Brauhäusern. Eine besondere Empfehlung gilt dabei dem typischen Altbier, das für den oberbayerischen Biertrinker vermutlich eine interessante Abwechslung darstellen könnte.

Wir hoffen, dass wir spätestens mit dem letzten Argument den ein oder anderen zusätzlichen Schanzer für eine Auswärtsfahrt nach Düsseldorf begeistern konnten und freuen uns schon auf unser Gastspiel bei den Fortunen!

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