Comebacker Gordon Büch: „Ich bin Feuer und Flamme“

So wollen wir ihn bald wiedersehen: Gordon Büch im FCI-Trikot (Foto: Bösl / KBUMM).

Comebacker Gordon Büch: „Ich bin Feuer und Flamme“

23. Juni, 2020 13.30 Uhr

Was für ein bitterer Start ins neue Lebensjahr: Fast acht Monate ist es her, da verletzte sich Gordon Büch im Heimspiel gegen Preußen Münster (3:2) am linken Knie (26. Spielminute) und wurde, nach zweiminütiger Behandlungspause, durch Peter Kurzweg ersetzt – tags zuvor feierte er noch seinen 24. Geburtstag. Am darauffolgenden Montag sollte dann Gewissheit über die Schwere der Verletzung herrschen. Die Diagnose: Kreuzbandriss – und damit eine monatelange Pause. Im Jahr 2019 und auch zu Beginn des neuen Jahres konnte der Linksverteidiger demnach nicht mehr angreifen, seit diesem Montag ist er aber wieder im FCI-Mannschaftstraining und fitter denn je. Nun hat Chefcoach Tomas Oral im Ligaendspurt eine weitere Alternative für die Schanzer-Defensive. Wir haben mit dem gebürtigen Berliner vor dem Topspiel gegen den SV Waldhof Mannheim gesprochen.

fci.de: Servus, Gordon! Nach knapp achtmonatiger Verletzungspause bist du vor wenigen Tagen ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Damit liegt ein steiniger Weg der Rehabilitation hinter dir. Wie würdest du die vergangenen Wochen zusammenfassen?

Büch: Nach der Diagnose musste ich mich zunächst für eine der beiden OP-Varianten entscheiden: Entweder für Option A, die einen etwas längeren Heilungsverlauf mit sich bringen würde, dafür aber mehr Erhalt und nichts Künstliches bedeutete. Oder Option B, die klassische Kreuzbandplastik. Nach Rücksprache mit unserer medizinischen Abteilung entschied ich mich letztlich für Ersteres. Eine Woche später wurde ich in München operiert und kurze Zeit später begann bereits meine Reha, für die ich nahezu täglich auf das Trainingsgelände am Audi Sportpark kam. Einzige Ausnahmen stellten das Wintertrainingslager in Oliva sowie eine mehrtägige Phase im Februar dar. Anschließend ging es stetig bergauf, wobei die Leistungsdiagnostik meinem frühzeitigen Comeback Anfang Mai noch einen kleinen Riegel vorschob. Jetzt bin ich jedoch vollkommen belastbar.

fci.de: Wie kann man sich ein derartiges Reha-Programm vorstellen?

Büch: Ich bekam anfänglich einen Trainingsplan, der sich über vier beziehungsweise fünf Monate erstreckte. Dieser besagte unter anderem, dass das linke Knie in den ersten fünf Wochen gar keine Belastung erfahren darf. Demnach musste ich in dieser Zeit auf Krücken zurückgreifen. Im Anschluss folgte die erste Teilbelastung, bei der es vor allem darum ging, wieder richtig laufen zu lernen, ehe damit begonnen wurde die ganze Muskulatur rund um das Knie so aufzubauen, dass dieses zukünftig wieder so funktioniert wie vor dem Kreuzbandriss.

fci.de: Hast du neben der rein sportlichen Komponente auch besonderen Wert auf deine Ernährung gelegt?

Büch: Tatsächlich kamen bei mir so gut wie keine Kohlenhydrate auf den Teller. Stattdessen gab es viele Fleischgerichte sowie Eiweiß-Produkte, sodass mein Stoffwechsel nicht etwa durch Zucker-, sondern durch Fettverbrennung angeregt wurde.

fci.de: Es war deine erste, schwere Verletzung. Wie hast du diese Phase mental gemeistert?

Büch: Meine Familie und engsten Freunde waren in dieser schweren Zeit allesamt für mich da. Zudem hat mir die Mannschaft sehr viel Energie gegeben. Dadurch konnte ich mich an jedem kleinen Erfolg hochziehen. Nichtsdestotrotz habe ich Respekt vor dem Moment, wenn ich tatsächlich wieder komplett auf dem Platz stehe.

fci.de: Wie hat es sich angefühlt, wieder voll und ganz mit der Mannschaft auf dem Grün zu stehen und endlich wieder gegen den Ball zu treten?

Büch: Das Gefühl war unglaublich, zumal ich bereits Anfang Mai dachte, dass es bald so weit sein würde, jedoch musste ich mich erneut gedulden, sodass ich es nahezu nicht mehr abwarten konnte. Am Montag war es dann endlich so weit, das Knie hat nicht reagiert und ich habe mich pudelwohl gefühlt. Von daher bin ich froh, nun endlich wieder voll und ganz angreifen zu können.

fci.de: Spielt der Kopf trotzdem eine Rolle im Zweikampf?

Büch: Eigentlich nicht. Direkt im ersten Zweikampf ging es richtig zur Sache: Ich wurde gegrätscht und war in Sachen Zweikampfführung selbst nicht gerade zimperlich. Von inneren Blockaden keine Spur.

fci.de: Hat dir die weltweite Pandemie in die Karten gespielt, was die Reha-Arbeit betrifft?

Büch: Teils, teils. Dadurch, dass sich die Saison nach hinten verschoben hat, kann ich sogar in dieser Spielzeit noch eingreifen, ursprünglich war dies nicht geplant. Allerdings musste ich, genauso wie die gesamt Mannschaft auch, zu Beginn der Corona-Zeit viel in Eigenregie im Garten oder später im Kraftraum arbeiten – immer unter Berücksichtigung des Hygienekonzepts.

fci.de: Den Härtetest Mannschaftstraining hast du demnach überstanden. Steigt jetzt die Vorfreude auf das erste Pflichtspiel nach deiner Verletzung und dem Re-Start?

Büch: Klar, ich freue mich riesig. Wenn der Trainer mich fragt, ob ich spielen kann, dann bin ich Feuer und Flamme, eben absolut bereit. Ich freue mich auf den Moment, wenn ich zusammen mit der Mannschaft im schwarz-roten Trikot auf dem Spielfeld des Audi Sportparks stehe und das typische Wettkampfgefühl in der Luft liegt.

fci.de: Herzlichen Dank, Gordon und auf eine baldige Rückkehr im Rahmen eines Punktspiels!