Der Verein, rechts vom Rhein: Fünf Stories zur Viktoria aus Köln

Justin Butler: Voller Einsatz im Hinspiel (Foto: Bösl / KBUMM).

Der Verein, rechts vom Rhein: Fünf Stories zur Viktoria aus Köln

An dieser Stelle stellen wir euch den kommenden Gegner der Schanzer in fünf informativen wie kuriosen und auch unterhaltsamen Geschichten vor. Wobei, ein wenig kalt läuft es einem bei dem Gedanken an den Liga-Konkurrenten schon den Buckel runter. Mit den Rheinländern kommt der Angstgegner in Liga 3 in den Audi Sportpark. 0:3, 0:1 und 0:2 lautet die ernüchternde Bilanz aus den bisherigen Vergleichen. Die gute Nachricht: Das kann eigentlich nur besser werden. Und: Wir sind überzeugt davon, dass wir diese Statistik schon am Samstag aufpolieren! Viel Spaß bei der Lektüre.

Ende für Dotchev, Janßen übernimmt
Es schien optimal zu passen zwischen Viktoria Köln und Pavel Dotchev, dem Rekord-Trainer in Liga 3. Aber elf Spiele mit nur einem Sieg waren für die Verantwortlichen am Rhein dann doch zu wenig. Am 24. Januar wurde Pavel Dotchev freigestellt – und zeigte Verständnis: „Natürlich bin ich enttäuscht, dass meine Zeit bei Viktoria Köln endet. Aber im Fußball zählen die Ergebnisse. Und entsprechend greifen die Gesetzmäßigkeiten des Geschäftes. Ich wünsche der Viktoria für ihren weiteren Weg alles Gute“, so der 55-Jährige, der möglicherweise schon da eine neue Aufgabe im Kopf hatte. Schließlich unterschrieb er nur wenige Tage später beim Liga-Konkurrenten in Duisburg. Der „ewige Pavel“ bleibt der 3. Liga also treu und kämpft mit dem MSV im Jahr 2021 um den Liga-Verbleib. Sein Nachfolger heißt Olaf Janßen und sitzt erstmals gegen die Schanzer auf der Bank der Viktoria. Der 54-Jährige hat seinen neuen Verein schon von Januar bis Juni 2018 die Viktoria trainiert und gab zum Dienstantritt kurz und knapp zu Protokoll: „Ich freue mich auf die Herausforderung, mit der Viktoria in der 3. Liga zu bleiben“, sagte Janßen. Der ehemalige Bundesliga-Profi war unlängst noch im Geschäft und musste gemeinsam mit Labbadia und seinen Assistenten-Kollegen Eddy Sözer und Günter Kern die Berliner Hertha verlassen. Für das Trainerteam um unseren Chef Tomas Oral eine knifflige Aufgabe, sich in Zeiten von Corona nun auf den Gegner einzustellen. Schließlich gibt es keine Gelegenheit, den „Neuen“ und seine neue Mannschaft bei der Arbeit zu verfolgen.

Bisherige Duelle
Oh je – na gut, also: Statistiken sind dafür da, um widerlegt zu werden. Das gilt ganz besonders für die gegen die Viktoria. Im Hinspiel der Saison 19/20 kontrollierte die Elf von Trainer Jeff Saibene die Anfangsminuten, geriet dann aber durch schnelle Umschaltmomente in Rückstand. Zur Pause stand es 0:2, für den dritten und entscheidenden Streich sorgte Kevin Holzweiler und die erste Saisonniederlage des FCI war perfekt. Rückspiel, ein ähnliches Bild: Dominante Schanzer kämpfen um wichtige Zähler, doch das einzige Tor erzielt Steven Lewerenz (53. Minute) – und zwar für die Gastmannschaft. Damals taumelten die Schanzer durch die vierte Pleite in Serie einer handfesten Krise entgegen. Auch an das Hinspiel der aktuellen Saison haben FCI-Fans keine guten Erinnerungen, ein 2:0 für die Viktoria sorgte nur bei der damaligen Dotchev-Elf für freudige Gesichter.

Björn Paulsen streckt sich im Hinspiel vergebens: Am Ende gab es keine Punkte in Köln (Foto: Bösl / KBUMM).

Vollpfosten
Es geschah am 13. November 2011 auf der Heimfahrt eines Viktoria-Fanbusses vom Auswärtsspiel bei der SpVgg Velbert: Das Transportgefährt touchierte unüberhörbar einen Begrenzungspfosten. Dieses Ereignis nahmen acht Anhänger der Kölner kurzerhand zum Anlass, den ersten Fanclub des FC Viktoria Köln 1904 e.V. zu gründen. Beinahe logisch, dass sich das neue Kollektiv den Namen „Die Vollpfosten“ gab.

Kurioses Nicht-Tor – Ersatzspieler klärt auf der Linie
Es war angerichtet: Im April 2012 stand Viktoria Köln mit einem Riesenvorsprung kurz vor dem Aufstieg in die Regionalliga. Um die große Aufstiegssause gebührend begehen zu können, war man zum vermeintlich entscheidenden Spiel gegen den KFC Uerdingen extra ins Müngersdorfer umgezogen. Doch es kam ganz anders: Kurz vor Schluss lag der souveräne Tabellenführer 2:3 in Rückstand, als ein Schuss der Uerdinger Richtung leeres Tor der Heimelf kullerte. Der neben dem Torpfosten verweilende Viktoria-Auswechselspieler Andreas Moog rannte aufs Feld und klärte die Gefahrensituation in souveräner Manier. Moog sah Rot (die richtige Entscheidung wäre im Übrigen Gelb gewesen), den Schiedsrichterball überließen die Kölner Spieler dann mit absolutem Fair-Play und ohne Gegenwehr den Uerdingern, die den 2:4-Endstand erzielten. Ende gut, alles gut – Viktoria stieg am Ende als NRW-Meister trotzdem in die Regionalliga auf.

Kalk – VfR – SCB – FC Viktoria: Ein Abriss der (jungen) Vereinshistorie
Zum Abschluss unserer heutigen Einstimmung ein wenig Geschichte: Die Ursprünge des heutigen FC Viktoria Köln gehen zurück bis ins Jahr 1904, zum FC Germania Kalk. Mit den Jahren – und mit den zahlreichen Fusionen – immer wieder seinen Namen. Die ersten Jahre waren – so ist es ja bekanntermaßen häufig – nicht leicht, doch mit der Zeit kam die ganze Sache ordentlich in Schwung: Im Jahr 1926 konnte man, inzwischen als VfRKöln 04, die westdeutsche Meisterschaft für sich entscheiden. Dann, wir befinden uns bereits im Jahr 2010, gründete man den FC Viktoria Köln, als Nachfolger des insolventen SCB Viktoria Köln. Also, liebe Leute, glaubt es oder nicht: Im Vergleich zum kommenden Gegner ist der FCI, gegründet im Jahr 2004 aus einer Fusion heraus zwischen MTV und ESV, quasi ein echter Dino im Profi-Fußball!

Eine Parallele zum FCI: Die größten Erfolge erzielte man in der jüngsten Vergangenheit als Viktoria. Nachdem man 2012 NRW-Liga Meister geworden war, sollten erfolgreiche Jahre nachfolgen. So wurde man insgesamt viermal Mittelrheinpokalsieger, dreimal davon in Folge von Saison 2013/14 bis 2016/17. In der Regionalliga West sicherte man sich sowohl 16/17 als auch 18/19 den Titel. 


Hier treten die Kölner zu ihren Heimspielen an. (Foto: HOWI – Eigenes Werk, CC BY 3.0, httpscommons.wikimedia.orgwindex.phpcurid=4591998)