Dr. med. Michael Grubwinkler: „Bisher sehr gut durch die Pandemie gekommen!“

Mannschaftsarzt Dr. med. Michael Grubwinkler und Georg Meyer, Leiter unserer medizinischen Abteilung, behandeln Björn Paulsen (Foto: Bösl / KBUMM).

Dr. med. Michael Grubwinkler: „Bisher sehr gut durch die Pandemie gekommen!“

Verletzungen und Blessuren gehören nun mal leider dazu. Für die bestmögliche, medizinische Versorgung arbeiten die Schanzer mit der Passauer Wolf City-Reha zusammen. Dr. med. Michael Grubwinkler verkörpert die Kooperation wie kein anderer: Der Ärztliche Direktor des Passauer Wolf Ingolstadt ist seit Sommer 2019 Mannschaftsarzt der Profiabteilung. Wir haben uns mit unserem „Doci“ über eine gewachsene, regionale Zusammenarbeit unterhalten, die beiden Seiten viel Freude bereitet.

fci.de: Servus, Michael! Die gute Nachricht vorab: Einmal mehr kann unser Trainer aus dem Vollen schöpfen, fast zumindest…

Dr. med. Michael Grubwinkler: „Am Wochenende vor dem Spiel gegen Türkgücü war das der Fall, am Montag vor einer Woche trübte dann die jüngste Wadenverletzung von Björn Paulsen das Stimmungsbild leider. Er steht entsprechend nicht zur Verfügung, aber darüber hinaus haben wir keine Langzeitverletzungen oder Ausfälle zu beklagen.“

fci.de: Seit Sommer 2019 bist du nun als Mannschaftsarzt tätig, Basis ist unsere Kooperation mit dem Passauer Wolf Reha-Zentrum. Erzähl doch mal, wie es dazu kam…

Grubwinkler: „Die Zusammenarbeit besteht de facto schon seit einigen Jahren und basierte zunächst auf den Spieltauglichkeitsuntersuchungen im Nachwuchsbereich. Die guten Erfahrungen auf beiden Seiten waren dann sicherlich die Grundlage für Gespräche im Sommer 2019, als beim FCI eine entsprechende Vakanz im Profibereich entstanden war. Seitdem ist die Kooperation natürlich nochmal deutlich präsenter in der Öffentlichkeit.“

fci.de: Wie ist es für dich, unsere Fußballer als Mannschaftsarzt zu betreuen?

Grubwinkler: „Es macht unglaublich viel Spaß, was vor allem daran liegt, dass ich mich von Beginn an als vollwertiges Teammitglied gefühlt habe. Das hat den Integrationsprozess einfach gemacht. Sowohl die Mannschaft als auch das Umfeld unterstützten mich von Anfang an. Wenn es Kritik gibt, wird diese sachlich und konstruktiv geäußert. So macht es Spaß und in einem solch förderlichen Klima kommt man gemeinsam weiter.“

fci.de: Als ärztlicher Direktor des Passauer Wolf in Ingolstadt bist du quasi in Doppelfunktion tätig. Inwieweit hat sich die Arbeit für dich verändert?

Grubwinkler: „Mein Arbeitsablauf hat sich sehr verändert, da ich auch bei jedem FCI-Spiel mit dabei bin. Diese Abwesenheitsphasen werden durch Kollegen bzw. zusätzliches Personal kompensiert, was immer wieder enge Absprachen erfordert, aber dank eines tollen und hochkompetenten Teams beim Passauer Wolf möglich ist. Anders herum kann ich zu jeder Zeit auf Georg Meyer und die medizinische Abteilung bei den Schanzern zählen, wenn meine Präsenz im Reha-Zentrum erforderlich ist. Das Konstrukt funktioniert, weil die Räder überall prima ineinandergreifen.“

fci.de: Der Passauer Wolf zählt zu den führenden Zentren für Rehabilitation und medizinische Versorgung in Bayern, der FCI ist also sportmedizinisch in besten Händen. Die Frage an dich: Gibt es bei der Arbeit im Sportverein trotzdem besondere Herausforderungen?

Grubwinkler: „Mich auf den hohen Grad der Professionalität einzuleveln, was speziell die internen Abläufe und Anforderungen angeht, war für mich zugegebenermaßen schon fordernd. Die Standards im Profi-Fußball sind hier hoch, das kannte ich so aus anderen Sportarten noch nicht. Aber, wie gesagt: Die Art und Weise des Miteinanders hat mir geholfen, schnell anzukommen.“

fci.de: Vor einem Jahr kam dann eine weitere, große Herausforderung für uns alle: Corona. Wie bewertest du unser Handling mit der Pandemie zurückblickend?

Grubwinkler: „Ich blicke für den Passauer Wolf als auch für den FCI mit großer Zufriedenheit auf den Umgang mit Corona zurück. Wir sind dank der Konzepte, äußerster Disziplin und letztlich auch einer Portion Glück bisher sehr gut durchgekommen. Klar gab es positive Fälle, aber in überschaubaren Größenordnungen und damit kontrollierbar.“

fci.de: Hattest du bei dem Thema „Re-Start“ damals Bauchschmerzen? Die Clubs hatten ja innerhalb kurzer Zeit einiges an Anforderungen zu erfüllen…

Grubwinkler: „Ich stand von Beginn an in engem Austausch mit dem DFB und war von den Hygienekonzepten und deren Umsetzbarkeit schnell überzeugt. Meine Sorge war eher: Wie wird die Öffentlichkeit reagieren, wenn der Profifußball gegenüber anderen Sportarten eine vermeintliche Privilegiertenstellung genießt? Im Nachhinein muss man auch sagen: Die Wiederaufnahme des Spielbetriebs gab sehr vielen Menschen auch ein Gefühl von Normalität zurück. Meinem Empfinden nach überwiegt dieses Argument am Ende.“

fci.de: Könnten die jüngsten Mutationen den Spielbetrieb aus deiner Sicht noch ins Wanken bringen?

Grubwinkler: „Nein. Ich mache mir dahingehend keine Sorgen, denn die Konzepte greifen und daran wird sich durch die Corona-Mutationen nichts ändern. Übrigens auch nicht in der alltäglichen Arbeit beim Passauer Wolf. Heißt: Wenn wir alle weitermachen und diszipliniert bleiben, ist es sekundär, welche Corona-Variante unterwegs ist.“

fci.de: Vielen Dank, Doci!