Nach knapp einem Monat Pause kehrt bei den Schanzern an diesem Wochenende wieder der Liga-Alltag ein. Mit dem Auswärtsspiel bei Jahn Regensburg eröffnet der FCI am Freitagabend (16.01., 19:00 Uhr) die Drittliga-Rückrunde. Vor dem Donau-Derby haben wir mit Geschäftsführer Dietmar Beiersdorfer unter anderem über den bisherigen Saisonverlauf, das aktuelle Transferfenster und den Rückrunden-Auftakt gesprochen.
fci.de: Didi, seit etwas mehr als einer Woche läuft nun die Winter-Vorbereitung, in der mit dem FC Augsburg (3:1) und der SV Ried (4:2) gegen zwei höherklassige Teams getestet worden ist. Welche Erkenntnisse konntet ihr in den beiden Testspielen sammeln?
Dietmar Beiersdorfer: Beide Auftritte haben phasenweise gezeigt, welches Leistungsvermögen in unserer Mannschaft steckt. Positive Ergebnisse geben ein gutes Gefühl, bewerten wir aber nicht über. In beiden Spielen waren auch Aspekte enthalten, an denen wir weiterhin arbeiten müssen.
fci.de: Was waren aus deiner Sicht die Gründe, dass die gewünschten Ergebnisse in der Hinrunde zu oft ausgeblieben sind?
Beiersdorfer: Einerseits hat es uns sicherlich im Offensivbereich an Effizienz gefehlt. Entschlossenheit, Konsequenz und Abschlussstärke vor dem gegnerischen Tor waren in einigen Fällen nicht so, wie es in unserer Liga gefordert ist. Andererseits haben wir auch deutlich zu viele Tore durch ähnliche Muster bekommen. Wir konnten zu viele Spiele nach eigener Führung nicht vorzeitig entscheiden. Hier müssen wir deutlich zulegen, um die vielen 50/50-Spiele aktiv und mit allen Mitteln auf unsere Seite zu ziehen.
fci.de: Lass uns beim Blick auf das vergangene Jahr einmal kurz den Fokus vom Fußball lösen: Denn auch 2025 hat sich der FC Ingolstadt 04 unter seiner Dachmarke ‚SchanzenGeber‘ wieder an sozialen Projekten beteiligt – zuletzt kurz vor dem Jahreswechsel bei der ‚Schanzer Weihnacht‘. Dabei warst du auch selbst im Hollerhaus vor Ort, wo Menschen mit kognitiven und körperlichen Einschränkungen unterstützt werden. Was nimmst du persönlich aus solchen Begegnungen mit und welchen Stellenwert haben diese Projekte für den Klub?
Beiersdorfer: Diese Begegnungen sind unheimlich bereichernd und sind Momente voller ehrlicher Freude. Für unseren Klub haben das soziale Engagement, das menschliche Miteinander und das Aufeinanderzugehen einen riesigen Stellenwert. Diese persönliche, nahe und verbindliche Ebene zu ganz unterschiedlichen Menschen gibt uns sehr viel und wir hoffen, dass wir ihnen ebenfalls schöne Stunden schenken können.
fci.de: Wie und wo spiegelt sich dein verändertes Aufgabenfeld wieder, nachdem du seit ein paar Wochen auch die Aufgaben des Sportdirektors innehast?
Beiersdorfer: Spürbar wird mein verändertes Aufgabenfeld insbesondere darin, dass ich mehr im „Mannschaftsrhythmus“ aktiv, viel näher am Trainerteam, dem Staff und den Spielern dran bin. Meine Tätigkeit ist operativer geworden. Ich führe viele Gespräche und bin jetzt grundsätzlich deutlich näher am „Spielfeld“ sowie stark in die Kaderplanung und das Transfermanagement eingebunden – gerade während der aktuellen Wechselperiode. Darüber hinaus lassen mich auch viele andere von uns angeschobene Themen nicht los, die für uns als Klub essenziell sind und die wir daher ja auch weiterführen müssen.
fci.de: Seit dem 1. Januar hat das Transferfenster wieder geöffnet, mit Giorgios Antzoulas haben wir bereits früh den ersten Neuzugang verpflichtet. Was zeichnet ihn aus?
Beiersdorfer: Georgios ist ein sehr kopfballstarker Innenverteidiger, der auch im Spielaufbau viel Qualität mitbringt. Er hat alle griechischen U-Nationalmannschaften durchlaufen, unter anderem bei der AC Florenz eine sehr gute Ausbildung genossen und bereits in Finnland, Ungarn und Griechenland auf Erstliga-Niveau gespielt. Durch seine defensive Vielseitigkeit gibt er uns zusätzliche Optionen für unsere Mannschaft und hat sich direkt sehr gut eingefügt.
fci.de: Am heutigen Mittwoch haben wir mit Mason Toye noch einen weiteren Neuzugang bekanntgegeben. Was erhofft ihr euch von seiner Verpflichtung?
Beiersdorfer: Mason ist ein Spieler, der in vielen Partien in der amerikanischen MLS gezeigt hat, welche Stärken er hat. Er ist beidfüßig, sehr schnell und sucht immer wieder die Tiefe, um seine Geschwindigkeit auszuspielen. Dies kann in der 3. Liga, wie wir dies auch am Beispiel Marcel Costly sehen, den Unterschied ausmachen. Da wir aus dem Mittelfeld heraus auch immer wieder gefährlich wurden, erhoffen wir uns dadurch, auch noch ein Stück weit weniger ausrechenbar in vordester Linie zu werden.
fci.de: Welche weiteren Überlegungen gibt es noch auf dem Transfermarkt?
Beiersdorfer: Gerade habe ich das Potenzial im Offensivbereich angesprochen. Daher ist diese Positionsgruppe sicherlich eine, die wir verstärkt im Blick haben. Zudem wollen wir uns für eine sehr schwere, lange Rückrunde aufstellen. Gerade bei immer auch möglichen Verletzungen und bei noch 19 ausstehenden Spielen haben wir auch die Tiefe unseres Kaders im Blick.
fci.de: Am Freitag eröffnen wir in Regensburg die Drittliga-Hinrunde. Welche Ziele setzt ihr euch für das Donau-Derby, aber auch für die gesamte Rückrunde?
Beiersdorfer: Wir wollen in Regensburg mit einer klaren Haltung auftreten: mutig, geschlossen und mit dem Anspruch, das Spiel aktiv zu gestalten. Unser Ziel ist es, das Spiel zu gewinnen. Gleichzeitig soll die Partie ein Signal für die Rückrunde sein. In dieser geht es darum, unsere Entwicklung konsequent fortzusetzen, mehr Konstanz in unsere Leistungen zu bringen und als Mannschaft weiter zusammenzuwachsen. Es geht darum, Spiele zu gewinnen. Dafür leben, trainieren und spielen wir.