Als einziges Team unserer Jungschanzer befindet sich die U19 aktuell noch im Spielbetrieb. Denn nach dem Vorrunden-Abschluss der U19-DFB-Nachwuchsliga, die die Schwarz-Roten trotz namhafter Konkurrenz auf einem starken dritten Platz ihrer Gruppe beendeten, wartet am kommenden Sonntag (14.12., 12:00 Uhr) noch ein echtes Highlight-Spiel mit dem DFB-Pokal-Viertelfinale beim VfL Bochum. Im Vorfeld dieser Partie sprach A-Junioren-Trainer Kevin Ulrich über den bisherigen Saisonverlauf, die Entwicklung des Teams sowie über die kommende Begegnung in Bochum.
fci.de: Ihr habt die Vorrunde der DFB-Nachwuchsliga auf einem starken dritten Platz in eurer Gruppe abgeschlossen. Dennoch am Ende leider ganz knapp die Qualifikation für die Hauptrunde in Liga A verpasst. Überwiegt der Stolz oder die Enttäuschung?
Kevin Ulrich: Es überwiegt ganz klar der Stolz über eine tolle Entwicklung. Die A-Liga war natürlich das Ziel der Jungs, für uns im Trainerteam aber nie der Maßstab. Unser Fokus lag und liegt auf der persönlichen wie sportlichen Entwicklung unserer Spieler. Diese ist uns auch im Vergleich zu den anderen Teams in unserer Vorrundengruppe sehr gut gelungen. Darum wird es auch im weiteren Saisonverlauf unabhängig der Liga gehen.
fci.de: Trotz des deutlichen 8:1-Sieges gegen Kickers Offenbach hatte es am Ende nicht gereicht, wie richtet ihr die Köpfe der Jungs wieder nach oben?
Ulrich: Da müssen wir gar nicht viel machen. Wir haben eine sehr reflektierte Mannschaft, die am Samstagabend natürlich enttäuscht war, allerdings eine tolle Leistung gezeigt hat, die Vorfreude auf Bochum macht. Es ist schön, noch so ein Highlight vor der Winterpause erleben zu dürfen.
fci.de: Wie fällt generell dein Fazit zur bisherigen Saison aus, wie zufrieden bist du mit der Gesamtentwicklung der Mannschaft über die Saison hinweg?
Ulrich: Sehr zufrieden. Die gesamte Gruppe hat sich sportlich wie persönlich unglaublich weiterentwickelt. Wir hatten zu Saisonbeginn tolle Siege in Frankfurt und Stuttgart, die wir uns durch hohen Fleiß und defensive Akribie verdient hatten. Diese Eigenschaften haben wir uns beibehalten, Mannschaften wie Eintracht Frankfurt oder VfB Stuttgart in der Rückrunde dann sogar phasenweise bespielt. Wir hatten den VfB am Rande der zweiten Saisonniederlage. Das ist dann auch kein Zufall mehr, sondern zeigt die Qualität des Teams. Noch stolzer macht mich die persönliche Entwicklung, die sich in einer unglaublich charakterstarken und verantwortungsbewussten Mannschaft zeigt. Das zu verfolgen, macht großen Spaß und ist die Grundlage für unsere Leistungen.
fci.de: Ihr habt in der Saison unter anderem dem VfB Stuttgart die einzige Saisonniederlage zugefügt oder auch bei Pokal-Viertelfinalist Eintracht Frankfurt gewonnen. Was zeichnet euch als Mannschaft aus und woran müsst ihr vielleicht noch arbeiten?
Ulrich: Wir haben eine hohe Verteidigungslust entwickelt, die es vielen Mannschaften extrem schwer macht, uns zu bespielen. Unsere Intensität und Struktur gegen den Ball zeichnen uns mit Sicherheit aus. Im Spiel mit Ball haben wir uns toll entwickelt und sind hier mittlerweile sehr variabel und anpassungsfähig. Am Torgefahrspiel arbeiten wir intensiv und erhoffen uns auch hier noch weitere Entwicklungsschritte.
fci.de: Mit Timo Hengmith stand in dieser Saison auch bereits ein U19-Spieler im Kader der Profis, einige A-Jugendspieler waren auch im Sommer im Trainingslager in Südtirol mit dabei. Wie glücklich macht das einen Trainer und ist das auch eine Bestätigung, dass man sich auf dem richtigen Weg befindet?
Ulrich: Letztlich ist es ja das, was wirklich zählt. Unsere Kernaufgabe ist es nicht, Spiele und Meisterschaften zu gewinnen. Der Erfolg im Nachwuchs zeigt sich für mich darin, ob und wie viele Spieler den Sprung in den Profi-Bereich schaffen. Den Jungs dafür die besten Voraussetzungen zu schaffen, ist die wirkliche Hauptaufgabe von uns NLZ-Trainern. Deshalb macht mich jeder Spieler stolz, der da oben dabei ist. Darüber hinaus waren und sind mit Kilian Michelbach, Bryan Atchoffo, Sherif Oladosu, Faris Hapi, Tim Hoffmann, Vincent Straßer, Manu Distl und Maxi Wagner noch weitere Jungs bereits einmal oder sogar regelmäßig bei den Profis dabei. Das ist ein Verdienst der gesamten Mannschaft, die so etwas erst ermöglicht.
fci.de: Am kommenden Wochenende steht das Viertelfinale im DFB-Pokal beim VfL Bochum an. Erst einmal zuvor – in der vergangenen Saison – standen die Jungschanzer in ihrer Geschichte in der Runde der letzten Acht. Wie groß ist die Vorfreude auf das Spiel?
Ulrich: Enorm groß. Die Jungs haben sich dieses Spiel durch tolle Siege in Zehlendorf, gegen Nürnberg und Kaiserslautern – die es beide in die A-Liga geschafft haben – absolut verdient. Ich bin davon überzeugt, dass wir zurecht in der Runde der letzten Acht stehen und auch dort unsere Chance nutzen möchten. Wir sind in Bochum sicherlich nicht der Favorit, freuen uns aber extrem auf die spannende Aufgabe.
fci.de: Nimm uns noch einmal kurz mit auf eure Pokal-Reise: Wie sind die Partien verlaufen, die Gegner auf dem Weg ins Viertelfinale waren ja keineswegs leichte.
Ulrich: Alle Spiele waren auf ihre Art speziell und tolle Erlebnisse, die diese Saison geprägt haben. Gegen Hertha Zehlendorf mussten wir als Favorit einen frühen Rückstand verkraften und konnten letztlich souverän in die zweite Runde einziehen. Nürnberg hatte uns nur wenige Tage vor dem Pokalspiel in der Liga besiegt, weshalb es eine ganz spezielle Herausforderung war. Das Ergebnis von 4:1 war letztlich vielleicht etwas zu hoch, jedoch waren wir an diesem Tag einfach die bessere Mannschaft. Das Heimspiel gegen Kaiserslautern war ein intensiver Charaktertest, den die Jungs sehr reif und abgeklärt bestanden haben. Jede Runde hatte ihre spezielle Herausforderung, die der Entwicklung der Mannschaft extrem geholfen hat.
fci.de: Die Bochumer haben auf ihrem Weg ins Viertelfinale unter anderem Borussia Dortmund rausgeworfen. Was erwartet euch für ein Gegner am Sonntag im Ruhrpott?
Ulrich: Der VfL Bochum ist mit Sicherheit ein Top-NLZ in Deutschland. Sie bringen immer wieder Spieler raus, die eine tolle Karriere hinlegen. Dass sie Dortmund aus dem Pokal geworfen und ihre Ligarunde vor Bayer Leverkusen abgeschlossen haben, zeigt die Qualität der Mannschaft. Wir haben den nötigen Respekt, jedoch auch eine große Vorfreude, sowie Bewusstsein und Vertrauen in unsere eigenen Stärken. Ich erwarte eine intensive, umkämpfte und sehr enge Partie. Darauf werden wir uns vorbereiten und möchten mit einem Halbfinaleinzug Schanzer Geschichte schreiben.