In einer umkämpften Partie unterliegen die Schanzer am Freitagabend mit 3:5 nach Elfmeterschießen im Donau-Derby gegen den SSV Jahn Regensburg und scheiden so im Toto-Pokal-Viertelfinale aus.
Im Vergleich zum letzten Liga-Duell gegen Rot-Weiss Essen musste Sabrina Wittmann am Freitagabend im Zuge des Toto-Pokal-Viertelfinales auf einer Position umstellen: Für den wegen einer Weisheitszahn-OP vakanten Dennis Kaygin startete Yann Sturm gegen den SSV Jahn Regenburg ins Donau-Derby.
FCI startet druckvoll, erste Torchance durch Julian Kügel
Bereits nach drei Minuten setzte die Heimelf ein erstes Zeichen im Flutlichtspiel, als eine Hereingabe von Marcel Costly auf der rechten Seite nahezu perfekt bei Julian Kügel landete. Der gebürtige Pförringer setzte das runde Leder jedoch über das Gehäuse von SSV-Keeper Felix Gebhardt. Ließen die Gäste in den Anfangsminuten noch den Schwarz-Roten das Spiel machen, änderte sich dies fünf Zeigerumdrehungen später: Gefolgt auf die erste Ecke der Abendpartie nietete ‚Jahns‘ Captain Felix Strauß die Kugel über den Querbalken (8.). Auch wenig später streifte das Spielgerät lediglich um Haaresbreite am rechten Pfosten des FCI-Tores, das von Kai Eisele gehütet wurde, vorbei (15.). Nach etwas über einer Viertelstunde rückte – nach einem perfekten Zuspiel aus dem Schanzer Mittelfeld – erneut Costly in den Mittelpunkt des Geschehens: Auf Höhe der Strafraumkante tauchte der 29-Jährige in zentraler Position allein vor Gebhardt auf, scheiterte aber am Oberpfälzer Schlussmann (18.). Ein ähnliches Bild in der 26. Minute: Dieses Mal behauptete sich Ingolstadts Nummer 22 auf der linken Seite, allerdings fand Costlys Flanke keinen Abnehmer respektive Verwerter.
Plath sieht Gelb, Regensburg mit der Führung
Die Oberbayern suchten in der Folge immer wieder den Weg in Richtung gegnerische Box – und ließen dabei keinen Zweikampf aus, was die erste Gelbe Karte in Reihen der Gastgeber für Max Plath nach sich zog (27.). Spätestens nach einer halben Stunde erhöhte Regensburg die Schlagzahl und kam durch Noel Eichinger (32.) gefährlich nahe an das Gehäuse von Eisele, der sich zwei Minuten später geschlagen geben musste: Nach einem Missverständnis im Schanzer Aufbauspiel hatte der 30-jährige Keeper im Eins-gegen-Eins gegen Benedikt Bauer das Nachsehen und musste am Freitagabend hinter sich greifen (34.). Bei den nachfolgenden Abschlüssen von Nick Seidel und Eric Hottmann klärte der FCI-Defensivverbund sicher (36., 37.) und konnte sich wenig später auch auf Eisele verlassen, der beim Angriff seitens Eichinger und Philipp Müller auf dem Posten war (44). Zuvor hatten Sabrina Wittmann und Co. noch Elfmeter gefordert, doch die Pfeife von Schiedsrichter Marcel Krauß blieb stumm (42.). Vor dem Pausentee hätten die Ingolstädter zwar noch durch ein Kopfballtor (Simon Lorenz) zum 1:1-Ausgleich kommen können, jedoch blieb es auch in der dreiminütigen Nachspielzeit beim knappen 0:1-Rückstand.
SSV in Unterzahl, Scholz mit dem Ausgleich
Mit einem Doppelwechsel kehrten die Schwarz-Roten auf den Platz zurück. So blieben der gelbverwarnte Plath sowie Kügel in der Kabine und machten dadurch Platz für Lukas Fröde und Mads Borchers (46.). Erstmals vielversprechend in den Strafraum kam allerdings wiederholt Costly, der perfekt auf Carlsen durchsteckte, dessen letzter Ballkontakt von der SSV-Abwehr geklärt werden konnte (46.). Wenig später sorgten die Gäste für Gefahr (50.). Eine präzise Flanke an den langen Pfosten, wo Hottmann bereits lauerte, wurde durch die hellwachen Schanzer unterbunden. In der 53. Minute bot sich dann für Sturm eine gute Gelegenheit nach ruhendem Ball: Nach dem Freistoß des Youngsters stieg Lorenz am höchsten und zielte mit dem Kopf in Richtung Tor. Gebhardt reagierte aber blitzschnell und verhinderte durch sein beherztes Eingreifen den Ausgleich. Der FCI steckte nicht auf und nahm das Heft des Handelns in die Hand: Carlsen, Costly, Sturm und Co. ließen erkennen, dass der Wittmann-Tross nun deutlich aktiver als der Kontrahent zu Werke ging. Während in der 58. Minute Carlsen ebenfalls mit Gelb sanktioniert wurde, schickte Schiedsrichter Krauß Noel Eichinger auf Seiten der Rot-Weißen wegen wiederholten Foulspiels mit Gelb-Rot vom Platz (66.). Damit war der FCI in Überzahl und bediente sich wiederholt der Auswechselbank. Emre Gül ersetzte Carlsen (71.).
In der Schlussphase bahnte sich das an, was sich schon in den letzten Minuten angedeutet hatte: Nach einem Kopfball von Lorenz rettete Gebhardt noch auf der Linie, der Abpraller landete dann bei Jonas Scholz, der mit seinem Debüt-Tor für die Schanzer zum 1:1-Ausgleich vollendete (73.). Die Gastgeber versuchten alles, um noch in der regulären Spielzeit eine Entscheidung zu erzwingen, wobei auch Gustav Christensen – kam für Linus Rosenlöcher – half (79.). Nach einer Ecke fälschte der eingewechselte Forkel den Ball so ab, dass dieser bei Besuschkow landete, dessen Distanz-Hammer aus zentraler Position über den Querbalken ging (84.). Mehr Großchancen sollte die reguläre Spielzeit nicht mehr zu Tage bringen, sodass ein Elfmeterschießen die Entscheidung bringen musste.
In diesem scheiterten Borchers und Gustav Christensen zunächst an Gebhardt, während Kühlwetter, Forkel und Dietz für den SSV netzten. Da Lorenz und auch Deichmann trafen und Eisele hielt, lag es am Ende an Bauer auf SSV-Seite, der den Strafstoß der Regensburger zu deren Sieg verwandelte.
Startelf FCI: Eisele – Deichmann, Scholz, Lorenz (C), Rosenlöcher (79. G. Christensen) – Plath (46. Fröde) – Besuschkow (89. Sekulovic), Carlsen (71. Gül) – Sturm, Kügel (46. Borchers), Costly
Tore: 0:1 Bauer (34.), 1:1 Scholz (73.), 1:2 Kühlwetter, 1:3 Forkel, 1:4 Dietz, 2:4 Lorenz, 3:4 Deichmann, 3:5 Bauer (i. E.)
Gelbe Karten FCI: Plath (27.), Carlsen (58.), Gül (85.), Borchers (90. + 5)
Rote Karte SSV: Eichinger (66.)
Sabrina Wittmann: „Die erste Halbzeit war in Summe nicht gut von uns, uns sind viele Bälle versprungen, aber auch Regensburg hatte in dieser Phase – bis auf das Tor – nicht die ganz großen Möglichkeiten. In der zweiten Halbzeit gab es dann eine Chancen-Flut – sei es bei Standards oder Abschlüssen. An dieser Stelle müssen wir uns ankreiden, dass wir das zweite Tor nicht gemacht haben. Geht es dann ins Elfmeterschießen, ist dieses ein 50:50-Ding, das wir heute gemeinschaftlich verloren haben. Wir standen schon immer zusammen und stehen auch jetzt zusammen. Jetzt geht es in der Liga in gut einer Woche gegen Osnabrück weiter.“
Simon Lorenz: „Die Regensburger standen heute in der regulären Spielzeit extrem tief, nichtsdestotrotz konnten wir ein paar freie Abschlüsse im Strafraum für uns verbuchen. So hätte ich beispielsweise meine beiden Kopfballchancen verwandeln müssen. An so einem Abend sind es dann am Ende Kleinigkeiten, die über Sieg oder Niederlage entscheiden. Ich bin jedoch der Meinung, dass wir aufgrund des zweiten Durchgangs die Partie noch hätten gewinnen müssen, da wir in dieser Phase schon am Drücker waren. Allerdings ist es uns in diesen Momenten nicht gelungen, das zweite Tor zu erzielen. Im Elfmeterschießen war dann von allem ein bisschen dabei – hier braucht es aber auch immer eine gewisse Brise an Glück, die wir heute einfach nicht hatten. Nun müssen wir weiter hart an uns arbeiten und intensiv wie brutal gut trainieren, dann kommt auch bald das nächste Erfolgserlebnis.“