Die Schanzer
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Ab wann darf wieder gejubelt werden? Diese Frage stellen sich auch unsere Jungschanzer. (Foto: Lüger)

„Bauen auf unsere Leute!“ – Das große Update zum Schanzer Nachwuchs

Es sind besondere, so noch nicht dagewesene Zeiten, für die Gesellschaft, den Sport, den Fußball, den FC Ingolstadt 04 und auch für seinen Nachwuchs. Wir haben mit den beiden Nachwuchsleistungszentrums-Leitern Ronnie Becht und Roland Reichel über die großen Herausforderungen und dabei spannende Fragen beantwortet: Wie stellt man ein Team für die neue Saison auf, wenn seit Jahresbeginn nicht mehr gespielt und gescoutet werden konnte? Wie geht man den Trainings- und Spielbetrieb an? Und vor allem: Wie stolz sind die beiden auf die enorme Anzahl an ehemaligen Jungschanzern im Profi-Bereich?

fci.de: Servus, Roland und Ronnie! Um die Geschehnisse im Nachwuchsfußball beim FCI blieb es zuletzt coronabedingt eher ruhig. Im Hintergrund hat sich trotzdem einiges getan, doch zunächst ganz allgemein: Wie ist der aktuelle Stand in Sachen Trainings- und Spielbetrieb für unsere Jungschanzer Teams?

Ronnie Becht: Grundsätzlich gilt, dass wir weiter abwarten müssen, wie sich die Vorgaben und Verfügungslagen der Behörden und Verbände entwickeln. Fakt ist momentan, dass wir in Bayern noch keine Testspiele durchführen dürfen und nicht genau wissen, wann die Spielzeiten starten. Alle Teams befinden sich aktuell in der geplanten Urlaubsphase, nachdem alle Mannschaften zuvor schon unter strenger Einhaltung des Hygienkonzepts die Saisonvorbereitung begonnen haben. Ausgenommen von dieser Pause ist neben der U 21 lediglich unsere U 19, die in diesen Tagen eine kleine Testspielreise nach Österreich unternimmt. Dort - und in einigen anderen Bundesländern - darf man immerhin schon wieder unter gewissen Auflagen spielen. Ab 10. August sollen dann all unsere Teams wieder trainieren können, die U 17 startet etwas früher.

Roland Reichel: Im September, so die Planungen, sollen die Mannschaften dann wieder in den wie auch immer gearteten Ligen und Wettbewerben starten beziehungsweise diese fortsetzen. Hier muss man aber ganz klar sagen, dass sich alles noch in der Klärung befindet. Es gibt sehr viele denkbare Szenarien und definitiv noch keine hundertprozentige Planungssicherheit. Das gibt die aktuelle Situation einfach nicht her, doch wir bereiten uns natürlich trotzdem in jedem Bereich bestmöglich auf alles vor.

fci.de: Zumindest bei der U 19 in der A-Junioren-Bundesliga und der U 21 in der Bayernliga Süd stehen schon mal die Grundgerüste für die Fortsetzungen, doch da gibt es einige Unterschiede. Wie sieht der aktuellste Stand konkret aus?

Becht: Wir stellen uns auf Folgendes ein: Am 19. September soll es in der A-Junioren-Bundesliga weitergehen und der Ansatz ist, genau einmal jeden gegen jeden spielen zu lassen – also quasi eine gestreckte Hinrunde mit den 18 Teams zu spielen. In der U 21 ist es so, dass die Saison 19/20 zu Ende gespielt wird, doch der genaue Zeitpunkt des Re-Starts steht noch nicht fest. Einige Spiele sollen vor, der Rest nach der Winterpause stattfinden. Dazwischen wird bereits eine Art Ligapokal gestartet. Für uns ist das durchaus attraktiv, denn so gibt es im Prinzip noch zwei Chancen, um in die Aufstiegsrelegation einzuziehen.

Reichel: So ist es. Natürlich würde über allem erstmal der Aufstieg der Profis stehen, nur dann dürfte unsere zweite Mannschaft überhaupt hoch. Dann haben wir über den Liga-Pokal und den ‚normalen‘ Ligabetrieb die Chance in der Relegation mitzuwirken. Das wird unser Ziel sein.


Doppelspitze: Auch für die NLZ-Leiter Roland Reichel (links) und Ronnie Becht (rechts) sind es besondere Zeiten. (Foto: FCI)

fci.de: Besonders ist derzeit vieles: Bei der U 19 ist es beispielsweise so, dass die Saison beendet wurde und es keine Absteiger und nur Aufsteiger gab. Nun ist vorgesehen, die somit auf 18 Teams aufgestockte Liga über zwei Spielzeiten durch zweimal fünf Absteiger und nur jeweils drei Aufsteiger wieder zu verkleinern. Wie steht ihr dazu?

Reichel: Das finden wir insgesamt extrem unglücklich und eigentlich auch nicht dem entsprechend, was das Ziel des DFB ist. Es sollte ursprünglich etwas weniger Leistungsdruck auf den Nachwuchs in Deutschlands höchster Spielklasse ausgeübt werden. Dadurch wollte man die jeweilige Entwicklung mehr fördern und mehr Maßnahmen mit den Junioren-Nationalteams ermöglichen. Nun wird das in unseren Augen aber umgekehrt.

Becht: Diese U 19-Bundesliga ist für jedes NLZ und die Ausbildung der Spieler extrem wichtig. Durch fünf Abstiegsplätze herrscht ein extremer Druck für die Teams. Wir hätten uns eine verträglichere Lösung gewünscht. Man hätte beispielsweise die Liga-Verkleinerung durchaus noch weiter strecken und weniger Teams auf einmal absteigen lassen können. Oder man überdenkt das Gesamtbild und fügt eventuell weitere Junioren-Bundesligen hinzu, wie es schon oftmals angedacht war. Man tut den Mannschaften mit der ‚Absteiger-Aufstockung‘ jedenfalls keinen Gefallen, sondern erreicht das Gegenteil des vom DFB ausgegebenen Ziels im Hinblick auf das eigentlich positive „Projekt Zukunft“.

fci.de: Die Corona-Krise fordert in allen Bereichen ihren Tribut. Wie äußert sich das in unserem NLZ und insbesondere bezüglich des Personals?

Becht: Wir bleiben in meinen Augen sehr gut aufgestellt. Klar ist, dass wir personell etwas umstrukturieren mussten, doch das ist mit Kreativität, hoher Bereitschaft und viel Eigenantrieb unserer Trainer den Umständen entsprechend wirklich gut gelungen. Wir konnten die Positionen des Athletiktrainers und der Psychologin durch Max Habereder und Tanja Wörle optimal nachbesetzen und haben die Aufgabenfelder unserer Festangestellten angepasst oder etwas verschoben. Nur so waren wir in der Lage, die Einschnitte möglichst gering zu halten und weitere Personalreduzierungen zu vermeiden. Ganz grundsätzlich: Das Lob an unsere Mitarbeiter kann hier nicht groß genug sein! Ich finde es beeindruckend, wie alle von sich aus ihren Teil dazu beigetragen haben, um diese schwierige Zeit bestmöglich zu meistern.

Reichel: Es wurde echte Kreativität und Leidenschaft für den Verein gezeigt. Besonders freut mich, dass wir wichtige Trainerposten wieder einmal mit den hier ausgebildeten Trainern besetzen konnten. Sowohl Sabrina Wittmann bei der U 17, als auch Thomas Karg bei der U 21 werden ihren Job sehr gut machen – davon sind wir komplett überzeugt. Selbst was die Spieler angeht haben wir in der U 21 mit Florian Rauh und Dominik Schröder zwei ehemalige Jungschanzer wieder zurückgeholt. Wir bauen weiterhin aus Überzeugung auf ‚unsere’ Leute und vertrauen ihnen.

fci.de: Insgesamt 14 Akteure, die im Profi-Kader der vergangenen Saison standen, haben eine Vergangenheit als Teil der Jungschanzer. Wie stolz macht euch dieses ‚Endergebnis‘?

Reichel: Das ist natürlich ein extrem positives Zeichen für die Arbeit im gesamten Nachwuchsbereich. Noch mehr hätte es uns natürlich gefreut, wenn es sogar noch für den Wiederaufstieg gereicht hätte. Doch ich bin überzeugt, dass auch in der kommenden Vorbereitung wieder ein paar Jungs auf sich aufmerksam machen werden. Insgesamt ist es nur logisch, dass die Spielzeit der einstigen Jungschanzer weiter steigt, denn es sind mittlerweile einige und sie alle haben das Potenzial sich noch deutlich zu verbessern, sei es fußballerisch, körperlich oder beides.

Becht: Es ist schon beeindruckend, wenn der halbe Profi-Kader aus dem eigenen Nachwuchs entspringt. Vergessen sollte man aber auch nicht, dass selbst im Team um die Profis herum mittlerweile ein Großteil aus dem NLZ stammt. Das zeigt, dass man hier etwas lernt und die besten Möglichkeiten hat, den nächsten Schritt zu gehen – auf oder neben dem Platz. Unsere Aufgabe ist, dass das auch in Zukunft kontinuierlich so weitergeht.

fci.de: Apropos Zukunft: Konntet ihr euch trotz Corona überhaupt wirklich auf die kommenden Aufgaben vorbereiten? Es mussten ja unter anderem neue Teams zusammengestellt werden, doch wie geht das, wenn man eigentlich niemanden scouten kann?

Becht: Es war und ist eine große Herausforderung die Hygienekonzepte einzuhalten und den Betrieb als NLZ so gut es geht fortzufahren. Das ist nur schwer mit dem Profi-Fußball vergleichbar und fordert uns viel ab. Ich muss aber sagen, dass wir das bisher extrem gut gemeistert haben. An der Stelle muss man bezüglich der Kaderplanungen auch nochmal explizit die Arbeit unseres Scoutings mit den Trainern hervorheben. Man hat hervorragend vorgearbeitet und auf dieser Basis konnten wir wieder richtig gute Kader zusammenstellen.  Da kann man nur seinen Hut ziehen!

Reichel: Das Engagement und die Eigenverantwortlichkeit unserer Leute ist sensationell – obwohl immer eine große Ungewissheit mitgeschwungen ist, wann und wie es weitergeht. Wie schon angedeutet ist das Thema Scouting in diesen Tagen besonders schwer umzusetzen, doch unsere Scouts und Trainer waren Anfang März schon sehr weit. Unsere Mitarbeiter haben sich darüber hinaus unheimlich viele Gedanken gemacht und sich auch während der Zeit des Lockdowns etwas einfallen lassen, um die Teams bei Laune und fit zu halten.

fci.de: Was sind nun die nächsten Herausforderungen?

Becht: Den ordentlichen Spielbetrieb zu ermöglichen wird eine echte Mammutaufgabe, denn da gibt es extrem viel zu beachten, zu planen und zu koordinieren. Da hängen viele Themen dran, wir haben ja zudem nicht nur ein Team zu verantworten, sondern ganze neun Mannschaften. Sie alle wollen trainieren und spielen. Da werden alleine die Kabinennutzung oder der Shuttle-Dienst schon große Aufgaben. Trotzdem: Wenn wir weiter so zusammenarbeiten, werden wir auch hierfür Lösungen finden – Einsatz und Einfallsreichtum haben wir jedenfalls zuletzt schon reichlich bewiesen.

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