Die Schanzer
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Holte den Elfmeter raus und verwandelte ihn selbst: Kapitän Stefan Kutschke (Foto: Bösl / KBUMM).

Zweiter Sieg in der Englischen Woche: Schanzer holen Dreier gegen Dresden

Sieben von neun möglichen Punkten: Die Englische Woche war für den FCI ein voller Erfolg! Bereits in der 3. Minute gingen die Schanzer gegen Dynamo Dresden mit 1:0 in Führung. Stefan Kutschke wurde von Max Kulke im Strafraum gefoult, was einen Elfmeter und die Rote Karte für Kulke nach sich zog. In der ersten sowie zweiten Halbzeit hatte die Oral-Truppe mehrfach die Möglichkeit auf 2:0 zu erhöhen, verpasste dies jedoch, sodass die Partie bis zur dreiminütigen Nachspielzeit offen blieb. Dynamo wurde zunehmend gefährlicher, letztlich blieben die drei Punkte jedoch verdientermaßen im Audi Sportpark.

„Jetzt haben wir den Topfavoriten der 3. Liga zu Gast!“, so Tomas Oral über den Gegner Dynamo Dresden vor dem Aufeinandertreffen. Die Sachsen waren der dritte Gegner binnen einer Woche und damit der letzte Kontrahent, auf den die Schanzer in der Englischen Woche treffen sollten. Aufgrund des hitzigen Spieles auf dem Betzenberg und der durch den DFB verhängten Rot-Sperre für Flügelflitzer Caniggia Elva – er wird dem FCI drei Partien nicht zur Verfügung stehen – war unser Coach zum Wechseln verpflichtet. Für ihn durfte Fatih Kaya von Beginn an sein Können unter Beweis stellen. Außerdem zurück in der Startformation: Robin Krauße, der Marc Stendera auf der Doppelsechs ersetzte. Marcel Gaus kam erneut als linker Verteidiger zum Einsatz, was im Umkehrschluss bedeutete, dass Dominik Franke zunächst auf der Bank Platz nahm. Außerdem war Ilmari Niskanen in der ersten Elf vertreten. Somit setzte der gebürtige Ochsenfurter insgesamt auf drei Wechsel sowie eine 4-4-2-Grundausrichtung.

Ingolstadts Kapitän Stefan Kutschke gewann die Seitenwahl, sodass die Schwarz-Gelben das Geschehen eröffneten (1. Spielminute). Kaum waren die ersten Sekunden gespielt, begaben sich die Sachsen in die Hälfte der Donaustädter, wobei Philipp Hosiner, Ex-Schanzer Agyemang Diawusie und Co. dennoch auf Distanz gehalten werden konnten (2.). Laut wurde es auf der Bank der Hausherren aber eine Minute später. Nach einem ungenauen Pass von SGD-Torhüter Kevin Broll landete die Kugel vor Filip Bilbija, der keine Sekunde zögerte und sofort die sich im bietende Gelegenheit nutzte und Kutschke in Szene setzte. Letzterer wurde von Max Kulke im Sechszehner von den Beinen geholt – klarer Elfmeter für den FC Ingolstadt 04 und Rot für den Gegner, war Kulke letzter Mann. "Ich persönlich bin gegen die Doppelbestrafung", ordnete Trainer Tomas Oral die harte Entscheidung nach dem Spiel ein. Viele Schanzer-Fans dürften sich an identisches Geschehen vor rund zwei Jahren erinnern, damals musste der FCI in Dresden auch schon ganz früh einem Rückstand durch Elfmeter hinterherhecheln. Und das zu zehnt, seinerzeit hatte Phil Neumann die Ampelkarte erhalten (5.). Wie auch immer - Der Gefoulte trat selbst an und verwandelte den Strafstoß kaltschnäuzig (5.), was die frühe Führung der Heimelf bedeutete.

Damit die Elbflorenz in Unterzahl, was den Schwarz-Roten in die Karten spielte. Die Mannen von Tomas Oral versuchten auf das zweite Tor zu spielen, hatten viel Ballbesitz und kombinierten sich munter durch das Mittelfeld. Bilbija war es erneut, der beinahe zum 2:0 einnetzte (7.). Dieser Szene ging eine gefährliche Flanke von Niskanen, der auf der rechten Seite agierte, voraus, die von Broll abgefälscht wurde.

Die Jungs von Markus Kauczinski hatten am Rückstand und dem Unterzahlspiel länger zu knabbern, sodass sie erst in der 13. Minute vor dem Gehäuse von Fabijan Buntic auftauchten. Diawusie kämpfte sich in den Strafraum, fiel dort aber sehr leicht auf das Grün. Der Zweikampf fand allerdings ohnehin vor der gefährlichen Zone statt. Das runde Leder in den eigenen Reihen laufen lassen, so lautete das lautstarke Kommando von Tomas Oral am Seitenrand und genau das tat seine Truppe in den nachfolgenden Minuten auch. Für den nächsten Akzent sorgten Kapitän Kutschke und Fatih Kaya (22.). So köpfte der gebürtige Dresdner aus dem spitzen Winkel auf das Tor von Broll, der die Kugel nur nach vorne geschlagen bekam. Dort lauerte unser Youngster, der den Abpraller zwar in die Maschen gedrückt, aber vermeintlich aus dem Abseits kam - wohl aber eine knappe Fehlentscheidung, die sich allerdings nicht gänzlich auflösen ließ. Es blieb somit beim knappen 1:0.

Die Tor-Premiere in Kaiserlautern hatte Bilbija gut getan, war er doch einer der Aktivsten auf dem Platz. Der gebürtige Berliner war es auch, der einen Traumpass auf Kaya spielte, welcher auf den gegnerischen Kasten zurannte, aber in letzter Sekunde von Mai gestoppt wurde (26.). Schade, mittlerweile wäre ein weiterer Treffer mehr als verdient gewesen, denn das intensive Duell lief nur in eine Richtung. Hieß: Lediglich der SGD-Keeper hatte ordentlich zu tun und bewahrte seine Kollegen vor dem zweiten Gegentor, als er einen harten Schuss Niskanens aus 15 Metern zur Ecke klärte (28.). Die Standardsituation brachte jedoch nichts ein.

Wenn die Ingolstädter in der bisherigen Saison Schwächen gezeigt hatten, dann war dies gern auch nach Ecken oder Freistößen der Fall. Marvin Stefaniak brachte die Pille herein, allerdings klärte unser Vizekapitän per Kopf (37.). Zwei Zeigerumdrehungen wieder der schnelle Mann mit der Rückennummer 9. Kaya zog aus 15 Metern ab, Broll blieb in diesem Moment aber der Gewinner. Anschließend durfte der finnische Nationalspieler im Dress der Oberbayern nochmal abziehen, sein Schlenzer ging knapp am linken Pfosten vorbei (42.). Vor dem Pausentee gab Schiedsrichter Martin Thomsen noch einen Freistoß pro Dresden, doch erneut war Gaus zur Stelle.


Engagierter Auftritt: Filip Bilbija (Foto: Bösl / KBUMM).

Der 31-Jährige Linksverteidiger war es auch, der nach dem Seitenwechsel als erster Schanzer in Aktion trat. An seine von der linken Seite geschlagene Ecke kam Robin Krauße mit dem Kopf – leider zu unpräzise – ran. Kein Tor für den FCI (46.), der weiterhin früh auf die zehn Mannen aus Dresden ging. Robin Krauße nahm die Kugel mit der Brust auf Höhe der Mittellinie an, sah Michael Heinloth auf der rechten Außenbahn, erreichte den Verteidiger, der wiederum Niskanen bediente, der abziehen, sich aber nicht belohnen konnte (52.).

Die rechte Seite war in dieser Phase des Duells die aktivere, was auch der Gegner spürte. So kassierte der eingewechselte Christoph Daferner, nach einem Check, den man so nur aus dem Eishockey kennt, die verdiente gelbe Karte (53.). Kurz darauf der nächste Gaus-Freistoß für die Hausherren, den Dynamo nur mit viel Mühe geklärt bekam (56.). Nach einer guten Stunde wirkten die Schwarz-Gelben müde, was es den Schwarz-Roten ermöglichte das Spiel in Ruhe aufzubauen. Erst in der 63. Minute der erste wirklich Torschuss der Kauczinski-Elf. Stefaniak setzte das runde Leder aber weit über den Kasten von Buntic. Unsere Nummer 24 war kurz darauf erneut Mittelpunkt des Geschehens, als er unterlaufen wurde und am Ball vorbeigriff und dadurch Gefahr aufkam. Thomas Keller, Tobias Schröck und Co. waren aber eingerückt und zur Stelle (66.). Die anschließende Ecke konnte Kutschke klären.

Tomas Oral reagierte nach 69 Minuten und nahm Robin Krauße sowie Fatih Kaya vom Feld. Dafür neu in der Partie die zuletzt sehr starken Mittelfeldakteure Rico Preißinger und Marc Stendera. Einen Wimpernschlag später perfektes Zusammenspiel zwischen Heinloth und Kutschke über rechts. Der Stürmer konnte direkt abziehen, setzte das Spielgerät aber denkbar knapp am Kasten vorbei (70.).

In der Schlussphase wurde es hektisch in der Schanzer Heimat. Dresden gelang es trotz Unterzahl die Partie mehr und mehr an sich zu reißen und drängte Ingolstadt damit zu ersten Fehlern. Nachdem Niskanen wegen Handspiels den Karton gesehen hatte (73.), wurde Marc Stendera ebenfalls sanktioniert (77.), was einen Freistoß nach sich zog. Diesen brachte Stefaniak aus 25 Metern direkt auf das Tor von Buntic. Wäre Gaus nicht auf der Torlinie gestanden und hätte mit dem Kopf geklärt, hätte dies das 1:1 bedeutet. So stand es weiter 1:0 für die Oberbayern. Daferner mit der nächsten SGD-Chance, die unser Schlussmann klären konnte (82.). Kurz vor der dreiminütigen Nachspielzeit brachte Tomas Oral Jalen Hawkins für Filip Bilbija (89.). Dieser half dabei die knappe Führung über die Zeit zu bringen, sodass es am Ende beim 1:0 blieb. Damit sind die Schanzer zurück in der Spitzengruppe der Tabelle.

FCI: Buntic – Heinloth, Paulsen, Schröck, Gaus – Bilbija (89., Hawkins), Keller, Krauße (69., Preißinger), Niskanen – Kaya (69., Stendera), Kutschke

Tore: 1:0 (5., Kutschke, Elfmeter)

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