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FCI, USA und zurück: "Endlich wieder Fußball spielen"

Ingolstadt, München, Orlando, Ingolstadt: Das sind die Stationen, die FCI-Neuzugang Emilie Bernhardt während ihrer Fußballerkarriere bereits hinter sich gebracht hat. Dieser Artikel erschien im Donaukurier.

Spricht für erstaunlich viel Erfahrung bei einer gerade einmal 18-jährigen Innenverteidigerin, die ab sofort für die Zweitliga-Mannschaft des FC Ingolstadt auflaufen wird.

Bereits im Kindergarten trat die gebürtige Ingolstädterin gegen den Ball, mit fünf Jahren beschloss sie: "Ich will im Verein spielen! " Also ging Bernhardt zur DJK Ingolstadt, wo sie bis zur U13 bei den Jungs aktiv war. "Hier wurden mir die Fußball-Basics beigebracht und ich habe gemerkt, wie viel Spaß mir der Sport macht", beschreibt der Teenager, der im Anschluss für zwei Jahre zum FC Ingolstadt in die U14 wechselte - ebenfalls zu den Jungs. "Dort habe ich enorm viel im technischen und taktischen Bereich gelernt", sagt die Verteidigerin, die danach für ein weiteres Jahr zur DJK zurückkehrte und dort als U16-Spielerin den U15-Junioren angehörte. "Da hatte ich dann eine ganz andere Rolle als in meiner FCI-Zeit. Ich war nicht nur älter, sondern hatte viel mehr Verantwortung. Noch einmal in einer guten Jungen-Liga mitzuspielen, hat mir sehr geholfen", erzählt Bernhardt.

Natürlich wurden auch die regionalen Scouts auf das Talent aufmerksam. Einladungen zum DFB-Stützpunkttraining, die Berufung in die Südbayern-Auswahl ab der U12, später in die Bayern-Auswahl und ab der U15 in die Juniorinnen-Nationalmannschaft folgten. Die nächste Station war dann der FC Bayern München, wo die Ingolstädterin zwei Jahre im Reserveteam der Bundesliga-Mannschaft ausgebildet wurde. Hier spielte sie in der Zweitliga-Mannschaft zum ersten Mal auch im Verein gemeinsam mit weiblichen Teamkolleginnen. "Das war dann eine ganz andere Dimension was Taktik, Athletik und die Art, Fußball zu spielen, betrifft. Es ging nicht mehr nur um die individuelle Förderung, sondern um die Mannschaft. Ich bin froh, dass ich diesen Schritt gegangen bin. Vor allem im ersten Jahr waren wir eine überragende Mannschaft, die auch Meister wurde. Wir hatten eine sehr gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielerinnen, von denen ich viel lernen konnte", sagt die Fußballerin, die während dieser Zeit ihre ganze Familie als Fahrdienst einspannte.

Das war bei der nächsten Station nicht mehr möglich, denn die damals frischgebackene Abiturientin wagte im Sommer 2020 den Sprung über den großen Teich und schloss sich für ein Semester dem College-Team der UCF Knights in Orlando an. Bitter für Bernhardt, dass kurz nach ihrer Ankunft in Florida die Fußball-Saison wegen der Corona-Pandemie abgesagt wurde: "Trotzdem habe ich viel mitgenommen, eine Menge neue Leute getroffen, mein Englisch verbessert und fußballerisch neue Spielstile und Trainingsformen kennengelernt. Das hat mich auf jeden Fall weitergebracht", fasst die 18-Jährige ihren Amerika-Aufenthalt zusammen.

In der aktuellen Winterpause ist sie nun in ihre Schanzer Heimat zurückgekehrt: "Alexander Ziegler ist ein super Trainer und die Mannschaft hat sehr viel Potenzial. Ich habe hier mehr Vorteile gesehen als in München", erklärt die Ingolstädterin ihre Entscheidung. Und was erhofft sich der Neuzugang nun beim FCI? "Vor allem möchte ich endlich wieder Fußball spielen", sagt die Bernhardt, die ihr letztes Pflichtspiel im März letzten Jahres bestritten hat. "Natürlich will ich mich auch weiterentwickeln und so viele Begegnungen wie möglich gewinnen."

Dass sie auf vielen Positionen einsetzbar, beidfüßig und technisch gut ist, sieht Bernhardt als ihre Stärken, "aber an meiner Athletik muss ich noch arbeiten und ich will auf dem Platz noch mehr Verantwortung übernehmen", sagt die 18-Jährige, die an ihrem neuen Team vor allem die Offensivstärke und die vorhandene Geschwindigkeit schätzt. Die wegen Corona zweigeteilte Zweite Liga mit den neuen Abstiegsmodalitäten sorge schon für eine Menge Druck, gibt Bernhardt zu Bedenken, ist aber dennoch vom Verbleib der Ingolstädterinnen in der 2. Bundesliga überzeugt.

Und welche Planungen gibt es bezüglich der Nationalmannschaft? "Die U19-EM, an der ich als Mitglied des jüngeren Jahrgangs wahrscheinlich teilgenommen hätte, wurde Corona-bedingt abgesagt. Wir hoffen, dass die EM heuer im Juli für die Jahrgänge 2002/03 stattfinden kann. Dann will ich auf jeden Fall dabei sein. Zudem qualifiziert man sich über dieses Turnier für die U-20-WM im folgenden Jahr. Daran teilzunehmen ist mein großes Ziel", sagt die Ingolstädterin, die ihren U-17-EM-Titel und die Meisterschaft mit dem FC Bayern - beides am gleichen Wochenende errungen - als ihre bislang schönsten Erfolge bezeichnet.

Von Sabine Kaczynski (Donaukurier)

Zu dem Artikel auf der Homepage des Donaukuriers geht es hier

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