Die Schanzer
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Überraschter Debütant

2. Liga: Neu-Trainer Herrmann betritt bei den FCI-Frauen Neuland - Teamgeist und Einsatzwillen überzeugen. Dieser Artikel erschien im Donaukurier. 

Dabei coacht er zum ersten Mal ein Frauenteam, bislang stand er stets bei Junioren- oder Herrenmannschaften an der Seitenlinie.

Wie war sein erster Eindruck von den Schanzerinnen? "Ich bin sehr positiv überrascht. Man hat mich unglaublich gut aufgenommen. Die Mädels sind nicht nur ein netter Haufen, sondern auch sehr ehrgeizig", sagt Herrmann, der "mal was Neues machen" und seine "persönlichen Ideen einbringen" will - und gespannt ist, wie sich das bei den Fußballerinnen umsetzen lässt.

Zunächst war der 46-jährige Eichstätter allerdings nicht automatisch begeistert von dem Vorschlag, die Schanzerinnen in der aktuellen Saison zu coachen: "Ich habe mir das sehr lange überlegt und viele Gespräche mit Leuten geführt, die bereits Erfahrungen im Frauenfußball gesammelt hatten. Alle haben mir zugeraten und mich motiviert, die Aufgabe auszuprobieren und anzunehmen. Also habe ich zugesagt", erzählt der dreifache Familienvater schmunzelnd.

Und hat sich die Arbeit mit den Mädels nun so dargestellt, wie der neue Trainer sich das vorgestellt hat? "Man muss schon anders rangehen als zum Beispiel in den höheren Juniorenligen. Dort wollen alle Profi werden, haben eine ganz andere Einstellung zum Fußball und sind noch ambitionierter. Für die Mädels ist es ein Hobby, das sie sehr gerne betreiben und in das sie viel Zeit investieren - bei dem sie aber auch ihren Spaß haben wollen", beschreibt Herrmann seine ersten Eindrücke.

Die gravierendsten Unterschiede zwischen Herren- und Frauenfußball liegen für den Neu-Trainer ganz klar im Bereich Athletik und Geschwindigkeit, auch die Zweikampfführung sei anders. Überdies schlägt er im Umgang mit den Frauen auch andere Töne an: "Ich bin auf jeden Fall vorsichtiger und überlege vorher, was ich sage", verrät Hermann, gibt aber zu, dass das wahrscheinlich gar nicht nötig wäre: "Sie lachen auch, wenn ich einen dummen Spruch loslasse - bis jetzt war noch kein Zickenkrieg", grinst der 46-Jährige, der im Hauptberuf als Sportlehrer im Kinderdorf Marienstein tätig ist.

Im ersten Testspiel gegen den Bundesligisten TSG Hoffenheim (0:2) konnte er bereits in einigen Szenen seine Handschrift wiedererkennen, so der Trainer. Überraschend war auch, wie schnell die elf Neuzugänge - drei von ihnen standen bereits in der Startelf - in das Team integriert wurden: "Das zeigt, dass die Mannschaft intakt ist. Jeder hat für jeden gekämpft, das war eine geschlossene Teamleistung", freut sich Herrmann, der die Stärken seiner Mädels in der Laufbereitschaft, dem Einsatzwillen und der defensiven Kompaktheit sieht. "Wenn es in Richtung Tor geht, können wir uns aber noch verbessern", meint der Coach. "Treffer zu erzielen oder überhaupt Chancen zu kreieren - daran müssen wir noch arbeiten. "

Die bisherige Spielphilosophie mit hohem Pressing und schnellem Umschaltspiel, das die Schanzerinnen unter Ex-Trainer Alex Ziegler sehr erfolgreich auf den Platz gebracht haben, will Herrmann beibehalten: "Da wird es nur um Kleinigkeiten gehen, die ich ändern möchte", sagt der 46-Jährige, der bedauert, dass er noch einige Zeit auf die alte und neue Kapitänin Ramona Maier verzichten muss. "Sie befindet sich nach ihrer Sprunggelenks-OP im Aufbautraining, aber vor September oder sogar Oktober können wir leider nicht mit ihr planen", seufzt Herrmann. "Ich bin froh, wenn sie in der Hinrunde überhaupt einsatzfähig sein wird. " Auch auf die beiden Langzeitverletzten Andrea Heigl und Ricarda Kießling kann der neue Trainer zum Saisonauftakt wohl noch nicht bauen.

Auf die Frage, wie er die in dieser Saison wieder eingleisige zweite Frauen-Bundesliga einschätzt, weiß Herrmann keine Antwort: "Unser Spiel gegen Hoffenheim war das erste Frauenspiel, das ich gesehen habe", gibt er unumwunden zu. "Da kann ich die Liga schlecht einschätzen. Dennoch: Wenn ich dieses Match gegen einen Bundesligisten als Maßstab nehme, bin ich überzeugt, dass wir gut mithalten können", ist der Eichstätter optimistisch.

Und worauf wird es beim Saisonstart in rund einem Monat ankommen? "Wichtig ist, dass wir topfit sind und einen guten Auftakt erwischen. Ich glaube, dass wir gegen alle drei Auftaktgegner - Eintracht Frankfurt II, Absteiger SV Meppen und SG Andernach - bestehen können, auch wenn wir in der Offensive auf etwas Glück hoffen müssen. Es werden ausgeglichene Partien sein", hofft der Coach, der nicht nur den Klassenerhalt als persönliches Ziel mit den Schanzerinnen nennt: "Eigentlich will ich jedes Spiel gewinnen. Ich will die Mädels dahin entwickeln, dass sie keine Angst zeigen, sondern selbstbewusst auflaufen und sagen: Wir sind der FC Ingolstadt und wir wollen in jeder Partie als Sieger vom Platz gehen. "

 

Von Sabine Kaczynski (Donaukurier)
Zu dem Artikel auf der Homepage des Donaukurier geht es hier.

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