Die Schanzer
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Hoch über Heidenheim thront Schloss Hellenstein. (Foto: Stadt Heidenheim)

Vorletztes Heimspiel 2018: Der 1. FC Heidenheim von der Ostalb reist an

Hier stellen wir euch den kommenden Gegner der Schanzer ausführlich im Portrait vor. Dieses Mal dreht es sich um den 1. FC Heidenheim 1846 aus dem Osten Baden-Württembergs. Fest steht: Mit 26 Punkten auf dem Konto reisen die Brenz-Städter mit breiter Brust nach Ingolstadt. Doch die Hausherren wollen die beiden, verbleibenden Heimspiele gegen den FCH und ein Wochenende später gegen Regensburg unbedingt erfolgreich bestreiten, um ein sportlich schwieriges 2018 zumindest noch versöhnlich enden zu lassen.


Die Mannschaft des HSB von 1987 (Foto: fc-heidenheim.de)

Vereinshistorie
Die Wurzeln des Heidenheimer Vereinsfußball sind bereits 1910 zu finden, als Mitarbeiter der Voith-Werke in der Stadt an der Brenz sich im VfB Heidenheim organisierten. Es begann eine turbulente Historie unter verschiedensten Namen und Ligazugehörigkeiten, die in der aktuellen Form, die gleichzeitig die erfolgreichste in der Heidenheimer Fußballgeschichte ist, gipfelte. Der 1. FC Heidenheim bezieht sich wie alle Sportvereine der Stadt auf das Gründungsjahr 1846. Zwar spielte der Fußball damals weder an der Brenz noch im Rest von Deutschland eine Rolle, dennoch knüpft man so an die lange Historie des Sports in Heidenheim an und will so dessen erfolgreiche Geschichte auch in der Gegenwart würdig vertreten.


Die Abspaltung vom Heidenheimer Sportbund 1846 fand 2007 statt, ehe ein steiler Aufstieg der Ostälbler begann. 2008, also lediglich ein Jahr nach Gründung, gelang der Aufstieg in die Regionalliga und der Einzug in den DFB-Pokal – die Schwaben betraten somit erstmals die große Bühne im Deutschen Fußball. 2009 gelang dann durch den Aufstieg in Liga 3 der endgültige Sprung in den Profifußball. Am 25. Juli bestritt der FCH sein erstes Drittligaspiel gegen den Wuppertaler SV und belegte am Ende einer überragenden Premierensaison mit 59 Punkten den sechsten Tabellenrang.

2011 sorgte die Stadt auf der Ostalb erneut für Furore, als im DFB-Pokal zunächst Bundesligist Werder Bremen mit 2:1 völlig überraschend geschlagen wurde und in der zweiten Runde auch Borussia Mönchengladbach mächtig zittern musste: Erst im Elfmeterschießen setzten sich die Fohlen gegen beherzte Heidenheimer durch. Am Ende der Saison verpasste der FCH mit dem vierten Tabellenplatz den Aufstieg in Liga 2 denkbar knapp, genauso wie 2013, als man das Tableau als 5. abschloss.

Der große Sprung sollte dennoch gelingen: Am 19. April 2014 besiegelte der 1. FC Heidenheim 1846 mit einem 1:1-Unentschieden gegen den SV Elversberg am 35. Spieltag den direkten Aufstieg in Liga 2, nach einem Sieg gegen Unterhaching sogar die Meisterschaft.

Mit der kommenden Spielzeit bestreiten die Heidenheimer nun die fünfte Saison im Unterhaus. In den Jahren zuvor konnte mit Rang 8, 11, 6 und 13 jeweils die Klasse gehalten werden.


Siegtorschütze im ersten Duell mit den Schwaben: Moritz Hartmann (Foto: Bösl/KBUMM)

Bisherige Duelle:
In den bisherigen Aufeinandertreffen zwischen dem FCI und dem FCH konnten unsere Schanzer jedes einzelne Duell für sich entscheiden. Zum ersten Mal in der Drittligasaison 2009/2010, als Moritz Hartmann im Hinspiel auf der Ostalb das 1:0-Siegtor erzielte. In der Rückrunde folgte ein Nervenkrimi auf der Schanz, der die Qualität einen Schicksalsspiels für den FCI hatte: In einer hitzigen Partie nahm sich Steven Ruprecht einem Foulelfmeter zum entscheidenden 4:3 in der Nachspielzeit an und bewahrte somit unserem FC Ingolstadt 04 die Chance auf die Relegation, die mit zwei Siegen gegen Hansa Rostock zum Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga genutzt werden konnte.

In der Saison 2014/2015 waren auch die Heidenheimer im Unterhaus angekommen und wieder wurde es spannend. Im Hinspiel siegte der FCI vor heimischem Publikum 1:0 durch einen Treffer von Lukas Hinterseer. Am 28. Spieltag wiederum war es Pascal Groß, der durch seinen Siegtreffer ein wichtiges Signal in Richtung Aufstieg sendete. Gute Erinnerungen haben die FCI-Fans auch an die Partien der vergangenen Spielzeit - Die Partie in der Hinrunde entschieden die Schanzer mit 3:0 für sich, während beim 2:1-Auswärtssieg ebenfalls wichtige Punkte für die Schanz verbucht wurden.

Stadion:
Der 1. FC Heidenheim 1846 trägt seine Heimspiele in der Voith-Arena aus, die insgesamt 15.000 Zuschauern bei 6.000 Sitzplätzen fasst. Als das Stadion 1971 eröffnet wurde, trug es noch den Namen „Albstadion“ und ab 1972 rollte dort der Ball in der Amateurliga Nordwürttemberg. Nach zahlreichen Aufstiegen, Umbauten und Modernisierungen standen zum Heimspiel gegen unsere Schanzer am 10. April 2015 erstmals alle 15.000 Plätze zur Verfügung. Gelegen auf dem Heidenheimer Schlossberg, unweit von Schloss Hellenstein, ist die Voith-Arena mit 555 Metern über Normalnull das zweithöchstgelegene Stadion im deutschen Profifußball.

Berühmte Persönlichkeiten: Licht und Schatten
Der wohl populärste, wenn auch hoch umstrittene Sohn der Stadt ist Erwin Rommel. Der Wehrmachtsgeneral, der unter dem Namen „Wüstenfuchs“ bekannt wurde, war einer der berühmtesten Militärs des 2. Weltkriegs. Rommel wurde im November 1891 in Heidenheim geboren und beendete sein Leben unweit der Brenzstadt in Herrlingen durch Suizid. Im Gegensatz zu Rommel stellte sich der 1903 geborene Georg Elser alles andere als in den Dienst der Nationalsozialisten: Elser, der mehrere Jahre in Heidenheim lebte und arbeitete, erkannte bereits früh das drohende Unheil und verübte 1939 das gescheiterte Attentat auf Hitler im Münchener Bürgerbräukeller. Er wurde am 9. April 1945 nach fünf Jahren Folter und Haft im KZ Dachau ermordet.


Sinnbild der schwäbischen Seelen: Die "Knöpfleswäscherin". (Foto: Stadt Heidenheim)

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