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Marcel Gaus zu Besuch bei "Willkommen im Fußball"

Gaus: „Es ist so einfach als Fußballer, Menschen glücklich zu machen!“

Aus dem Rheinland über die Pfalz nach Oberbayern: Dieses Mal stellen wir euch unseren Außenbahnspieler Marcel Gaus vor, eine selbsternannte rheinische Frohnatur, die der neuen Heimat Einiges abgewinnen kann. Wir trafen ihn beim Training von „Willkommen im Fußball“, bei dem Flüchtlinge jede Woche die Möglichkeit haben, unter der Leitung des Schanzer Nachwuchsleistungszentrum einfach nur zu kicken und sprachen mit ihm über seine Wurzeln, den Weg auf die Schanz und Dankbarkeit.



fci.de:
Du bist gebürtiger Düsseldorfer. Was verbindest du mit deiner Heimat?

Marcel Gaus: Auf jeden Fall Lebensfreude und Offenherzigkeit! Wir tragen unsere Gedanken immer auf der Zunge, sind kommunikativ, begeisterungsfähig und immer offen für Neues. Dazu kommt natürlich die berühmte fünfte Jahreszeit, die wahrscheinlich in Bayern nur mit der Münchener Wiesn vergleichbar ist. Der Karneval ist einfach Kultur, Tradition und Geschichte, auf die wir sehr stolz sind.

fci.de: Also ist der Karneval für dich Pflichtprogramm?

Gaus: Im Herzen bin ich in der fünften Jahreszeit ganz klar beim Karneval aber ein Besuch lässt sich meistens nicht umsetzen. Der Spielplan lässt es kaum zu, aber der Fußball ist natürlich wichtiger! Generell zum Karneval: Man muss es schon mögen, denn Musik und Humor sind sicher nicht für jeden was.

fci.de: Warst du selbst schon auf der Wiesn? Wie groß war der Kulturschock?

Gaus: Ja, ich war schon auf der Wiesn und mir gefällt es echt gut. Das ist etwas ganz anderes als der Karneval, aber kein Kulturshock. Ich mag Volksfeste sehr gerne und hier in Bayern haben sie wirklich einen sehr besonderen Scharm. Es ist ein tolles Aufeinandertreffen vieler Menschen unterschiedlichster Kulturen, die einfach nur eine gute Zeit miteinander haben.

fci.de: Thema Kultur: Welches Klischees hattest von deinen bisherigen Stationen und natürlich von Ingolstadt im tiefsten Bayern?

Gaus: Eigentlich habe ich mich da immer an den positiven orientiert. Natürlich gab es in Kaiserslautern die Weinstraße, aber da hatte ich als Fußballer nicht viel davon. Trotzdem waren wir als Team auch mal auf Weinfesten. Von den Bayern hat man das Klischee, dass sie sehr stolz auf sich und ihre Heimat sind, womit sie auch Recht haben. Es wirkt alles sehr geordnet. Ich durfte hier sehr offene und selbstbewusste Menschen kennenlernen, die ich zu schätzen weiß.



fci.de: Was wusstest du über Ingolstadt, bevor du zum FCI gekommen bist?

Gaus: Ehrlich gesagt nicht so viel. Ich kannte die Schanzer, weil ich den sportlichen Weg verfolgt habe. Über die Stadt leider nicht viel, außer, dass Audi hier ansässig ist. Als wir hierhergekommen sind, waren wir völlig positiv überrascht. Die Stadt und das Lebensgefühl sind spitze – die Bars, die Kaffees, die alten Gebäude – das findet man sicher nicht überall! Dazu die Donau und die Geschichte Ingolstadts, die man an jeder Ecke spüren kann – hier fühle ich mich wohl.

fci.de: Bist du auch schon in der Region herumgekommen?

Gaus: Wir leben in Geisenfeld, also gar nicht direkt in Ingolstadt. Es ist wunderschön, weil es viele Seen und eine tolle Natur drum herum gibt. Das ist schon ein ganz ordentliches Stück Lebensqualität, zumal ich kein Großstadtleben brauche. Und sollte mir danach sein, dann ist weder München noch Nürnberg weit.

fci.de: Dennoch ist die Mentalität sicher eine andere für dich als Rheinländer, oder?

Gaus: Alle Leute, die ich bisher im Verein und im Umfeld kennen lernen durfte, waren sehr freundlich und positiv mir gegenüber. Ich hörte, dass die Bayern durchaus verschlossen sein können, vor allem für mich als rheinische Frohnatur. Aber ich habe diese Erfahrung noch nicht gemacht und deshalb erzähle ich auch jedem, dass manche Klischees über die Bayern eben nicht stimmen.



fci.de: Wir sind hier in einer Grundschulsporthalle – welche Erinnerungen hast du an den Schulsport?

Gaus: Ich mochte den Schulsport sehr gerne, weil ich immer gute Noten bekommen habe. Klar wurde viel Fußball gespielt, aber in der Oberstufe kamen dann noch ganz viele andere Sportparten dazu, für die ich irgendwie zumindest ein kleines Talent hatte. Ich bin insgesamt sportbegeistert, vor allem von Ballsportarten. In meiner Freizeit bzw. in der Saisonpause spiele ich zur Abwechslung auch gerne Tennis, Squash oder Badminton.

fci.de: Wann fiel für dich die Entscheidung, dass du Fußballprofi werden willst?

Gaus: Tatsächlich sehr spät! Ich bin erst im zweiten A-Jugend-Jahr zu Fortuna Düsseldorf gekommen und durfte dort ein Jahr in der A-Jugend-Bundesliga spielen. Damit konnte ich mich für die erste und zweite Mannschaft empfehlen, aber trotzdem stand für mich noch die Schule im Vordergrund, weil ich unbedingt erstmal mein Abitur fertig machen wollte. Danach durfte ich mit den Profis trainieren und habe auch meinen Profivertrag bekommen. Zu Beginn habe ich noch ein Fernstudium nebenher gemacht.

fci.de: Stichwort Studium - Was hättest du gemacht, wenn du nicht Profi geworden wärst?

Gaus: Schwer zu sagen. Vielleicht wäre ich zur Polizei gegangen, weil ich den Mix sehr gut finde zwischen körperlicher Arbeit und Kontakt mit Menschen. Vielleicht gehe ich nach meinem Karriereende nochmal studieren, allerdings kann ich mir da viele Richtungen vorstellen. Ob es dann noch mit Fußball zu tun hat, weiß ich allerdings nicht.



fci.de: Im Aufstiegsjahr der Schanzer hattest auch du mit dem 1. FC Kaiserslautern noch am letzten Spieltag die Möglichkeit, gegen den FCI die Relegation zu erreichen. Welche Erinnerungen sind daran geblieben?

Gaus: Es war sehr bitter für mich, denn ich war die komplette Rückrunde verletzt und konnte nicht eingreifen. Wir hätten zwar mit sehr viel Glück am letzten Spieltag noch auf den Relegationsrang springen können, allerdings hätten dann die Konkurrenten verlieren und wir gewinnen müssen. Einen möglichen Aufstieg haben wir leider schon viel früher verspielt gegen einfachere Gegner als die Schanzer.

fci.de: Heute sind wir zu Gast bei der Aktion „Willkommen im Fußball“ – hast du in der Vergangenheit schon an sozialen Programmen teilgenommen?

Gaus: Natürlich hatten wir in Düsseldorf und Kaiserslautern auch soziale Projekte, allerdings ist „Willkommen im Fußball“ wirklich etwas Besonderes. Mit der Fortuna waren wir einmal im Jahr im Kinderhospiz, was einem vor Augen führt, wie dankbar man sein sollte, dass es einem selbst so gut geht. Auch in Kaiserslautern war ich aktiv, dort haben wir gemeinsame Projekte mit der Lebenshilfe gemacht. Das sind Erfahrungen, die man normalerweise nicht machen würde und die wirklich das Herz berühren, weil sich die Menschen offen und ehrlich darüber freuen, dass wir uns gerne Zeit für sie nehmen. Wir sind Fußballer und es ist für uns so ein geringer Aufwand, Menschen glücklich zu machen. Deshalb sollten wir das auch tun, wenn wir können.

fci.de: Was hältst du von der Idee „Integration durch Fußball“?

Gaus: Fußball ist eine absolute Universalsprache und kann ein sehr wichtiges Bindeglied sein. Integration kann auf dem Bolzplatz so einfach gelingen! Ich bin in Düsseldorf aufgewachsen und da war es ega,l ob in der Grundschule oder im Verein – ich habe immer mit vielen Ausländern zusammen gespielt. Für mich hat da nie ein Unterschied bestanden, zumal ich es nie anders gekannt habe. Du bist ein Team und darum geht es. Es gibt was das anbelangt keine Unterschiede zwischen Menschen, die den Fußball lieben. Wir dürfen sehr glücklich sein, in einem verhältnismäßig sorgenfreien Land zu leben.

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