Die Schanzer
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Max Thalhammer, im Hintergrund das Kreuztor, ein Wahrzeichen Ingolstadts (Foto: Brieger).

"Viele Bereiche, in denen ich mich verbessern kann"

Vom Jungschanzer zum echten Schanzer: Max Thalhammer ist der Schritt aus dem Nachwuchsleistungszentrum in den Profikader gelungen und mittlerweile blickt er bereits auf drei Einsätze an der Seite von Marvin Matip und Co. zurück. Damit hat er aus FCI-Sicht Historisches geschafft, doch der gebürtige Freisinger bleibt – typisch für ihn – ganz entspannt und ruhig. Wir haben uns mit dem 20-Jährigen über diese spannende Zeit unterhalten und dabei unter anderem erfahren, dass es mit dem Wechsel zum FCI einst erst kurz vor knapp geklappt hat. Viel Spaß beim Blick hinter die Schanz!

fci.de: Servus, Max! Du bist der erste Jungschanzer, der beim FC Ingolstadt 04 den Durchbruch schaffte und als Profi debütieren durfte. Eine besondere Ehre für dich?

Max Thalhammer: Auf jeden Fall! Für mich persönlich war es einfach ein unglaubliches Gefühl, das ich damals auch noch von Beginn an auf dem Platz stehen durfte. Dass ich dann auch noch der erste Spieler aus dem NLZ bin, dem dieser Sprung so gelungen ist, macht es natürlich umso schöner und zu etwas ganz Besonderem.

fci.de: Du kamst als jüngerer U 19-Jahrgang 2014 nach Ingolstadt. Uns ist zu Ohren gekommen, dass du eigentlich schon deutlich früher zum FCI hättest wechseln können, dich aber zunächst dagegen entschieden hast. Stimmt das?

Thalhammer: Ja, das ist richtig. Es gab schon länger Kontakt, damals habe ich mich aber einfach noch nicht bereit gefühlt. Ich wollte mir noch etwas Zeit geben, meinen Schulabschluss sauber über die Bühne bringen und habe noch in Freising gewohnt, von wo aus sehr oft Pendeln angesagt gewesen wäre. Alles unter einen Hut zu bekommen ist wirklich nicht leicht, doch ab der U 19 war ich dann soweit und habe mir gesagt: ‚Jetzt musst du es einfach probieren!‘. So wie jetzt alles gelaufen ist, bereue ich den Weg nicht, sondern bin überglücklich, dass alles geklappt hat.

fci.de: Am Ende warst es dann sogar du selbst, der sich kurz vor der Wechselfrist nochmals bei den FCI-Verantwortlichen gemeldet hat, oder?

Thalhammer: Genau. Wir haben uns darauf geeinigt, dass wir in Kontakt bleiben und ich habe dann nochmal angerufen – wenn auch relativ spät (grinst). Ich wollte es unbedingt versuchen und bin wirklich sehr froh, wie es dann gelaufen ist.


Max Thalhammer posiert am Kreuztor (Foto: Brieger).

fci.de: Du hast zuvor schon erwähnt, dass du ein Freisinger bist. Was verbindest du mit deiner Heimat?

Thalhammer: Vor allem natürlich Freunde und Familie. Ich kenne ehrlich gesagt fast nichts anderes und bin seit jeher ein Freisinger. Bis zu meinem Wechsel zum FCI habe ich dort auch noch Fußball gespielt. Es ist und bleibt meine Heimat, dort fühle ich mich wohl. Dass Ingolstadt sehr nahe und ebenfalls noch in Oberbayern liegt kommt mir da entgegen, denn im Endeffekt gibt es gar nicht so viele Unterschiede bezüglich Lebensqualität und Mentalität, wenn man die beiden Städte vergleicht.

fci.de: Wann bist du dann nach Ingolstadt gezogen und wie hast du dich hier zurechtgefunden?

Thalhammer: Das war in meinem zweiten Jahr in der U 19. Zunächst bin ich noch mit einem Shuttle gependelt, doch dann habe ich mit meinem Teamkollegen Thorsten Nicklas, der aktuell in der U 21 spielt, eine WG gegründet. Die WG hat noch bis heute Bestand – auch, wenn wir uns ehrlich gesagt gar nicht so oft sehen oder jeden Tag etwas zusammen unternehmen, weil wir meist unterwegs oder bei den Freundinnen sind.

fci.de: Wer von euch beiden ist denn der sauberere Mitbewohner?

Thalhammer: Da nehmen wir uns nichts. Wir sind beide ordentlich, brauchen auch keinen Putzplan oder dergleichen. Da wir nicht so häufig vor Ort sind, entsteht auch kaum Müll. Den Rest bekommen wir zu zweit ganz gut hin!

fci.de: Mit deinem Mitbewohner hast du ein Jahr in der U 21 gespielt, wo du auch gerade während der Hinrunde noch ab und an Einsatzzeiten hattest. Wie wichtig war das Jahr in der U 21 nach der U 19 für deine Entwicklung?

Thalhammer: Sehr wichtig! Dieses Jahr hat definitiv nicht geschadet, man gewöhnt sich an die Härte und die Körperlichkeit. Da ist der Unterschied zum Jugendfußball schon gravierend. Man spielt dort gegen gestandene Seniorenteams, aktuell ja sogar gegen den TSV 1860 München, das bringt jeden jungen Fußballer weiter.


"Gerüstet" für eine Karriere im Profifußball: Max Thalhammer (Foto: Brieger).

fci.de: Wie groß war dann der nächste Sprung zu den Profis?

Thalhammer: Das merkt man dann vor allem an der individuellen Klasse, der einzelnen Spieler. Damit geht dann gerade das Spieltempo einher, das wirklich brutal hoch ist. Die Umstellung ist definitiv nicht leicht und ich muss noch sehr viel lernen, um dieses Niveau irgendwann zu erreichen und konstant zu halten. Jetzt bin ich aber erstmal froh, dass es überhaupt geklappt hat und sauge jetzt einfach alles auf.

fci.de: Du schaut gerne Serien in deiner Freizeit. Hättest du einen Tipp für uns?

Thalhammer: Ich schaue schon viele Serien und ganz gerne die Klassiker „Game of Thrones“ oder „Suits“, auch wenn da gerade nichts Aktuelles läuft. Als Geheimtipp, wenn man es denn so nennen will, könnte ich „Designated Survivor“ empfehlen, das geht in die Richtung von „House of Cards“.

fci.de: Und wie steht es mit Musik? Im Stadion hast du immer Kopfhörer auf, was läuft da bei dir?

Thalhammer: Das ist ganz unterschiedlich. Auf dem Weg zum Spiel aber immer etwas, das mich motiviert. Ich bin allerdings niemand der nur eine Musikrichtung hört, sondern eigentlich so ziemlich alle Genres.

fci.de: Natürlich zockst du auch den Fußball-Klassiker auf der Konsole, FIFA. Bei FIFA 18 hat man dir den Gesamtwert 58 verpasst. Viel zu niedrig angesetzt, oder? Wo wurdest du zu schlecht bewertet?

Thalhammer: Bei jungen Spielern sind die Werte ja immer recht niedrig. Ich habe ja auch erst vor kurzem debütiert. Vielleicht sind die Werte beim nächsten Teil der Reihe ja schon etwas besser. Ich finde gerade im Bereich Schnelligkeit könnten sie den Wert etwas nach oben korrigieren, da geht noch mehr (lacht).

fci.de: Zurück zur Realität im Profigeschäft: Als junger Spieler ist sicher nicht ganz leicht den Anschluss im Team zu finden. War oder ist das für dich ein Problem?

Thalhammer: Natürlich ist man am Anfang noch zurückhaltend und ich bin ohnehin ein eher ruhiger Typ. Man geht mit Demut und Respekt an die Sache ran, doch ich muss ganz ehrlich sagen, dass es zu keinem Zeitpunkt problematisch war. Im Gegenteil: Das Miteinander in der Mannschaft ist einzigartig und ich bin klasse aufgenommen worden. Es gibt keinen einzigen Spieler, der nur an sich denkt und sich egoistisch gibt. Alle kommen top miteinander aus und unterstützen sich, wann immer es geht.

fci.de: Von wem kannst du dir im Team noch einiges abschauen und hast du allgemein Vorbilder?

Thalhammer: Eigentlich von allen Spielern auf meiner Position im zentralen Mittelfeld, ich kann in jedem Training unheimlich viel von den Jungs lernen. Ein konkretes Vorbild habe ich eigentlich nicht, früher am ehesten noch Iniesta vom FC Barcelona, aber momentan lerne ich vor allem von meinen Teamkollegen.

fci.de: Wenn du dir Fähigkeiten deiner Mitspieler aussuchen dürftest, die du gerne hättest, welche wären das?

Thalhammer: Von Almog Cohen würde ich seine Mentalität und seinen Willen nehmen, von Christian Träsch die Passsicherheit und Spielintelligenz und von Alfredo Morales kann ich mir technisch einiges abschauen. Auch wenn er jetzt nicht mehr hier ist, würde ich noch die Kopfballstärke von Mathew Leckie nehmen, es ist einfach unglaublich, über wie viel Sprungkraft er verfügt. Gerade im Kopfballspiel muss ich mich noch deutlich verbessern.


Max Thalhammer zieht mit dem linken Fuß ab (Foto: Bösl / KBUMM).

fci.de: Denkst du, dass es für junge Spieler beim FC Ingolstadt 04 einfacher ist, sich zu entwickeln und den Schritt zum Profi zu schaffen?

Thalhammer: Ich weiß nicht, ob es einfacher ist. Die Gegebenheiten und Voraussetzungen hier im Verein sind aber auf jeden Fall überragend. Im NLZ wird toll gearbeitet, es gibt viele gute Trainer und auch die Infrastruktur ist top. Der FCI ist ein junger, bodenständiger und familiärer Verein, der noch viel vorhat. Der Kontakt zwischen Profis und Nachwuchs ist sehr eng, davon kann man nur profitieren. Ich bin ziemlich sicher, dass ich nicht der letzte sein werde, der den Sprung in den Profikader schafft.

fci.de: So ist es: Der Sprung ist geschafft. Was soll jetzt in den nächsten Monaten kommen? Hast du dir etwas Konkretes vorgenommen?

Thalhammer: Grundsätzlich will ich so viele Einsatzminuten wie möglich sammeln und mich auf diesem Niveau etablieren. Die Schanzer haben schon zwei Jahre lang in der Bundesliga gespielt, es wäre überragend, wenn ich das mit dem Verein irgendwann noch einmal miterleben dürfte. Davon abgesehen gibt es für mich persönlich aber noch viele Bereiche, in denen ich mich verbessern kann, daran will ich kontinuierlich arbeiten. Nebenbei hoffe ich, dass es mit dem Studium weiter so klappt und dann bin ich schon mehr als zufrieden.

fci.de: Vielen Dank, Max!

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