Paulsen: „Darf nicht unsere Lösung für alles sein“

Björn Paulsen gibt sich vor dem Duell gegen Wiesbaden optimistisch, betont aber auch deutlich, woran die Schanzer noch arbeiten müssen. (Foto: Bösl / KBUMM)

Paulsen: „Darf nicht unsere Lösung für alles sein“

Klare Worte und ein skurriler Moment: Wir haben uns mit Björn Paulsen über das „verpasste“ Traumtor von Thomas Keller, die Lehren aus dem Türkgücü-Spiel und den kommenden Gegner aus Wiesbaden unterhalten. Unser „Wikinger“ gibt dabei ein paar sehr interessante Einblicke – viel Spaß beim Lesen!

Servus, Björn! Bevor wir in die Analyse der vergangenen Partie gehen und danach einen Ausblick wagen, eine Frage: Kann es sein, dass du das Traumtor von Thomas Keller gar nicht gesehen hast, weil du dachtest der geht daneben?

Björn Paulsen: „Ja, verdammt! Ich habe neben der Mauer ein wenig die Sicht des Keepers behindert und einen Block gestellt. Dann läuft Thomas an und hämmert den Ball gefühlt vier Meter über mich hinweg, da dachte ich mir: ‚Okay, das war nix. Ab nach hinten.‘ Ich renne also los, aber auf einmal brüllt Thomas und jubelt los, plötzlich jubeln alle und ich habe mich gar nicht mehr ausgekannt. Dann schaue ich nach hinten und das Ding liegt im Netz. Ich habe es dann später gesehen und die Flugkurve ist schon irre – ein seltsamer, aber schöner Moment.“

Was vielleicht auch nicht alle gesehen haben, ist, dass du beim Gegentor ganz unglücklich wegrutschst. Was war passiert?

Paulsen: „Mein erster Gedanke war ‚Abseits‘, was es aber eindeutig nicht war. Da brauche ich einen Moment und in der Drehung trifft mich Sliskovic leicht an der Hacke und ich treffe mich dann selbst am Fuß. Es ging sehr schnell, aber es schaut natürlich unglücklich aus. Ob das dann ein Foul ist, weiß ich nicht und es ist auch nicht mehr wichtig. In erster Linie war es einfach ärgerlich, dass ich hinten nicht mehr da sein konnte und ‚mein Mann‘ das Tor macht.“

Wie bewertest du das 1:1 gegen Türkgücü?

Paulsen: „Am Ende hätten beide das Ding gewinnen können, wie es so häufig der Fall in dieser Liga ist. Es ist ein faires Ergebnis, Bunti hält uns super im Spiel, wir vergeben auf der anderen Seite die vielleicht größte Chance. Unterm Strich wissen wir trotzdem, dass wir mehr können und dass wir nicht zufrieden mit unserer spielerischen Leistung sein dürfen.“

Was meinst du damit?

Paulsen: „Es geht für uns darum, mehr Fußball zu spielen. Den Ball laufen zu lassen, ruhiger aufzubauen, uns gegenseitig dabei noch mehr zu unterstützen und Räume zu öffnen. Ich weiß, dass wir das können, aber wir müssen uns selbst einfach mehr Optionen ermöglichen und kompakter in beide Richtungen agieren. Der lange Ball auf Kutsche ist gefährlich, das ist und bleibt fast immer eine Waffe, die wir einsetzen werden. Es darf nur nicht unsere Lösung für alles sein. Daran arbeiten wir intensiv, das kann ich versichern – die Fans erwarten das von uns, genau wie wir selbst.“

Blick nach vorne: Es geht am Freitag gegen Wehen-Wiesbaden. Und da war ja was in der Vergangenheit…

Paulsen: „Ja, einer der schlimmsten Tage meines Lebens. Wir hatten damals in der Relegation einen starken Auftritt im Hinspiel, doch im Rückspiel haben sie uns einfach den Schneid abgekauft und wir konnten den Abstieg nicht verhindern, auch wenn es ein sehr unglücklicher war. Aber hey, das war mal. Es hat sich seitdem sehr viel getan. Sie sind immer noch richtig gut, aber wir sind auf jeden Fall darüber hinweg und haben große Lust auf dieses Flutlichtspiel. Wiesbaden kommt als Zweitliga-Absteiger und sie wollen sicher beweisen, dass sie nicht hierhergehören. Mal schauen, was am Ende passiert.“