Präventionsprojekt zur Gesundheitsförderung: Startschuss für den „Schanzer Pluspunkt“

Freut sich bereits auf zielführende und nachhaltige Veranstaltungen rund um den „Schanzer Pluspunkt“: FCI-Geschäftsführer Manuel Sternisa (Foto: Bösl / KBUMM).

Präventionsprojekt zur Gesundheitsförderung: Startschuss für den „Schanzer Pluspunkt“

Fußball und Forschung – zwei völlig unterschiedliche Welten. Oder?

Teresa Loichen sieht das anders. „Wenn man genauer hinsieht, haben die beiden Bereiche sogar sehr viel gemeinsam“, sagt die Sozialpädagogin schmunzelnd. „In beiden geht es darum, Leistung zu bringen, an und manchmal auch über Grenzen zu gehen. Sowohl eine Vorlesung als auch ein Fußballspiel kann gähnend langweilig sein oder uns begeistern und mitreißen!“ Darum hat die wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Sozialpädagogik der KU Eichstätt auch sofort zugesagt, als sie vor über einem Jahr eine Anfrage der Schanzer erreichte: „Der FCI kam auf den Lehrstuhl zu mit dem Anliegen, ein Präventionsprojekt zur Gesundheitsförderung aufzubauen“, erinnert sie sich. Der Lehrstuhl hatte bereits seit Jahren eine Kooperation mit dem Gesundheitsnetzwerk Leben, während der FCI schon lange mit der Audi BKK verbunden ist. Da lag es nahe, sich zusammenzutun. Vier Projektpartner – ein Team. Vier unterschiedliche Perspektiven – eine Vision: Know-how zur Gesundheitsprävention soll für alle zugänglich und anwendbar sein.

Gesagt, getan: Loichen machte sich an die Arbeit, um ein Konzept zu entwickeln. Und so entstand aus einer Idee ein Projekt: Der „Schanzer Pluspunkt“. Dazu sind bis ins Frühjahr 2022 sechs Infotainment-Veranstaltungen zu den Themen Sucht, Frauengesundheit, Suizidprävention, Herz-Kreislauf, Ernährung und Work-Life-Balance geplant. Ziel der Events ist es, Erkenntnisse aus Theorie und Praxis so zu übersetzen, dass die Besucher sie für sich optimal anwenden können. Es wird beispielsweise die Möglichkeit geben, Trainingsmethoden direkt vor Ort auszuprobieren und sich mit Experten über die ganz persönlichen Bedürfnisse auszutauschen. Unterstützt wird der Schanzer Pluspunkt durch die Förderinitiative „Innovative Hochschule“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Land Bayern in Form des Innovationsfonds des Teilprojekts „Mensch in Bewegung“ an der KU.

Die Schirmherrschaft für das Projekt hat der bayerische Gesundheitsminister, Klaus Holetschek, übernommen. Eines liegt Loichen ganz besonders am Herzen: „Der Mensch soll im Mittelpunkt stehen – mit Leib und Seele. Dabei geht es um ein umfassenderes Verständnis, denn Gesundheit ist mehr als körperliche Fitness oder schmerzfrei zu sein“, erklärt sie. Die Veranstaltungen sind kostenlos, prinzipiell sind alle Interessierten eingeladen: „Allerdings haben wir uns auf konkrete Herausforderungen fokussiert. Zum Beispiel sprechen wir bei unserer Veranstaltung zur Suchtprävention speziell Jugendliche an, beim Thema Herz-Kreislauf in besonderer Weise Menschen ab 50“, ergänzt sie. Die erste Veranstaltung muss aufgrund der Pandemie online stattfinden, die Übrigen sind jedoch vorerst als Präsenz-Events geplant.

Seit über einem Jahr sind FCI, Audi BKK, Gesundheitsnetzwerk Leben und KU nun schon gemeinsam auf dem Weg. Anfangs, gibt Loichen lachend zu, sei es gar nicht so einfach gewesen, eine gemeinsame Sprache zu finden: „In der Wissenschafts- und Fußballbranche werden unterschiedliche Fachsprachen gesprochen. Aber das ist ein Punkt, der den Schanzer Pluspunkt besonders spannend macht: Eine gemeinsame Basis für ganz unterschiedliche Welten zu finden, sich auf den anderen einzulassen, die Perspektive zu wechseln, ein Team zu bilden – für unser gemeinsames Vorhaben – und dabei unglaublich viel voneinander zu lernen.“

Diese perspektivenreiche Basis will das Projektteam nun mit den Events in die Region hineintragen – und dabei nicht aufhören, immer wieder neue Sprachen zu lernen. Wir freuen uns auf das gemeinsame Projekt!