Schanzer vor heißem Pokalfight in Frankfurt

Stefan Lex und seine Schanzer Teamkollegen erwartet in der Commerzbank Arena eine schwere Aufgabe. (Foto: Bösl/KBUMM)

Schanzer vor heißem Pokalfight in Frankfurt

K.O.-Spiel, Flutlicht und mindestens 90 Minuten Spannung: Der DFB-Pokal ist immer etwas Besonderes – da sind sich Niko Kovac und Markus Kauczinski vor der Partie der SG Eintracht Frankfurt gegen den FC Ingolstadt 04 einig. Wenn am Dienstagabend um 20.45 Uhr jedoch der Anpfiff zur zweiten Hauptrunde ertönt, gibt es für beide Mannschaften nur noch ein Ziel: Weiterkommen – um jeden Preis! Der Rahmen ist diesmal allerdings etwas kurioser als sonst, doch Kauczinski und seine Schanzer werden sich davon nicht beirren lassen, schließlich „haben wir etwas gut zu machen“.
Rückblick

Der Chef-Coach des FCI spielt dabei vor allem auf die 0:2-Heimniederlage gegen die Frankfurter an, bei der Abraham und Oczipka mit ihren Treffern nach Standardsituationen erfolgreich waren. Es war der erste Sieg der Hessen gegen die Oberbayern und sollte die Bilanz damit ausgleichen (Ein Sieg, eine Niederlage, drei Remis). Da der DFB-Pokal aber nicht nur im übertragenen Sinne seine „eigenen Gesetze“ hat, wird es am späten Dienstagabend definitiv einen Sieger geben – möglicherweise erst nach dem Elfmeterschießen. Bevor es so weit kommt, wollen die beiden Teams aber versuchen, die Partie in der regulären Spielzeit für sich zu entschieden. Den Gastgebern vom Main gelang dies in der Liga zuletzt souverän mit einem 3:0 gegen den HSV. Die Schanzer erzielten im Heimspiel gegen den BVB zwar ebenfalls drei Treffer, doch die Schwarz-Gelben glichen in letzter Minute aus. Die gute Leistung gegen Dortmund will man nun im Pokal bestätigen und „wieder mit so einer Leidenschaft gegen eine Top-Mannschaft spielen“, so Kauczinski in der Pressekonferenz vor der Partie. Auch zur Liga-Partie äußerte sich der gebürtige Gelsenkirchener noch kurz: „Man kann das nicht wirklich vergleichen. Das wird ein ganz anderes Spiel. Wir haben noch etwas gut zu machen und freuen uns schon sehr auf diese Gelegenheit!“

Pokalwettbewerb

Pokal-Spiele seien „immer anders“ und „etwas Besonderes“, so die beiden Trainer der heutigen Kontrahenten im Vorfeld. Frankfurt-Coach Kovac bewertet den Wettbewerb wie folgt: „Der DFB-Pokal hat immer einen großen Stellenwert. Man kann mit wenigen Spielen viel erreichen!“ Kauczinski schlägt in dieselbe Kerbe und fügt an: „Der Pokal kann schön sein. Wir haben schon in Aue einen heißen Kampf hingelegt.“ Sowohl die Eintracht (gegen Magdeburg), als auch der FC Ingolstadt 04 setzte sich in ihrer vorherigen Pokal-Partie im Elfmeterschießen durch. In jüngerer Vergangenheit waren die Schanzer in Runde Eins allerdings weniger erfolgreich: Zweimal in Folge schied man in der aus. Vor etwa drei Jahren stand der FCI allerdings im Achtelfinale (1:2 gegen Wolfsburg), dorthin wollen Kapitän Marvin Matip & Co. auch in dieser Spielzeit wieder!

Personal und Rotation

Verzichten muss Chef-Trainer Kauczinski bei diesem Vorhaben in jedem Fall auf Robert Leipertz und Alfredo Morales. Während Leipertz voraussichtlich Mitte der Woche wieder ins Training einsteigen wird, fällt Morales mit einer Bänderzerrung im Knie etwa drei bis vier Wochen aus. Ansonsten stehen Kauczinski alle Mann zur Verfügung – insbesondere Sonny Kittel darf auf seinen ersten Pflichtspiel-Kurzeinsatz hoffen. Der gebürtige Gießener spielte seit seinem sechsten Lebensjahr für die Eintracht, wechselte in diesem Sommer aber auf die Schanz und gibt sich selbstbewusst: „Heute geht’s ums Weiterkommen. Ich komme mit der Einstellung nach Frankfurt, dort gewinnen zu wollen und bin bereit, eingesetzt zu werden – auf jeden Fall als Joker!“  
Neben Kittels möglichem Debüt gibt es für den Schanzer Chefcoach noch einige weitere Optionen. „Wir werden Veränderungen vornehmen“, stellte der 46-Jährige im Hinblick auf eine mögliche Rotation klar. Auch wenn der Pokal etwas Besonderes sei, werde man im Hinblick auf drei Partien in sieben Tagen „die Kräfte verteilen“ und einigen Spielern die Chance geben, sich zu zeigen.

Aus dem gegnerischen Lager

Trainerkollege Niko Kovac in Diensten der Frankfurter kündigte im Vorfeld der Partie Ähnliches an: "Wir erwarten morgen ein sehr schweres Spiel und werden im Vergleich zum letzten Mal das eine oder andere verändern." Das Pokalspiel solle der Grundstein für eine erfolgreiche zweite Hälfte der Hinrunde werden, doch man sei vor dem Aufeinandertreffen gegen die Schanzer gewarnt: „Drei Treffer gegen den BVB haben nicht viele geschafft!“ Beim Unterfangen, möglichst kein Gegentor zu kassieren, wird der Eintracht Abwehrspieler Michael Hector fehlen. Er sah im Spiel gegen Magdeburg in der ersten Runde des DFB-Pokals die Gelb-Rote Karte.

Ausblick und rund um die Partie

Geleitet wird die Partie von Harm Osmers. Ihm assistieren Florian Heft und Thomas Gorniak. Vierter Offizieller ist Alexander Sather. Gut 300 Fans aus Ingolstadt werden mit vor Ort sein und unsere Schanzer antreiben. Allerdings in einer etwas ungewohnten Atmosphäre: Aufgrund von „Vorkommnissen“ im Rahmen des Frankfurter Pokalspiels in Magdeburg findet die Partie vor insgesamt nur 6.127 Zuschauern statt. Markus Kauczinski und seine Schanzer gehen jedoch unabhängig von den äußeren Umständen mit Vorfreude in die Partie: „Wir haben richtig Bock auf das Spiel, wollen da weitermachen, wo wir gegen Dortmund aufgehört haben. Nur wenn wir wieder so mutig und leidenschaftlich agieren, haben wir die Chance, eine Runde weiterzukommen!“