Die Frauen des FC Ingolstadt 04 haben den negativen Ergebnistrend eindrucksvoll gestoppt: Nach zuvor drei Ligapleiten in Serie landeten die Schanzerinnen am Sonntag mit dem 5:1 (2:1)-Sieg beim FC Bayern München II einen Befreiungsschlag, der sie in der Tabelle auf den neunten Platz klettern ließ. Aber noch viel wichtiger: Der Abstand zu den Abstiegsrängen beträgt nun wieder beachtliche sieben Zähler.
Im Vergleich zur Vorwoche änderte FCI-Chefcoach Benjamin Stolte seine Startelf auf zwei Positionen: Für Anna-Lena Daum und Annika Kömm rückten Franziska Maier und Teresa Frizberg ins Team. Die ersten frühen Annäherungen ans Tor hatten die Gäste dann durch Melissa Strobel, die allerdings etwas zu hoch zielte (2. Minute), und Stefanie Reischmann (4.). Beide Mannschaften waren anfangs darauf bedacht, keinen frühen Gegentreffer zu kassieren, dementsprechend gab es wenig nennenswerte Aktionen. Die Offensivspielerinnen blieben immer wieder an den beiderseits gut organisierten Abwehrreihen hängen oder die Keeperinnen griffen ein – wie Maier nach einer Ecke von Maria Plattner (19.). Im Gegenzug rettete – ebenfalls nach einer Ecke – Laura Dafinger für die bereits geschlagene Bayern-Schlussfrau Sophie Klein auf der Linie (22.). Insgesamt blieb es zunächst eine Partie ohne große Höhepunkte – bis zur schwarz-roten Führung: Ein weiter Schlag von Maier landete bei Emma Kusch, die sich durch die Abwehr tankte und mit einem Schuss FCB-Keeperin Klein überwand (26.). Keine zwei Minuten später hätte Elira Terakaj nach Zuspiel von Sarah Ernst völlig freistehend den Ausgleich erzielen müssen, doch verzog deutlich (28.). Anschließend nahm die Partie Fahrt auf: Erst scheiterte Frizberg nach einer Flanke von Reischmann nur knapp (33.), dann eroberte Kusch die Kugel im Strafraum der Gäste, legte ab auf Jenny Beyer, die das 2:0 für die Schanzerinnen erzielte (36.). Eine Schrecksekunde für den FCI gab es noch, als Plattner Melina Hoffmanns Flanke an die Querlatte donnerte (44.).
Die erste Chance im zweiten Durchgang ergab sich durch einen Fehler von FCB-Torwärtin Klein, deren Abschlag direkt bei Beyer landete, die jedoch die Chance nicht nutzen konnte (53.). Dann wurde Reischmann hinter der Strafraumgrenze gefoult und die Unparteiische zeigte auf den Punkt: Anna-Lena Fritz trat an und versenkte die Kugel ins Bayern-Tor (57.). Zwei Zeigerumdrehungen später die nächste gut herausgespielte Möglichkeit für den FCI: Nina Penzkofer bediente Leonie Hein, die allein aufs Bayern-Tor zusteuerte, aber knapp am Kasten vorbeischoss (60.). Von der U20 der Münchnerinnen war im zweiten Abschnitt nichts mehr zu sehen, die Donaustädterinnen hatten das Duell und den Gegner im Griff. Dann wurde es ruppig: Greta Hünten trat Penzkofer von hinten um und sah dafür die Rote Karte (67.). Kurz darauf scheiterte erst Reischmann knapp an Keeperin Klein (68.), im Anschluss vergab Penzkofer per Kopf (69.). Dann der nächste Platzverweis: Frizberg grätschte Ernst um und sah dafür ebenfalls Rot (70.) – es ging mit zehn gegen zehn weiter. Das nutzten die Bayern: Nach einer Flanke von Plattner gelang Terakaj der Anschlusstreffer zum 1:3 (73.). Die Gastgeberinnen hofften noch einmal, doch die Stolte-Elf hatte die richtigen Antworten parat: Erst nutze Penzkofer den Pass der gerade eingewechselten Magdalena Schwarz zum vierten Treffer (80.), dann erhöhte Einwechselspielerin Laura Frank im dritten Versuch noch auf den 1:5-Endstand (90.+6).
Zum letzten Spiel vor der Winterpause und zugleich Rückrunden-Auftakt kommt am Sonntag (21.12., 14:00 Uhr) Turbine Potsdam an den Audi Sportpark.
In Zusammenarbeit mit Sabine Kaczynski (Donaukurier). Den Spielbericht des Donaukuriers findet ihr hier.