Durch einen späten Ausgleichstreffer von Jonas Scholz nahmen die Schanzer am Sonntagabend einen Punkt von Erzgebirge Aue mit, am Ende stand ein 2:2 auf der Anzeigetafel. Fredrik Carlsen (31.) brachte die Gäste in Führung, ehe Julian Kügel nach einer harten Entscheidung des Schiedsrichters die Rote Karte sah (33.). Marvin Stefaniak (48.) und Jonah Fabisch (79.) drehten die Begegnung im zweiten Durchgang zugunsten der Hausherren, ehe Scholz den Ausgleich erzielte (90.+1).
Zum Abschluss des 17. Spieltags war der FC Ingolstadt 04 bei Erzgebirge Aue zu Gast. Für die Partie im Schacht veränderte Cheftrainerin Sabrina Wittmann ihre Startelf auf einer Position: Elias Decker rückte für Linus Rosenlöcher in die Anfangsformation. Der 25-jährige Linksverteidiger verpasste das Duell bei seinem Ex-Klub aufgrund einer Blessur aus dem letzten Heimspiel der Schwarz-Roten.
Aue zunächst mit mehr Ballbesitz, Ingolstadt mit Torannäherungen
Pünktlich erklärte Schiedsrichter Simon Schreiner das Flutlichtspiel der Donaustädter bei den ‚Veilchen‘, in deren Aufgebot mit Ryan Malone und Moritz Seiffert auch zwei ehemalige Schanzer standen, für eröffnet. Nach einigen Minuten des gegenseitigen Abtastens waren es erstmals Aue-Kapitän Marvin Stefaniak und besagter Seiffert, die sich über ihre rechte Seite erstmals in Richtung des von Kai Eisele getüteten FCI-Kastens bewegten (4. Minute) – jedoch ohne dabei nennenswert für Gefahr zu sorgen. Eine Zeigerumdrehung später klärte Ersatzkeeper Louis Lord vor Marcel Costly (5.), während Fredrik Carlsen auf der Gegenseite Jonah Fabisch auf Höhe des eigenen Sechzehners am Abschluss hinderte (6.). Gute zehn Zeigerumdrehungen waren von der Uhr, als Mattis Hoppe mit seinem langen Ball seine Sturmkollegen in Szene setzen wollte, die Flanke des Rechtsverteidigers allerdings keinen Abnehmer fand. Auch der Freistoß von Max Besuschkow (11.) aus dem rechten Halbfeld brachte außer einer anschließenden Ecke, war Tristan Zobel doch noch mit dem Kopf zur Stelle, nichts Zählbares für den Wittmann-Tross ein. Mehr noch: Boris Tashchy leitete nach der vereitelten Standart-Situation per Kopf einen Konter der Gastgeber ein, den Stefaniak aber nicht veredeln konnte, vielmehr war Eisele auf dem Posten (12.). Auch beim Distanzschuss von Anthony Barylla, der weit über das FCI-Gehäuse ging, musste der Defensivverbund nicht eingreifen (14.).
Schanzer Führung durch Carlsen, umstrittene Rote Karte für Kügel
Nach einer Viertelstunde fasste sich Besuschkow aus zentraler Position ein Herz, wobei der Mittelfeldstratege dabei das Visier etwas zu hoch eingestellt hatte (15.). Auf einen Umschaltmoment öffnete sich viel Raum für Ricky Bornschein, der das runde Leder über außen auf Barylla durchsteckte, der die Kugel am Gehäuse vorbeisetzte (20.). In der Folge wurde Julian Kügel von den Beinen geholt – den daraus resultierenden Freistoß führte Hoppe schnell aus, hatte ein Auge für Marcel Costly – doch die Flanke des 30-jähigen Flügelspielers konnte von Gustav Christensen nicht zur Führung verwertet werden (26.). Diese folge jedoch wenige Augenblicke später: Nach einem Beuschkow-Freistoß landete der Ball über mehrere Stationen bei Carlsen, der aus kurzer Distanz abschließen und die Gäste in Front bringen konnte (31.). Lange währte die Freude allerdings nicht, mussten die Oberbayern doch ab der 33. Minute in Unterzahl agieren. Eine Grätsche von Kügel veranlasste Schiedsrichter Scheiner dazu, den gebürtigen Pförringer mit glatt Rot des Feldes zu verweisen – eine harte Entscheidung, die Simon Lorenz und Co. in den Folgeminuten erst einmal zu verdauen hatten. So probierten sich die ‚Veilchen‘ überwiegend mit langen Bällen wieder ins Spiel zu bringen und noch vor dem Pausentee den Ausgleich zu erzielen. Sowohl Erik Majetschak als auch Mika Clausen setzten die Abwehrreihe unter Druck (40., 44., 45.), konnten aber am Zwischenergebnis nichts ändern, wodurch es mit einer knappen Führung in die Katakomben ging.
Aue dreht die Partie, Scholz hat das letzte Wort
Unverändert kehrten beide Teams auf den Rasen zurück. Und auch wenn Costly die Chance gehabt hätte, mittels seiner Schnelligkeit der Partie seinen Stempel aufzudrücken, waren es die Hausherren aus dem Erzgebirge, die kurz nach Wiederanpfiff jubelten. Der zuvor auffällige Barylla brachte das Spielgerät mit seiner flachen Hereingabe perfekt auf den mitgelaufenen Stefaniak und Letzterer schob für die Lila-Weißen zum 1:1 ein (48.), die nach dem Treffer weiter alles nach vorne warfen und durch Fabisch den nächsten Distanzschuss für sich verbuchen konnten (53.). Ingolstadt war in dieser Phase des zweiten Durchgangs zwar um eine Antwort bemüht, tat sich aber zusehends schwer, in Unterzahl offensiv Akzente zu setzen. So bediente sich Coach Wittmann in der 62. Minute erstmals der Reservebank und brachte für Youngster Elias Decker Routinier Lukas Fröde. Jedoch war es nicht der 30-Jährige, der im Fokus der nächsten Aue-Großchance stand, sondern Schlussmann Eisele. Der Rückhalt der heute in rosé agierenden Gäste lenkte einen Kopfball von Malone blitzschnell über den Querbalken, auch nach der Ecke von Clausen war Ingolstadts Nummer 25 zur Stelle (63., 64.).
Auch auf der Gegenseite zeigte Lord sein Können: Eingeleitet durch Fröde, landete das runde Leder zunächst bei Costly, dann bei Besuschkow, dessen Flanke Hoppe am zweiten Pfosten drücken, aber vom Keeper Am Einschlag gehindert wurde (69.). Auf der anderen Seite besorgte der linke Innenpfosten, nach einer präzisen Hereingabe des eingewechselten Eric Uhlmann und einem Kopfball von Fabisch die erneute Führung. Die Mannschaft von Sabrina Wittmann war um eine schnelle Antwort bemüht und schnupperte durch Fröde am erneuten Ausgleich (82.). In den Schlussminuten wirbelten noch Yann Sturm und Ogi Drakulic für Hoppe sowie Besuschkow und da die Schwarz-Roten bis zum Schluss nicht aufsteckten, wurden sie für ihren Aufwand in der Nachspielzeit belohnt: Die Kugel landete vor den Füßen des aufgerückten Jonas Scholz, der wuchtig und platziert flach zum 2:2-Endstand vollstreckte (90.+1).
Damit ging es für den FCI am Sonntagabend mit einem späten Punktgewinn zurück an die Donau, wo am kommenden Samstag (13.12., 14:00 Uhr) der TSV 1860 München im Audi Sportpark zu Gast ist.
Startelf FCI: Eisele – Decker (62. Fröde), Scholz, Lorenz, Hoppe (85. Sturm) – Plath, Besuschkow (85. Drakulic), Carlsen – G. Christensen, Kügel, Costly (90.+3 Maljojoki)
Tore: 0:1 Carlsen (31.), 1:1 Stefaniak (48.), 2:1 Fabisch (79.), 2:2 Scholz (90.+1)
Gelbe Karten FCI: Schenk (33.), Grlic (51.), Wittmann (87.), Carlsen (90.+2)
Rote Karte FCI: Kügel (33.)