Bundesliga-Helden im Portrait: Teil 8 mit Lukas Hinterseer

Lukas Hinterseer und Freundin Victoria auf dem Ingolstädter Christkindlmarkt

Bundesliga-Helden im Portrait: Teil 8 mit Lukas Hinterseer

20. Juni, 2016 11.00 Uhr

Mit seinem Siegtor am ersten Bundesliga-Spieltag der abgelaufenen Saison beim FSV Mainz 05 hat sich Lukas Hinterseer in die Geschichtsbücher des FC Ingolstadt 04 eingetragen. Der Österreicher ist ein wichtiger Baustein im laufintensiven Spielsystem der Schanzer und spulte in jeder Partie viele Kilometer für den FCI ab. Wir trafen den 25-Jährigen im vergangenen Winter für das etwas andere Interview auf dem Ingolstädter Christkindlmarkt und sprachen mit dem Angreifer unter anderem über die Adventszeit im Hause Hinterseer, die Bilanz der Hinrunde und die Vorsätze für das Jahr 2016.
fci.de: Servus Lukas, wir treffen dich und deine Freundin Victoria hier am Ingolstädter Christkindlmarkt an. Magst du die Adventszeit?
Lukas Hinterseer: Ja, auf jeden Fall. Es ist gemütlich, wenn es draußen schon ein bisschen kälter ist und zu Hause im Wohnzimmer ein paar Kerzen brennen. Optimal wäre es dann noch, wenn es draußen schneit. Dann kommt schon ein bisschen Weihnachts- und Urlaubstimmung auf. Darauf freue ich mich schon.

fci.de: Was magst du an Christkindlmärkten?

Hinterseer: Am meisten das Essen. Hier in Deutschland bekommt man ja eher Würschtl, Hot Dogs oder Sauerkraut. Bei uns in Österreich gibt es eher süße Sachen oder Schlutzkrapfen. Generell bin ich gerne auf Christkindlmärkten, um mich mit Freunden zu treffen und abzuschalten.


Lukas und seine Freundin Victoria gönnten sich etwas Süßes

fci.de: Wie stehst du zu Weihnachten? Bist du ein Fan oder eher der Grinch?

Hinterseer: Weihnachten heißt für mich, Zeit zu Hause bei der Familie zu verbringen. Da geht’s mir gar nicht um die Geschenke, sondern darum, dass die Familie an einem Tisch zum Abendessen zusammen kommt. Da wird das Jahr noch einmal im Rückblick betrachtet und alle sehen sich mal wieder – das ist immer sehr nett. Es geht danach recht schnell mit dem Training los, deshalb genieße ich die Zeit sehr.

fci.de: Als Fan hat man über die Feiertage immer wieder das gleiche „Problem“. Wie schaffe ich es, nicht zu viele Plätzchen zu essen. Geht’s dir da auch so?

Hinterseer: Ich hoffe nicht (lacht). Bei uns gibt es auch vor dem Urlaub und am ersten Trainingstag Gewichts-Kontrollen. Deshalb müssen wir schon ein wenig darauf achten, was und wie viel wir essen. Nur auf der Couch liegen geht dabei nicht. Wir bekommen ein entsprechendes Programm mit und sollen auf diese Weise fit bleiben. Natürlich ist es auch wichtig, einmal abzuschalten und den Kopf frei zu bekommen. Nichtsdestotrotz werde ich es mir nicht nehmen lassen, auch die heimische Küche ein wenig zu genießen. Aber Lauf am nächsten Tag gehört dann dazu (grinst).

fci.de: Hast du schon all‘ deine Geschenke für deine Familie zusammen? Oder bist du da eher der „last-Minute“-Typ?

Hinterseer: Zum Glück ist da meine Freundin Victoria die Organisierte von uns beiden. Ich bin eher so der Typ, der einen Tag vorher darauf kommt, dass er noch gar kein Geschenk besorgt hat (lacht). Meine Freundin hat da schon im Sommer Pläne, was man der Verwandtschaft im Winter schenken könnte. Dahingehend bin ich mit ihr schon recht gut aufgestellt (grinst). In diesem Jahr sind wir mit den Planungen fast durch. Selbst ich war dadurch in diesem Jahr besser vorbereitet.

fci.de: Wie verbringst du Weihnachten?

Hinterseer: Größtenteils bin ich schon zu Hause bei meiner Familie in Kitzbühel. Ein paar Tage werden wir darüber hinaus zum Abschalten in ein Wellness-Hotel in Südtirol fahren.

fci.de: Wie sieht der typische Heilige Abend im Hause Hinterseer aus?

Hinterseer: Zunächst wird mit der gesamten Familie am Bahnhof in Kitzbühel das sogenannte Friedenslicht von Betlehem geholt. Das Friedenslicht wird mit dem Zug durch ganz Österreich gefahren. Mit diesem Licht zünden wir die Kerzen am Weihnachtsbaum. Zu Hause wird es dann ganz gemütlich beim Fondue-Essen und der Bescherung. Mein Papa spielt seit kurzem Ziehharmonika und übt schon fleißig das Weihnachtslied „stille Nacht, heilige Nacht“. Die Familie singt dann entsprechend mit. Ich bin ganz froh, dass uns da keiner zuhört. Da kommen bestimmt ein paar schiefe Töne dabei raus (lacht). Aber der Wille zählt.

fci.de: Nutzt du die freien Tage auch zum Ski-Fahren? Oder geht’s im Winterurlaub eher in den Süden?

Hinterseer: Letztes Jahr war ich in Thailand und gar nicht zu Hause. Deshalb möchte ich in diesem Jahr Weihnachten wieder mit meiner Familie verbringen. In Kitzbühel ist es ja auch nicht so schlecht. Andere fahren in den Urlaub in diese Gegend und ich habe das Glück dort zu Hause zu sein. Skifahren werde ich nur, wenn es sich ergibt. Aber ich möchte es nicht übertreiben. Es wäre nicht so gut, wenn ich den Trainer anrufen müsste, dass ich mich verletzt habe. Da ist dann der Eigenschutz größer als die Lust Ski zu fahren.

fci.de: Das Spielsystem der Schanzer ist sehr laufintensiv und kraftraubend. Wie wichtig sind da die wenigen freien Tage vor dem Start der Vorbereitung?

Hinterseer: Die sind sehr wichtig. Ich merke das schon. Als Nationalspieler kommt ja noch die zusätzliche Belastung dazu, die schon sehr kraftraubend ist. Deshalb freue ich mich auch auf die freien Tage. Aber zuvor wollen wir erstmal noch ein Erfolgserlebnis feiern und mit einem guten Gefühl in die Winterpause gehen.

fci.de: Das Jahr 2015 neigt sich auch langsam dem Ende zu. Kannst du uns deine Top-Drei Highlights verraten?

Hinterseer: (überlegt)… Auf jeden Fall fällt mir da das Heimspiel in der letzten Saison gegen Fortuna Düsseldorf. Wie wir diese emotionale Partie in der Nachspielzeit gewonnen haben war ein wichtiger Meilenstein in der Saison. Der Spielverlauf war schon hochdramatisch. Das zweite Top-Highlight war natürlich der Aufstieg in die Bundesliga. Die Woche nach dem Heimspiel gegen RB Leipzig und vor dem letzten Spiel in Kaiserslautern war generell ein Highlight (lacht). Für mich persönlich wird immer das erste Bundesligaspiel in Erinnerung bleiben. Dass ich dann in Mainz auch noch das erste Bundesligator für den FC Ingolstadt 04 erzielen konnte und das Spiel zu gewinnen, war schon etwas ganz Besonderes.

fci.de: Hast du schon Vorsätze fürs neue Jahr gefasst?

Hinterseer: Eigentlich bin ich nicht der Typ, der sich Vorsätze fasst. Der Silvesterabend ist bei mir eher gemütlich. Wir sitzen mit Freunden und der Familie beim Fondue-Essen zusammen. In einen Club gehe ich an diesem Tag nicht so gerne. Lieber bin ich an Silvester gemütlich unterwegs und schaue mir das Feuerwerk von zu Hause aus an. Da denkt man an die Highlights des Jahres zurück. Ich versuche, sowohl privat als auch in meinem Beruf immer mein Bestes zu geben. 2015 war schon ein sehr gutes Jahr für mich.

fci.de: Stichwort Vorbereitung: Die Schanzer bleiben im Januar „dahoam“, um sich auf die Rückrunde vorzubereiten. Das ist für dich sicher auch ein neuer Ansatz, nicht ins Trainingslager zu fahren oder?

Hinterseer: Die Vorbereitung ist generell sehr kurz, das war in Österreich anders. Deshalb war es dort auch wichtig ins Trainingslager zu fahren. Außerdem liegt in meiner Heimat generell auch richtig Schnee, sodass du nicht auf einem Rasenplatz trainieren konntest. Aber wir haben hier beim FCI schon optimale Bedingungen mit den beheizten Rasenplätzen. Ich denke durch die kurze Vorbereitungszeit macht es auch Sinn, hier zu bleiben. Da „spart“ man den An- und Abreisetag und kann stattdessen trainieren. Das haben sicherlich noch nicht viele Bundesligisten gemacht – selbstverständlich hoffen wir, dass sich das auszahlt.

fci.de: Vielen Dank für das ausführliche Gespräch.