Dank „Wiederholungstäter“ Hinterseer: Schanzer punkten verdient in Hamburg

Traf erneut gegen den HSV: Lukas Hinterseer (Foto: Bösl)

Dank „Wiederholungstäter“ Hinterseer: Schanzer punkten verdient in Hamburg

Auch das zweite Bundesliga-Jahr beginnen die Schanzer mit einem Paukenschlag: Zum Auftakt setzten Kapitän Marvin Matip und Co. beim Bundesliga-Dino Hamburger SV vor über 50.000 Zuschauern ein Ausrufezeichen und punktete durch ein 1:1. Lukas Hinterseer, schon im Vorjahr der erste Torschütze in der Bundesliga-Saison (1:0 in Mainz), erzielte in der 79. Minute den verdienten Ausgleich.
Trainer Markus Kauczinski wirkte vor seinem Bundesliga-Debüt gelassen und entspannt, hatten sich seine Schanzer doch akribisch und gut auf den Auftakt beim mit rund 25 Millionen Euro verstärkten HSV vorbereitet. Anders als im Pokal verzichtete der Chef-Coach diesmal gänzlich auf Neuzugänge in der Startformation. So tauchte anders als in Aue entsprechend Romain Brégerie für Hauke Wahl auf den Aufstellungsbögen auf. Kurios: Das Dreier-Mittelfeld mit Pascal Groß (seit 2012), Roger (seit 2012) und Alfredo Morales (2013) geht schon in die vierte, gemeinsame Spielzeit.


Vor dem Anpfiff: Markus Kauczinski im Volksparkstadion (Foto: kbumm / Bösl)

Die Hausherren versuchten zunächst, Oberwasser zu gewinnen und drückten die Schanzer in die eigene Hälfte. Doch unser FCI, in den vergangenen Jahren stets ein unbequemer Gast in fremden Arenen, konnte sich gut aus den Umklammerungsversuchen lösen. Erstmals gefährlich wurde es zudem vor dem Tor von Rene Adler, als Moritz Hartmann geschickt auf Pascal Groß ablegte (18. Minute). Der 25-Jährige vernaschte Johan Djorou mustergültig und setzte den Ball scharf auf das Gehäuse. Ex-Nationalkeeper Adler klärte eben noch zur Ecke. Kurz darauf wurde Mathew Leckie in aussichtsreicher Position geblockt (20.).

Die Partie nahm nun Fahrt auf. Der schnelle Nicolai Müller setzte sich über die linke Bahn durch, seine Flanke rauschte zunächst an Freund und Feind vorbei, fand dann aber doch Aaron Hunt am langen Pfosten. Der 29-jährige Ex-Wolfsburger traf den Ball jedoch nicht richtig, so dass die Schanzer die Situationklären konnten. Dennoch war der FCI gewarnt, und kurz darauf musste Örjan Nyland leider hinter sich greifen. Ein langer Ball von Adler landete bei Stürmer Bobby Wood, der frühere "Löwe" enteilte der Defensive und schloss aus rund 15 Metern trocken ab (32.). 0:1 aus Sicht des FCI. Angetrieben vom Führungstreffer, drückten die Hanseaten nun mächtig auf das Gaspedal. Markus Suttner (37.) und kurz vorher Roger klärten in höchster Not.

Einen sauberen Volley-Schuss von Tobias Levels blockten die Hamburger zur Ecke, die fast zum Ausgleich geführt hätte: Groß fand den Kopf von Alfredo Morales, der 26-Jährige justierte einen Tick zu hoch und so ging es mit der 1:0-Führung der Nordlichter in die Pause. Ärgerlich für Trainer Markus Kauczinski und rund 400 mitgereiste Fans zu diesem Zeitpunkt: Chancen für eine eigene Führung wären vorhanden gewesen, aber eine insgesamt sehr disziplinierte und konzentrierte Vorstellung machte dennoch Hoffnung auf etwas "Zählbares" im zweiten Abschnitt der Begegnung.

Das erste Signal in die richtige Richtung gab Markus Suttner ab. Der 29-Jährige, durchaus bekannt für seinen harten und gut platzierten Linksschuss, konnte Adler jedoch nicht in Gefahr bringen. Das Spielgerät landete genau in den Armen des Schlussmannes (47.). Mit Beginn der zweiten Halbzeit hatten gleichzeit auch die Reservespieler ihr Aufwärmprogramm intensiviert, mit Lukas Hinterseer und Stefan Lex standen noch zwei Offensiv-Alternativen zur Verfügung.


Dario Lezcano stört das Hamburger Aufbauspiel, hier gegen Cleber (Foto: kbumm / Bösl).

Doch zunächst setzte Kauczinski auf sein bestehendes Kollektiv, welches auch die erste viertel Stunde imzweiten Abschnitt eine äußerst ansprechende Leistung abrief. Dennoch fehlte die letzte Passgenauigkeit, um beispielsweise Mathew Leckie in Schussposition zu bringen (62.) oder Pascal Groß in guter Flanken-Position zu erreichen (64.). Die Gastgeber wirkten entschlossen, den "Dreier" zum Auftakt über die Zeit zu bringen und gegebenenfalls mit einem Konter zu vergolden. So hätte Filip Kostic mit etwas mehr Geduld Nyland sicherlich in Bedrängnis bringen können (66.), aber die Partie blieb spannend.

Der HSV reagierte gleich dreifach im Minute 66, zugleich brachte Kauczinski frische Offensivkraft aufs Feld: Moritz Hartmann wich für Hinterseer. Dem Österreicher war im Vorjahrdas erste Bundesliga-Tor der FCI-Geschichte geglückt, insofern hoffte man im Schanzer-Block auf eine "Wiederholungstat" des 25-jährigen Angreifers. Doch zunächst wurde es wieder auf Seiten der Schanzer brenzlig, Brégerie klärte zur Ecke (74.).

Beiden Mannschaften war in der Schlussviertelstunde ein gewisser Verschleiß anzumerken, schließlich zählte das Thermometer selbst am frühen Abend noch fast 30 Grad. Und wie es der Fußball eben manchmal so will, wiederholte Hinterseer sein "Kunstwerk" aus dem Vorjahr und wurde auch im Sommer 2016 der erste Torschütze der Schanzer. Groß legte den Ball auf Levels raus, der scharf hereingab. Der Ball gelange zu Djorou, der klären wollte – doch dabei den Fuß von Hinterseer fand. Dieser schaltete blitzschnell – und drückte zum Ausgleich ein (79.). Dem verdienten Treffer folgten Schlussminuten weitestgehend ohne Höhepunkte. Lediglich eine von Levels abgefälschte Flanke, die sich an den Außenpfosten setzte, sorgte noch für ein Raunen im Volksparkstadion (84). In der Nachspielzeit ersetzte Stefan Lex noch Darío Lezcano – es blieb die letzte Akton vor Abpiff. So jubelten am Ende die mitgereisten Schanzer mit ihren tapferen FCI-Stars über einen Zähler in der Fremde und damit einem gelungenen Auftakt in die Spielzeit 16/17.

Am nächsten Donnerstag testen die Schanzer in Kösching gegen den 1. FC Nürnberg, in der Liga geht es dann am 10. September weiter. Dann kommt Hertha BSC in den Audi Sportpark.


Wichtige Einwechslung: Lukas Hinterseer traf zum Ausgleich (Foto: kbumm / Bösl)

FCI: Nyland – Levels, Matip, Brégerie, Suttner – Roger, Groß, Morales (81. Cohen) – Hartmann (66. Hinterseer), Lezcano (90+1. Lex), Leckie