Die Kultkicker vom Kiez: Der FC St. Pauli im Portrait

Die Fans des FC St. Pauli sind bekannt für ihre tollen Choreographien. (Quelle: By San Andreas – Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=36826604)

Die Kultkicker vom Kiez: Der FC St. Pauli im Portrait

Am kommenden Wochenende steht der inzwischen 23. Spieltag der 2. Bundesliga vor der Tür. Für die Schanzer geht es nach zuletzt zwei Erfolgen hintereinander zu den „Kultkickern vom Kiez“, dem FC St. Pauli. Vor dem Duell mit den Braun-Weißen haben wir uns den Klub, seine Historie und die bisherigen Begegnungen beider Teams etwas genauer unter die Lupe genommen.

Bundesliga-Historie: 

Der FC St. Pauli, der eigentlich „Fußball-Club St. Pauli von 1910 e.V.“ heißt, hat neben der erfolgreichen Profi-Fußballmannschaft noch 19 Abteilungen in unterschiedlichen Disziplinen des Leistungs- und Breitensports. Das offizielle Gründungsdatum der Kiezkicker ist der 15. Mai 1910. Seitdem konnte der Verein über 20.000 Mitglieder gewinnen, welche die braun-weißen Farben unterstützen.

Nachdem die Hamburger nach der Saison 2003/2004 in die Regionalliga (damals gab es noch keine 3. Liga) absteigen mussten, drohte wegen einer Liquiditätslücke der Zwangsabstieg in die Oberliga Nord. Nur durch eine viel beachtete Retter-Kampagne, konnte dieses Szenario abgewendet werden.

Seit Sommer 2007, als die Rückkehr des FCSP in die 2. Bundesliga gelang, spielen die Paulianer ununterbrochen in einer der beiden höchsten deutschen Spielklassen. In der Saison 2010/2011 absolvierte St. Pauli sogar eine Saison in der Bundesliga, an deren Ende die Hamburger als Tabellenletzter wieder ins Unterhaus abstiegen.

Nach der vergangen Spielzeit fand man sich an der Elbe zwar auf Rang zwölf wieder, musste jedoch unter dem ehemaligen Schanzer Cheftrainer Markus Kauczinski lange um den Klassenverbleib zittern. In der laufenden Saison stehen die Zeichen jedoch ganz anders. Nach bislang 22 Spieltagen haben die Hamburger 37 Punkte auf ihrem Konto und stehen als Tabellensechster lediglich drei Zähler hinter dem zweiten Rang. Das Duell mit den Oberbayern könnte also ein richtungsweisendes für die Hansestädter werden.

Lieferten sich sets hart umkämpfte Duelle: Der FC Ingolstadt 04 und der FC St. Pauli. (Foto: Bösl/KBUMM)

Bisherige Duelle:

Bisher trafen die Schanzer in ihrer Historie zwölf Mal auf den FC St. Pauli. Die Bilanz führen die Norddeutschen mit fünf Siegen gegenüber drei Erfolgen des FCI an. Fünf Mal trennte man sich unentschieden.

Am 15. Spieltag der Saison 2008/2009 kam es zur ersten Begegnung beider Mannschaften. Nach 90 Minuten behielt der FCSP mit 1:0 die Oberhand, Torschütze damals war Alexander Ludwig. Den ersten Sieg des FC Ingolstadt 04 feierten die Schanzer Fans es erst drei Spiele später: In der Saison 2011/2012 entschied der FCI das vierte direkte Duell mit 1:0 für sich. Ahmed Akaïchi war damals der vielumjubelte Siegtorschütze.

In der vergangenen Saison gingen jeweils die Auswärtsmannschaften als Sieger vom Feld: Im Hinspiel Mitte September entführte die Mannschaft vom damaligen Cheftrainer Stefan Leitl durch einen historischen 4:0-Erfolg drei Punkte von der Elbe an die Donau, im Rückspiel gewannen die Kiezkicker knapp mit 1:0.

Das bislang letzte Aufeinandertreffen Mitte September letzten Jahres entschied ebenfalls das Gästeteam für sich. Durch einen Treffer von Ryo Miyaichi holten die Paulianer einen wichtigen Erfolg im ersten Saisondrittel und starteten eine Serie von fünf Zweitliga-Spielen ohne Niederlage.

Das legendäre Millerntor-Stadion. (Quelle: By Alonstoter – Own work, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=32440170)

Stadion:

Die Heimspielstätte des FC St. Pauli ist das Millerntor-Stadion auf dem Heiligengeistfeld in der Nähe der Reeperbahn, weshalb die Spieler auch als „Kiezkicker“ bezeichnet werden. Die Heimat der Braun-Weißen fasst 29.546 Zuschauer.

Das Besondere: Nahezu jeder Profi-Fußballverein in Deutschland hat Logen im Stadion, der FC St. Pauli hat 39 Séparées. Diese können individuell nach den Wünschen der jeweiligen „Mieter“ gestaltet werden.

Stilecht ertönen zum Einlaufen der Mannschaften an Spieltagen die Glockenschläge vom AC/DC -Song „Hells Bells“, an den Eckfahnen prangen die bekannten Totenkopfsymbole und die Mannschaft schreitet unter tosendem Applaus zur Tat. Eine eindrucksvolle Kulisse, mit der jedes Gäste-Team erst einmal zurechtkommen muss.

Berühmte Persönlichkeiten:

Sowohl beispielsweise Bela B. von der Punk-Rock-Band „die Ärzte“ als auch die Deutsch-Rapper „Fettes Brot“ oder TV-Moderator Elton drücken den Kiezkickern die Daumen und sind auch regelmäig im Stadion am Millerntor zu Gast.

Stadt und Sehenswertes in der Region:

Hamburg hat als eine DER deutschen Großstädte und Metropolen natürlich kulturell und hinsichtlich Sehenswürdigkeiten eine Menge zu bieten. Die belebte Sternschanze, die maritime Hafencity oder die architektonisch spektakuläre Elbphilharmonie sind nur ein paar Beispiele der Hotspots der Hansestadt. Gerade der Stadtteil St. Pauli hat mit der Reeperbahn vor allem im Nachtleben seinen Charme.

Also, Schanzer: Drei Punkte mit dem FCI einsacken und anschließend in einer der Kult-Kneipen rum ums Stadion auf den FCI-Sieg anstoßen? Dann begleitet euer Team am kommenden Wochenende nach Hamburg!