Fatale Abhängigkeit

Stürmerin und Antreiberin: Nach überstandener Verletzung brachte Ramona Maier frischen Wind ins Spiel des FC Ingolstadt. Mit Rücksicht auf ihre lange Pause allerdings nur für 45 Minuten. | Foto: Meyer

Fatale Abhängigkeit

In einer Partie mit zwei unschiedlichen Halbzeiten verspielten die Zweitliga-Fußballerinnen des FC Ingolstadt eine 3:1-Führung und mussten sich dem FSV Gütersloh am Ende mit 3:5 geschlagen geben. Kapitänin Ramona Maier erzielte zwei der drei Schanzer Treffer, nach ihrer Auswechslung zur Halbzeit verlor das Team den Zugriff aufs Spiel und kassierte noch vier Gegentreffer. Dieser Artikel erschien im DK. 

Zum ersten Mal in dieser Saison stand Topstürmerin Maier nach ihrer Verletzung wieder für die Schanzerinnen auf dem Platz – und das gleich von Beginn an. Ihre Präsenz zeigte sofort Wirkung: Die Zuschauer sahen in den ersten Minuten einen engagierten Auftritt der Ingolstädterinnen, die früh den Spielaufbau des Gegners störten und versuchten, die Partie an sich zu ziehen. Doch auch die Gäste aus Gütersloh zeigten immer wieder gute Angriffe und erarbeiteten sich gleich zu Beginn mehrere Ecken, die jedoch nichts einbrachten.

In der 11. Minute profitierte dann Steffi Reischmann von einem Abspielfehler der Gütersloher, leitete weiter auf Maier, die im Strafraum mit einer grenzwertigen Aktion zu Fall gebracht wurde – der Pfiff der Schiedsrichterin blieb jedoch aus. In der 16. Minute war es dann passiert: Nach einem Spielzug über Annalena Rieke und Shpresa Aradini gelang Celina Baum die 1:0-Führung für die Gäste.

In der 19. Minute folgte die Antwort der Ingolstädterinnen: Einen langen Pass von Ebru Uzungüney legte Maier auf Lisa Ebert ab, die jedoch an der Torhüterin scheiterte. Den Abpraller hämmerte die Kapitänin aus kurzer Distanz zum 1:1-Ausgleich ins Netz – was für ein Einstand.

Die Ingolstädter wollten jetzt mehr: In der 26. Minute war es erneut Maier, die sich nach einem Pass von Anna Petz schön durchsetzte und erst kurz vor dem Strafraum regelwidrig gestoppt werden konnte. Den Freistoß verwandelte Jana Scharly direkt ins linke obere Eck zur 2:1-Führung für die Schanzer. Und die Ingolstädterinnen legten sogar noch nach: Mailbeck fing einen verunglückten Pass der FSV-Keeperin ab, legte quer auf Maier, die in der 31. Minute das 3:1 besorgte.

„Wir sind gut ins Spiel gekommen und hätten eigentlich mit dem ersten guten Angriff gleich einen Elfmeter bekommen müssen. Nach dem Rückstand haben wir uns sofort zurückgekämpft und sogar das 3:1 erzielt. Das war eine echte Willensleistung, aber auch fußballerisch sehr gut, mit tollen Kombinationen. Zudem standen wir hinten sicher – das hat alles gut gepasst“, lautete das Fazit von FCI-Trainer Dominik Herrmann zur Halbzeit.

Nach dem Seitenwechsel war für die Kapitänin Maier mit Rücksicht auf ihre lange Wettkampfpause sicherheitshalber Schluss. Knapp zehn Minuten hielt der FCI weiterhin mit, doch dann gelang den Gästen aus dem Nichts ein Doppelschlag: Erst war es Noreen Günnewig, die in der 53. Minute mit einem schönen Distanzschuss auf 3:2 verkürzte, bevor Shpresa Aradini nur zwei Minuten später den Ausgleich besorgte.

Die Schanzerinnen ließen sich nun mehr und mehr in der eigenen Hälfte einschnüren, wirkten verunsichert und ohne Selbstvertrauen. Erst in der 62. Minute hatte Vanessa Haim die erneute Führung für die Schanzerinnen auf dem Fuß, doch sie traf nur die Latte.

Trainer Dominik Herrmann reagierte und brachte weitere frische Kräfte. Die gerade eingewechselte Ivana Slipcevic spielte gleich mit einem schönen Pass Haim frei, die energisch aufs Tor zog, aber in letzter Sekunde abgedrängt wurde. In der 77. Minute war es erneut Slipcevic, die mit ihrem Torschuss die FSV-Keeperin zu einer Glanzparade zwang.

Besser machten es die Gäste fünf Minuten später: Nach einem langen Freistoß köpfte Lena Strothmann die Kugel zum 3:4 ins FCI-Tor. Den Schlusspunkt setzte Annalena Rieke, die nach einer Ecke in der 92. Minute per Direktabnahme die 3:5-Niederlage der Schanzerinnen besiegelte.

„Nach dem Sonntagsschuss zum 3:2 gingen die Köpfe nach unten. Warum wir dann nicht cool bleiben und sicher weiterspielen, weiß ich nicht. Ich hätte nicht gedacht, dass wir so abhängig von Ramona sind. Sie arbeitet, geht als Kapitänin vorneweg und gibt Sicherheit – sie hat uns in der zweiten Hälfte gefehlt. Wir müssen jetzt das Positive aus dem ersten Durchgang mitnehmen und die zweite Halbzeit möglichst schnell vergessen. Aber das wird schwer.“

Nach der Niederlage bleiben die Schanzerinnen auf dem zwölften Tabellenplatz. Am kommenden Wochenende empfangen die FCI-Frauen den derzeitigen Tabellendritten 1. FC Nürnberg.

FC Ingolstadt: F. Maier – Zeller, Fritz (86. Meier), Uzungüney, Petz (73. Krist) – Mailbeck (86. Galvez Estrada), Scharly, Reischmann, Haim – Ebert (73. Slipcevic), R. Maier (46.Wolfram).
Tore: 0:1 Baum (16.), 1:1 R. Maier (19.), 2:1 Scharly (27), 3:1 R. Maier (31.), 3:2 Günnewig (53.), 3:3 Aradini (55.), 3:4 Strothmann (82.), 3:5 Rieke (92.). – Schiedsrichter: Fritz (Abtsgmünd). – Zuschauer: 100.

Von Sabine Kaczynski (Donaukurier)
Zu dem Artikel auf der Homepage des Donaukurier geht es hier.