Fünf Geschichten zum Premieren-Duell am Würzburger Dallenberg

Jubelnde Schanzer am vierten Spieltag: Mit 3:0 schlug die Saibene-Elf die Kickers im Hinspiel – diesmal dürfte es ungleich schwerer werden. (Foto: Bösl/KBUMM)

Fünf Geschichten zum Premieren-Duell am Würzburger Dallenberg

Geschichten, die nur der Fußball schreibt, alte Bekannte des deutschen Fußballs und sportliche Fakten: Wir haben wieder fünf kleine Geschichten zum kommenden Ligaspiel der Schanzer zusammengetragen. Diesmal dreht sich alles um die Würzburger Kickers und das erste Liga-Duell einer Schanzer Mannschaft „am Dalle“. Anpfiff der Partie ist am Sonntag um 13 Uhr. Zwei Stunden Fahrt und geöffnete Tageskassen (ab 11 Uhr) sind darüber hinaus zwei Argumente für alle, die ihre Schanzer noch kurzfristig beim Duell „Unterfranken gegen Oberbayern“ anfeuern möchten!

Das gibt’s nur im Fußball…
Damals noch Rotsünder, ein halbes Jahr später Matchwinner: Es gibt sie wahrlich, die Geschichten, die nur der Fußball schreibt. War Thomas Keller nach dem Hinspiel am Kaiserslauterner Betzenberg ob seines Platzverweises noch völlig am Boden zerstört, mutierte der 20-jährige Defensiv-Allrounder im Rückspiel am vergangenen Samstag im Audi-Sportpark zum umjubelten Helden. Nicht nur, dass vom Spieler mit der Rückennummer 27 einige torgefährliche Aktionen der Schanzer ausgingen, der U 20-Nationalspieler sorgte nach seinem sehenswerten Führungstor für den FCI mit seiner Agilität und Willensstärke auch für den Last-Minute-Siegtreffer in der 94. Minute. Fans und Verantwortliche standen Kopf, im Audi Sportpark brachen alle Dämme. „Diese Momente werde ich nie vergessen“, ließ er nach der Begegnung seinen Glücksgefühlen dann auch zurecht freien Lauf.

Der einstige „Quälix“ soll es richten
Der wohl spektakulärste „Winter-Neuzugang“ bei den Würzburger Kickers war kein international renommierter Profifußballer, sondern niemand geringeres als Spieler- und Trainerlegende Felix Magath. Als Chef der kürzlich gegründeten Unternehmenseinheit „Flyeralarm Global Soccer“ – die Online-Druckerei ist gleichzeitig Namensgeber des Stadions und Hauptsponsor der Kickers – wandelt der 66-jährige mit seinem neuen Arbeitgeber auf den Spuren von Ralf Rangnick und einem bekannten Getränkehersteller. Perspektivisch dürfte der Aufstieg in die Zweite Liga das primäre Ziel Magaths sein. Unterstützung erhält er dabei übrigens von Reporter-Legende Christian Ortlepp (u.a. DSF bzw, Sport1, Eurosport und BFV.TV), der als Kommunikationschef agieren wird. 

Aufwärtstrend
Der von Felix Magath in naher Zukunft angepeilte Zweitliga-Aufstieg wird für die Würzburger wohl in der laufenden Saison nicht mehr zu realisieren sein. Nachdem die Unterfranken in den letzten beiden Drittliga-Spielzeiten jeweils Rang fünf in der Abschlusstabelle belegten, rangieren sie aktuell mit 30 Punkten nach 22 Spielen auf Rang zehn. Allerdings ließen die Rothosen am vergangenen Montag mit einem Paukenschlag aufhorchen. Der souveräne 6:0-Kantersieg bei der SG Großaspach (das Hinspiel ging mit 0:3 verloren) verschaffte den Kickers Distanz zu den Abstiegsplätzen und damit die Möglichkeit, wieder in die obere Tabellenhälfte einzugreifen. Es war im Übrigen der höchste Drittliga-Sieg in der Würzburger Vereinsgeschichte. FCI-Coach Jeff Saibene schätzt am kommenden Gegner vor allem deren offensive Qualität und routinierte Defensive: „Sie laufen mutig an, kommen extrem schnell ins Gegenpressing und sind insgesamt eine gute Truppe. Man erkennt die Handschrift des Trainers und die gefällt mir richtig gut.“

Standards
Auch am vergangenen Samstag war es ein Standardtor, das dem FC Ingolstadt 04 in letzter Sekunde den 2:1-Sieg gegen Kaiserslautern bescherte. Mit bislang sechs Treffern nach „ruhenden Bällen“ belegt das Team von Coach Jeff Saibene in dieser Wertung hinter der SpVgg Unterhaching (8) Rang zwei. Interessant für die Auswärtspartie am kommenden Sonntag in Würzburg: Die Kickers kassierten bereits neun Gegentore nach Ecke oder Freistoß. Dennoch warnt Jeff Saibene: „Wir müssen auch in diesem Spiel erst die Basis für den Erfolg legen. Das bedeutet, die passende Mentalität, die Bereitschaft Zweikämpfe anzunehmen, zweite Bälle erobern zu wollen und Defensivaufgaben zu erfüllen, müssen von Beginn an vorhanden sein. Kriegen wir das auf den Platz, sind wir immer für ein Tor gut.“

Hinspiel – glänzender Schlussspurt zum 3:0-Heimsieg
Werfen wir abschließend den Blick zurück auf den ersten Pflichtspielvergleich mit den Kickers. Schließlich und endlich mussten sich die Schanzer Fans nach einer guten und engagierten Vorstellung ihrer Elf bis zur 78. Minute gedulden, ehe Fatih Kaya im Hinspiel am 2. August vergangenen Jahres den Bann brach und das verdiente 1:0 erzielte. Als Stefan Kutschke dann fünf Zeigerumdrehungen später einen Handelfmeter sicher verwandelte, war die Partie zugunsten der Heimelf entschieden. Erneut der Schanzer Kapitän machte dann in der zweiten Minute der Nachspielzeit nach Kaya-Vorlage per Lupfer sehenswert „den Deckel drauf“ und sicherte damals dem FCI die Tabellenführung nach dem vierten Spieltag. Übrigens: Vor dem Wiedersehen herrschte bei Kutschke und Co. eine kleine „Grippewelle“, allerdings haben sich die zu Wochenbeginn angeschlagenen Maximilian Wofram, Dennis Eckert Ayensa und auch unser Kapitän mittlerweile davon erholt. Größere Fragezeichen stehen noch hinter den Einsätzen von Marcel Gaus, Jonatan Kotzke und Georgios Pintidis, das Trio ist angeschlagen.