Henke: „Dieser Weg funktioniert nicht ohne Schmerzen“

Michael Henke leitet seit dieser Saison die sportlichen Geschicke zusammen mit Florian Zehe (Foto: Bösl / KBUMM).

Henke: „Dieser Weg funktioniert nicht ohne Schmerzen“

Das Transferfenster ist seit knapp einer Woche geschlossen, nach zahlreichen Umbaumaßnahmen in und um die Mannschaft herum blickt die sportliche Leitung positiv auf intensive Monate zurück. Auch wenn die Schanzer im letzten Liga-Spiel ihre erste Saisonniederlage hinnehmen mussten, rangiert man unter der Leitung von Chef-Trainer Jeff Saibene mit 14 Zählern aus sieben Begegnungen auf Rang 3 in der 3. Liga. Gemeinsam mit fci.de lässt Michael Henke, Direktor Sport, die erste Phase der Saison 19/20 Revue passieren und wählt deutliche Worte.

fci.de: Hallo Michael! Seit Sommer bist du in einer neuen Funktion tätig, gemeinsam mit Florian Zehe als Technischem Direktor gab es doch zahlreiche Arbeiten am Team, aber auch drumherum, zu bewerkstelligen. Wie froh bist du, dass eine lange Transferperiode nun ihr Ende gefunden hat?

Michael Henke: „Wir hatten sicherlich sehr stressige Wochen und mussten dabei viele Dinge neu gestalten. Erleichtert hat uns das der gute Start der ganz neu zusammengestellten Mannschaft. Positive Ergebnisse motivieren schließlich jeden bei seiner Arbeit. Jedenfalls sind wir froh, dass die heiße Phase nun hinter uns liegt und wir Klarheit in allen personellen Angelegenheiten erzielen konnten. Die Zeit der Ungewissheit, die ja auch die Leistungen auf dem Platz beeinflussen können, ist nun vorbei, wobei ich ganz klar sagen muss: Das Trainerteam hat den Laden auch in dieser Phase sehr gut im Griff gehabt.“

fci.de: Zuletzt gab es die erste Saisonniederlage und das Aus im Toto-Pokal. Wie gehen wir mit dieser ersten Delle um?

Henke: „Wenn man beschließt, einen neuen Weg zu gehen, dann wird das auch nicht ohne Schmerzen funktionieren. Ein stückweit Unerfahrenheit, ein gewisser Druck, solche Faktoren spielen dabei sicherlich eine Rolle in den letzten Spielen. Wenn man so etwas vermeiden will, kauft man sich besser eine erfahrene Mannschaft zusammen. Wir sind jedoch zu einhundert Prozent davon überzeugt, dass unser Weg mit vielen jungen Spielern aus den eigenen Reihen und einer kleineren Gruppe an älteren Akteuren der Richtige ist. Das Risiko, dabei auch mal Schwankungen zu unterliegen, sind wir in der Sommerpause ganz bewusst eingegangen. Am Ende dieses Weges wird aber etwas Positives stehen, da sind wir uns alle sicher.“

fci.de: Die Schanzer Fans finden diesen Weg zweifellos gut und unterstützen den Verein dabei, das spürt man bei den Heim- und Auswärtsspielen. Inwieweit können sie speziell in der aktuellen Phase den Entwicklungsprozess fördern?

Henke: „Wir haben ja schon früh die Resonanz bekommen, dass unsere Fans den eingeschlagenen Weg für gut befinden. Die Aufgabe ist doch für uns alle dieselbe: Wir, die entstandene und weiterhin wachsende Gemeinschaft aus Verein und Fans, Partnern und allen Schanzer-Freunden, die dazugehören, müssen realistisch mit Resultaten umgehen. Das bedeutet, nicht in völlige Euphorie zu verfallen, wenn wir gewinnen, aber auch nicht in eine Depression zu verfallen, wenn es mal nicht so läuft. Ich glaube, dass wir hier bei den Schanzern momentan eine sehr gute Atmosphäre und Grundstimmung haben, was diese Geschlossenheit anbelangt. Diese wird helfen, auch mal sportliche Rückschläge zu verdauen.“

fci.de: Abschließend zum spielfreien Wochenende: In einer Woche gastiert Halle im Audi Sportpark. Deine Einschätzung?

Henke: „Ich habe Halle in Unterhaching gesehen. Kein Zweifel: Nach einer starken Vorsaison erwarte ich sie auch in dieser Spielzeit im oberen Drittel und sie machen es richtig gut. Halle ist ein starker Gegner, aber wir haben jetzt die Gelegenheit, durch die Pause kurz durchzuatmen und uns dann voll und ganz auf dieses Heimspiel zu fokussieren.“

fci.de: Vielen Dank, Michael!