Kein Weg zu weit: Die Schanzer Allesfahrer

Auch am Freitagabend im Ostsee-Stadion: Unsere Allesfahrer (Foto: BRC)

Kein Weg zu weit: Die Schanzer Allesfahrer

Sie sind der ständige Rückhalt unserer Schanzer, egal an welchem Ort: Die Allesfahrer und Auswärtsfans. Oft opfern sie dafür ihr Wochenende, Zeit und Geld, um unseren FCI auch am Freitagabend im hohen Norden oder im Ruhrgebiet auf den Rängen der Bundesliga-Arenen zu vertreten. Wir haben uns mit Allesfahrerin Chrissi aus der Schanzer Fanszene unterhalten, was für sie und ihre Fußballfreunde den Reiz der Auswärtsfahrt ausmacht und welche ihre schönsten Reiseziele waren. Viel Spaß!
fci.de: Servus Chrissi! Was macht für dich den Reiz aus, auswärts zu fahren und was ist der Unterschied zum Heimspiel?

Chrissi: Das Thema Auswärtsfahren ist einfach ein Kapitel für sich. Du verbringst jede zweite Woche stundenlang in Bussen, Zügen oder Autos, um deinen Verein zu sehen. Die meisten halten dich deswegen für verrückt oder zeigen dir einfach den Vogel. Was diese Menschen aber nicht bedenken, ist, dass man gleichzeitig die Zeit mit seinen besten Freunden verbringt, ehe man dann die fremde Stadt/ oder das dazugehörige Stadion erreicht. Hin und wieder ergibt sich dann die Möglichkeit dort noch eine Weile zu bleiben und Sightseeing zu machen. Ich persönlich finde es schade, dass viele überall waren – nur nicht in den schönen Regionen ihres eigenen Landes. Kennzeichnend für eine Auswärtsfahrt ist wahrscheinlich die Gaudi, die man definitiv immer hat. Einer der wesentlichsten Unterschiede zu Heimspielen ist, dass du nur Leute im Gepäck hast, denen unser FCI wirklich etwas bedeutet. Und mal so ganz nebenbei, die meisten Punkte wurden die letzten Jahre auch auswärts geholt.

fci.de:
Wie viele Auswärtsfahrten hast du (grob geschätzt) in den letzten drei Jahren mitgemacht – was war dabei dein schönstes und was dein schlechtestes Erlebnis?

Chrissi: Ich muss gestehen, dass ich die genaue Anzahl der Spiele leider nicht mehr sagen kann. Allerdings habe ich seit Februar 2012 kein Pflichtspiel mehr verpasst und ich hoffe, dass ich diese Serie noch lange fortführen kann. Nicht so prickelnd fand ich die Auswärtsspiele bei den Sechzgern. So leid es mir tut, aber bei den Spielen hatte man bisher immer gewisse „Experten“ dabei, die einen den Tag versaut haben. Sei es durch primitives Gepöble in der Münchener U-Bahn, oder durch deren minimal eskalierten Alkoholkonsum. Erzeugt im Umfeld lediglich Stress und im Stadion stört es den Support erheblich. Schöne Erinnerungen hab ich viele. Sei es unser Auswärtsspiel im alten Rosenaustadion oder bei Hertha in Berlin, die Partie gegen Wuppertal im Stadion am Zoo, die Spiele in Bochum oder auch der Bundesligaauftakt gegen Mainz 05. Aber ich glaube das beste Spiel für mich bisher, war immer noch 2012 Freitagabend im Ostseestadion gegen Hansa Rostock mit dem legendären Ralf Keidel, Andi Buchner und dem 2-1 Auswärtssieg.

fci.de: Falls du mal ein Auswärtsspiel verpasst: Kannst du dir das dann wirklich in Ruhe daheim auf dem Sofa anschauen?

Chrissi: Ich gehe seit zwei Jahren neben der Arbeit noch in die Schule. Da war mir klar, dass irgendwann der Moment kommen wird, wo ich mal am Spieltag eine Prüfung haben werde. Vorbereiten kann ich mich wahrscheinlich auf so etwas nicht, deswegen werde ich an Tag X ziemlich genervt sein und man lässt mich dann wahrscheinlich auch besser in Ruhe.

fci.de: Du bist nicht nur Schanzer-Fan und Allesfahrer sondern insgesamt eigentlich recht Fußballverrückt. Welche Spiele besuchst du noch (Stichwort Groundhopping)?

Chrissi: Generell bin ich ziemlich interessiert, wenn es um andere Stadien geht. Und wenn es der (leider oft zu volle) Terminkalender hergibt, reise ich auch gerne in andere Städte in Deutschland oder andere Länder, wo man dann auch auf andere Mentalitäten trifft. Ich, für meinen Teil bin gerne in der Schweiz unterwegs, wo man immer auf freundliche Menschen trifft. Sei es in Zürich auf dem Letzigrund, oder in Sion, wo man zusätzlich noch eine geniale Aussicht auf die Berge hat. Letzten Sommer war ich mit meinen besten Freunden beispielsweise auch in Lugano, Monaco oder Marseille.

fci.de: Spürst du eine Entwicklung in der Ingolstädter „Auswärtskultur“ und was würdest du dir für diese Wünschen?

Chrissi: Ja klar spürt man eine gewisse Euphorie. Die hat letztes Jahr schon damit angefangen, dass die Mannschaft im Vergleich zu den Vorjahren endlich genialen Fußball gespielt hat und durch den Aufstieg ist es wahrscheinlich in gewisser Weise die logische Parallele zum sportlichen Erfolg. Jedoch hat die Masse, die unsere Mannschaft auswärts unterstützt immer noch viel Luft nach oben. Man sieht aber auch, dass immer mehr bekannte Gesichter auswärts mit dabei sind. Besonders freut es mich, dass sich uns immer mehr Jüngere anschließen. Ich wünsche mir nichts, habe eigentlich nur eine Bitte: Denkt daran, dass unsere Mannschaft die Unterstützung von uns braucht, auch wenn es ein Auswärtsspiel Freitag in Hoffenheim ist.

fci.de: Danke für das Interview, Chrissi.