Mit Optimismus und guten Erinnerungen zu den Königsblauen

Stürmer Darío Lezcano markierte in der letzten Partie gegen die Knappen den 3:0-Endstand (Foto: Bösl/KBUMM)

Mit Optimismus und guten Erinnerungen zu den Königsblauen

Startschuss im Ruhrpott: Am Samstag, 21. Januar tritt der FC Ingolstadt 04 zum Jahresauftakt und gleichzeitigen Hinrundenabschluss beim FC Schalke 04 an. Unsere Oberbayern haben die bisherigen Duelle mit den Knappen in guter Erinnerung: In der vergangenen Saison erkämpfte sich der FCI zunächst einen Punkt bei den Königsblauen (1:1) und feierte im Rückspiel den bisher höchsten Sieg seiner jungen Bundesligageschichte (3:0). Sechs Punkte trennen beide Teams aktuell in der Tabelle und unterstreichen die Bedeutung dieser Partie, zu der den FCI ca. 700 Fans begleiten werden: Während unsere Schanzer den positiven Trend der jüngsten Ergebnisse bestätigen und sich weiter aus dem Tabellenkeller arbeiten wollen, zählt für die Schalker mit Blick auf den aktuell elften Tabellenrang nur ein Erfolg, um den Anschluss an die internationalen Plätze nicht zu verlieren.

Bisherige Partien und Tabellensituation

„Ich muss niemanden an die letzten Partien gegen Schalke erinnern – die haben sich meine Jungs gut eingeprägt. Wir freuen uns riesig, dass es endlich wieder losgeht – besonders, weil das Spiel in Gelsenkirchen ein absolutes Highlight für uns ist“, gab sich Maik Walpurgis auf der Pressekonferenz vor dem Jahresauftakt optimistisch. Als frecher Liganeuling entführte der FCI in der Hinrunde 2015/2016 einen Punkt aus dem Ruhrpott. Tobias Levels brachte die Oberbayern dabei sogar in Führung, als er nach Eckball von Pascal Groß sehenswert verwandelte. Es dauerte bis in die Schlussphase, als den Gastgebern doch noch der Ausgleich gelang: Leroy Sané nutzte eine Vorlage von Choupo-Moting und köpfte zum 1:1-Endstand ein. Eine eindeutige Sache war hingegen das Rückspiel: Mit viel Leidenschaft und gewohnt aggressivem Pressing erarbeiteten sich die Schanzer den höchsten Sieg ihrer bisherigen Bundesligageschichte. Moritz Hartmann und Lukas Hinterseer trafen damals zum 2:0-Halbzeitstand, den Darío Lezcano im zweiten Durchgang noch zum 3:0-Endstand veredelte.

Mit einer ähnlich guten Leistung könnte unser FCI am Wochenende zwar noch nicht auf einen Nichtabstiegsrang, jedoch vorerst auf den Relegationsrang vorrücken. Die Schanzer kommen mit Kampfgeist und Hoffnung aus der Pause: „Wir waren nach zehn Spieltagen am Boden. So wenige Punkte aus so vielen Spielen, obwohl man nicht schlechter war, das beschäftigte uns. Aber wir haben uns zusammengerauft und uns durch gute Leistungen zurückgekämpft. Deshalb wissen wir, dass unsere Qualität nie ein Problem war und nun gehen wir mit dem nötigen Selbstvertrauen aus der Pause“, so Innenverteidiger Romain Brégerie, der am Wochenende Marcel Tisserand ersetzen wird.

Aktuell stehen unsere Schanzer mit zwölf Punkten auf dem 17. Tabellenrang und somit in Schlagreichweite zum Hamburger SV, der den Auftaktgegner unseres FCI, den FC Schalke 04, im letzten Spiel 2016 mit 2:1 besiegte und sein Konto auf 13 Zähler aufstockte. Gelsenkirchen hingegen muss sich nach durchwachsenem Start mit allerlei Verletzungssorgen aktuell mit dem elften Tabellenrang zufrieden geben, den lediglich sechs Punkte von unseren Schanzern trennen. Mit einem Erfolg gegen die Königsblauen könnte der FCI also bis auf drei Punkte an den klaren Favoriten heranrücken. Mit welcher Formation das gelingen soll, ließ Chefcoach Maik Walpurgis noch offen: „Wir haben sowohl intensiv mit einer Vierer- wie auch mit einer Dreierabwehrkette trainiert und beide Varianten einstudiert, um flexibler zu sein“. Der FC Schalke 04 wird voraussichtlich auf seine Dreierkette vertrauen, die sich aus Gelsenkirchener Sicht in den letzten Partien etabliert hat.

Während unserer Schanzer sich im „Trainingslager dahoam“ in heimischen Gefilden auf die Rückrunde in der Bundesliga vorbereiteten, trainierten die Gelsenkirchener im spanischen Benidorm und absolvierten Testspiele gegen den belgischen Erstligisten KV Oostende (2:1-Sieg) und den Chemnitzer FC (1:2-Niederlage). Unser FCI hingegen behielt in seinen Vorbereitungsspielen eine weiße Weste: Einem 3:0-Sieg gegen den FC Heidenheim folgte eine spektakuläre Partie gegen die SpVgg Greuther Fürth. Der Zweitligist lag schnell mit 2:0 vorne, die Schanzer drehten jedoch die Partie und konnten beim Endstand von 4:2 aus Ingolstädter Sicht überzeugen. Beim letzten Test trennten sich der FCI und der 1. FC Nürnberg mit 0:0.

Personal und Form

Nach einer längeren Siegesserie mussten die durch zahlreiche Verletzungen geschwächten Knappen vor der Winterpause einige Rückschläge im Kampf um die internationalen Ränge hinnehmen. In den letzten vier Bundesligapartien gelang den Königsblauen lediglich ein Punktgewinn gegen den SC Freiburg. Am letzten Spieltag unterlagen die Gelsenkirchener dem direkten FCI-Konkurrenten Hamburger SV, zuvor auch Bayern Leverkusen und Leipzig. Auch im neuen Jahr muss Chefcoach Markus Weinzierl vorerst auf Breel Embolo, Klaas-Jan Huntelaar und Coke verzichten, die verletzungsbedingt pausieren müssen. Stürmer Franco di Santo unterzog sich zudem am Dienstag einer Leistenoperation. Auch wird Torjäger Nabil Bentaleb fehlen – der noch gelbgesperrte Algerier nimmt genau wie seine beiden Teamkollegen Tekpetey und Abdul Rahman Baba am derzeit ausgetragenen Afrika-Cup teil.

Für Baba ist das Turnier jedoch bereits beendet: Der Ghanaer verletzte sich beim 1:0-Sieg gegen Uganda schwer und zog sich eine Kreuzbandverletzung zu. Eric Maxim Choupo-Moting hingegen hat seine Teilnahme abgesagt und wird den Schalkern voraussichtlich am Wochenende zur Verfügung stehen, sollte die FIFA am Freitag grünes Licht geben, wovon Schalke-Coach Markus Weinzierl ausgeht: "Ich weiß keinen neuen Stand, ich rechne mit ihm. Ich gehe davon aus, dass er spielen kann". Zudem ergänzen die beiden Neuzugänge Holger Badstuber (vom FC Bayern München) und Zweitliga-Toptorjäger Guido Burgstaller (vom 1. FC Nürnberg) die Reihen der Knappen.

Unsere Schanzer mussten sich ebenfalls mit einer knappen 1:2-Niederlage (gegen den SC Freiburg) in die Winterpause verabschieden, zeigten sich zuvor jedoch in bestechender Form (zehn Punkte aus fünf Spielen). Bemerkenswert: Den Schanzern gelang dabei als erstem Team überhaupt ein Sieg gegen den Aufsteiger Leipzig, der im Audi Sportpark mit 0:1 kampfstarken Oberbayern unterlag. Ein weiterer Sieg sollte nur eine Woche später folgen: Beim Auswärtsspiel gegen Leverkusen gelang dem FCI beim 2:1 erneut ein Überraschungssieg. Zuvor mussten sich unsere Schwarz-Roten dem direkten Konkurrent Werder Bremen geschlagen geben (1:2), punkteten aber vor heimischem Publikum gegen den VFL Wolfsburg (1:1) und entführten drei Zähler aus Darmstadt (1:0). Personell gesehen muss Maik Walpurgis auf zwei Akteure verzichten: Moritz Hartmann wird mit einer Muskelverhärtung ausfallen – der Stürmer soll aber bereits nächste Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen.

Außerdem wird Marcel Tisserand fehlen. Der Innenverteidiger tritt ebenfalls beim Afrika-Cup an. Das Auftaktspiel konnte der Schanzer-Neuzugang mit seinem Team der DR Kongo gegen Marokko übrigens mit 1:0 gewinnen und tritt am Freitagabend gegen die Elfenbeinküste an (Anpfiff am 20. Januar um 17.00 Uhr). Seine Position wird Romain Brégerie übernehmen, wie Maik Walpurgis auf der Pressekonferenz äußerte: „Romain hat eine komplette, verletzungsfreie Vorbereitung absolviert und wirklich exzellent trainiert. Ich bin mir sicher, dass er seine Sache sehr gut machen wird“. Ein besonderes Lob erhielten zudem zwei Ex-Schalker: „Robert Leipertz und Maurice Multhaup haben ebenfalls die Vorbereitung genutzt und sich empfohlen. Beide sind definitiv an den Kader herangerückt“, so Walpurgis.

Schiedsrichter

Harm Osmers aus Hannover wird die Begegnung leiten. Zuletzt pfiff der 32-Jährige die Schanzer im April 2014, damals spielten die Schanzer 0:0 gegen die SpVgg Greuther Fürth.