Morales: „Am Ende zählen für uns nur die Punkte!“

Kämpfernatur Alfredo Morales (Foto: Bösl/KBUMM)

Morales: „Am Ende zählen für uns nur die Punkte!“

Heiß auf das nächste Bundesligaduell und die Chance auf Punkte: Alfredo Morales will nach dem 0:2 gegen Gladbach schnellstmöglich mit seinen Schanzern zurück in die Erfolgsspur und den Ärger über die richtungsweisende Fehlentscheidung zum 0:1 hinter sich lassen. Am Samstag gibt es in Hoffenheim nicht nur die Begegnung mit einem Topteam der Liga, sondern auch mit Ex-Schanzer Benjamin Hübner. Wir haben mit Alfredo über das kommende Spiel, die aktuelle Lage des FCI und den wichtigen Rückhalt der Fans gesprochen. Viel Spaß!
fci.de: Servus Alfi! Am Wochenende musstet ihr eine bittere Niederlage gegen Gladbach hinnehmen, nach der eine falsche Schiedsrichterentscheidung in aller Munde war. Wie bewertest du das Spiel mit ein bisschen Abstand?

Alfredo Morales: Es ist sehr schade, dass wir nichts geholt haben. Wir haben es geschafft, eine sehr gute Mannschaft offensiv fast komplett abzuschalten. Für Gladbach gab es fast keine klaren Torchancen und wir hatten gute Angriffe, auch wenn uns kein Tor gelungen ist. Da hat uns leider die letzte Zielstrebigkeit gefehlt. Umso bitterer ist es, durch so ein Tor in Rückstand zu geraten. Da ist dann auf einmal alles weg, was man sich aufgebaut hat und man muss umstellen. Wir haben zwar alles versucht und gut reagiert, aber das ist keine Entschuldigung.

fci.de: Du sprichst es gerade an: Selbst wenn das Tor nicht gegeben worden wäre, ist dem FCI keines gelungen. Was entgegnest du der Aussage, dass Gladbach ja auch so durch den zweiten Treffer gewonnen hätte?

Morales: Man weiß nie, was passiert und jedes Spiel ist anders. Aber Fakt ist: Es war noch eine halbe Stunde zu spielen und man hat oft in dieser Saison gesehen, dass wenn wir die Null halten, auch das nötige Selbstbewusstsein da ist, um in der Schlussphase nochmal gefährlich zu werden. Nach einem überraschenden Rückstand musst du reagieren und bist gegen bis dahin offensiv schwache Gladbacher im Nachteil. In dieser Phase des Spiels war das schwer zu verkraften.

fci.de: Wie baust du dich nach so einer Niederlage wieder auf?

Morales: In den Stunden nach Abpfiff kreisen die Gedanken darum, was man selbst hätte besser machen könnnen und warum man es nicht getan hat. Ich bin ein sehr emotionaler Spieler. Ich denke, dass weiß jeder FCI-Fan. Manchmal ist das positiv, manchmal negativ – deshalb nehmen mich Niederlagen immer mit. Mir persönlich hilft natürlich meine Familie, wenn die Kinder daheim ein bisschen Blödsinn machen und glücklich sind, dann lenkt mich das ab und macht auch mich wieder glücklicher. Wir sind Profis und man muss in seiner Karriere lernen, mit Rückschlägen umzugehen und diese nicht in das folgende Spiel zu tragen. Im Nachhinein kannst du nichts mehr ändern, da hilft es auch nichts, wenn man rumschmollt, weil man ungerecht behandelt wurde.

fci.de: In den kommenden Heimspielen trefft ihr auf Köln, Mainz, Darmstadt und Bremen, bis auf die Geißböcke Teams aus der unteren Tabellenhälfte. Obwohl der FCI aktuell keine gute Heimbilanz aufweisen kann: Ist das für dich ein Vorteil?

Morales: Natürlich ist es immer schöner, vor eigenem Publikum zu spielen. Ich finde es eher schade, dass wir unseren Fans bisher im Audi Sportpark noch nicht viele Erfolge bieten konnten – das wollen wir jetzt in dieser wichtigen Phase ändern. Wir spüren den Rückhalt und dafür sind wir sehr dankbar, gerade weil wir noch nicht die Erfolgserlebnisse wie letztes Jahr teilen durften. Aber ich glaube fest daran, dass unsere Fans in den wichtigen Heimspielen hinter uns stehen werden und wissen, wie wichtig diese sind.

fci.de: Weg vom Fußball: Bist du ein großer Faschingsfan?

Morales: Überhaupt nicht, aber das liegt an meiner Herkunft. In Berlin ist das kein Thema und hier hat es mich dann nicht mehr erwischt. Meinem Sohn macht das im Kindergarten, da feiern sie ein bisschen und backen gemeinsam. Aber ansonsten bleibt es dabei, dass ich ihn verkleide und mich freue, wenn er Spaß dabei hat!

fci.de: Am Samstag trefft ihr auf Hoffenheim – eines der Überraschungsteams der Liga, gegen die ihr euch in dieser Saison oft leichter getan habt. Was erwartet uns?

Morales: Uns macht es immer Spaß zu spielen, ob gegen Topteams oder gegen direkte Konkurrenten. Vielleich hat man unterbewusst dann noch einen zusätzlichen Motivationsschub, aber wir sind bisher gut damit gefahren, jedes Spiel gleich ernst zu nehmen, schon alleine, weil wir dringend Punkte brauchen. Wir werden versuchen, unser Spiel durchzuziehen. Dann nehmen wir auch was mit.

fci.de: Es wird auch ein Wiedersehen mit Ex-Schanzer Benni Hübner sein. Freust du dich auf das Duell und wie hast du seine Entwicklung wahrgenommen?

Morales: Er war in den letzten zwei Jahren ein wichtiger Spieler für uns und ich denke, dass seine Entwicklung auch die Entwicklung der Schanzer widerspiegelt. Er ist damals von Aalen zu uns gekommen und, genau wie wir, über sich hinausgewachsen. Er ist ein Spieler, der komplett mit dem Herzen bei der Sache ist und einen unglaublichen Willen hat. Ob für uns oder für Hoffenheim: Er schmeißt sich Kopf voraus überall dazwischen. Aber wir sind genauso und er wird sein Team warnen, uns nicht zu unterschätzen! Er weiß, wer wir sind und was wir im Stande sind, leisten zu können. Ich freue mich auf ein Wiedersehen, aber die Freundschaft ruht für 90 Minuten und am Ende zählen für uns nur die Punkte!

fci.de: Vielen Dank und viel Erfolg in Hoffenheim!