Sternisa: „Dem Licht am Ende des Tunnels gemeinsam Stück für Stück näherkommen“

Aufgrund seiner Kompetenzen die „Idealbesetzung“, unterstrich Aufsichtsratschef Karl Meier jüngst: Manuel Sternisa, Geschäftsführer der Schanzer (Foto: Bösl / KBUMM).

Sternisa: „Dem Licht am Ende des Tunnels gemeinsam Stück für Stück näherkommen“

Es war eine echte Zäsur an oberster Stelle: Mit Franz Spitzauer verließ ein Gründungsmitglied die FCI-Geschäftsführung im Sommer 2020, Manuel Sternisa (46) beerbte den 56-Jährigen mit Beginn des August-Monats. Wir blicken zurück auf fünf intensive Monate unter schwierigen Bedingungen, die der gebürtige Schanzer, Ex-FCI-Spieler und studierte Rechtswissenschaftler hinter sich hat und hören schnell heraus: Er will nichts davon missen. Für 2021 hat sich der ehemalige General Counsel von MediaMarktSaturn einiges vorgenommen.

fci.de: Hallo Manuel, du bist nach über 20 Jahren bei MediaMarktSaturn im Sommer zu deinem Herzensverein gekommen. Gleich einmal mit der Tür durchs Haus an den neuen Geschäftsführer: Wo steht das „Unternehmen FC Ingolstadt 04“?

Manuel Sternisa: „Ich bin der Meinung, dass das, was aktuell möglich ist, auf sehr hohem Niveau ausgeschöpft wird. Das gilt für den Bereich der Geschäftsstelle, aber genauso bei den Profis, im Nachwuchsbereich und der Fußballschule.“

fci.de: Heißt also, nichts geht mehr?

Sternisa: „Nein. Es sind in allen Bereichen noch Potenziale vorhanden, nach wie vor. Aber diese sind größtenteils aufgrund der Gesamtsituation nicht abrufbar. Diese Situation definiert sich zwangsläufig durch die aktuelle Liga-Zugehörigkeit, aber natürlich auch ganz massiv durch Corona.“

fci.de: Stichwort Corona: Wie hat die Pandemie deinen Start ins neue Amt erschwert?

Sternisa: „Um ganz ehrlich zu sein: Ich kann mir kaum schwierigere Startbedingungen vorstellen – sowohl für die Position des Geschäftsführers an sich als auch für die Art und Weise, wie ich sie ausfüllen will. Ich bin jemand, der über die Kommunikation und die Gemeinschaft kommt und diese fördert. Das wird zwangsläufig schwer, wenn man Abstand halten soll.“

fci.de: Auch deswegen hast du dich – zwangsläufig – auf die Arbeit innerhalb der FCI-Familie konzentrieren können. Große Treffen mit Geschäftsführerkollegen, bei Verbänden, Partnern, Fans oder Liga-Ausschüssen waren nicht realisierbar. 

Sternisa: „Absolut, aber insbesondere dieser erste, direkte Kontakt ist aus meiner Sicht eben essentiell wichtig! Es tut weh, dass es diesen bisher nur ganz eingeschränkt geben konnte. Und dennoch glaube ich sagen zu können: Wir haben das Bestmögliche daraus gemacht. Mein Fokus galt zunächst stark dem Innenleben hier im Betrieb, gleichzeitig konnte ich über die Fachleute im Haus das Netzwerk nach außen hin auf digitalem Weg aufbauen bzw. erweitern. Ich hoffe jedenfalls auf deutlich mehr persönliche Treffen im neuen Jahr – für uns alle.“

fci.de: Hand aufs Herz – Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen fühlst du dich sehr wohl beim FCI…

Sternisa: „Definitiv. Ich kümmere mich jetzt mit voller Kraft und meinem ganzen Elan um das Thema Fußball. Die Gesamtsituation, meine Leidenschaft zur Profession machen zu dürfen, macht mich überglücklich und spornt mich tagtäglich an.“

fci.de: Zurück zu deinen Eindrücken: Du hast dir 2020 also einen detaillierten Überblick über die Arbeit im Haus verschaffen können. Was zeichnete den FCI in den vergangenen, knapp fünf Monaten aus?

Sternisa: „Wenn es eine Gelegenheit gegeben hat, auf einen Zug aufzuspringen, dann wurde das mit allen Ressourcen und Kompetenzen versucht. Wichtig ist, dass wir permanent darauf hinarbeiten, damit sich diese Gelegenheiten ergeben. Ein Beispiel ist die Partnerschaft mit Frankenbrunnen, die wir im Sommer erzielen konnten.“

fci.de: Was bedeutet das mit Blick auf die Herausforderungen in 2021?

Sternisa: „Sobald sich Rahmenbedingungen ändern – sagen wir, beispielsweise durch eine Entspannung bei der Corona-Pandemie durch Impfstoff und Lockdown – müssen wir da sein und die Potenziale nutzen, die sich ergeben. Darauf arbeiten wir mit Weitblick hin. Wir wollen bestmöglich vorbereitet sein.“

fci.de: Vorerst werden wir bei allem Optimismus wohl weiterhin mit Geisterspielen vorlieb nehmen müssen…

Sternisa: „Ja. Nach wie vor fehlt damit mehr als nur das Salz in der Suppe, zumal gerade die Heimauftritte unserer Profis ja wirklich für viel Freude sorgen. Es ist umso schöner zu sehen, dass die Kommunikation zu den Fans nicht abreißt. Und immerhin gewöhnt man sich als Zuschauer, das ist zumindest mein Empfinden, an TV-Spiele ohne Fans vor Ort. Denn diese Geisterspiele sind das kleinere Übel gegenüber einer Gesellschaft ohne den Fußball. Unsere digitalen Partner- und Fantreffs sind in diesen Zeiten zweifellos ganz wichtige Tools, um die Verbindung im Rahmen unserer Möglichkeiten zu den Anhängern, Journalisten und Partnern zu erhalten.“

fci.de: Kommen wir noch explizit auf die Partner zu sprechen: Wie wichtig ist ihre Treue in Corona-Zeiten?

Sternisa: „Da kann man noch so fußballromantisch sein, ohne die Unterstützung durch Sponsoren und Partner ist Profifußball nicht möglich. Ganz besonders nicht in einer 3. Liga mit deutlich geringeren Fernsehgeldern als in den Bundesligen. Zu nennen sind aber in dem Zuge auch unsere Dauerkarteninhaber, die einen großen Beitrag geleistet haben in einem schwierigen Jahr und für ihren FCI zurückgesteckt haben.“

fci.de: Wir hoffen natürlich, sie alle bald wieder im Stadion sehen zu können! Abschließend: Was wünschst du den Menschen zu Weihnachten?

Sternisa: „Zunächst einmal möchte ich mich bei allen Mitarbeitern der Schanzer-Familie bedanken, des Weiteren bei unseren Fans und unseren Partnern. Sie alle haben mir einen angenehmen Einstieg ermöglicht, ich fühle mich bereits komplett angekommen in meiner Tätigkeit. Uns allen wünsche ich kurzfristig, dass wir so fokussiert bleiben und unsere sportlichen Ziele erreichen. Dahingehend werbe ich dafür, uns weiterhin von außen so klasse zu unterstützen. Jetzt kommt aber das Wichtigste: Über allem steht, dass wir zusammen gesund bleiben und dem noch etwas weiter entfernten Licht am Ende des Tunnels gemeinsam Stück für Stück näherkommen. Frohes Fest und allen Schanzern ein gesundes, neues Jahr!“