Donauderby mit Kultcharakter: „Mit unseren Fans zum Heimerfolg“

Moritz Hartmann (rechts) war natürlich schon 12/13 bei den Duellen mit dem Jahn dabei. Der 31-Jährige kann bei der Neuauflage leider nicht mitwirken (Foto: Bösl / KBUMM).

Donauderby mit Kultcharakter: „Mit unseren Fans zum Heimerfolg“

Es ist wieder soweit! Nach vierjähriger Pause kommt es zum Wiedersehen zwischen Schanzern und dem SSV Jahn. Ein heißer Sonntag steht bevor, für den Trainer Maik Walpurgis einen klaren Plan definiert hat: „Wir wollen zu Hause unser Spiel und unser System durchbringen und mit unseren Fans einen Heimsieg feiern. So und nicht anders lautet das Ziel.“ Anstoß ist um 13.30 Uhr im Audi Sportpark.

Rückblick
Vier Siege, ein Remis, eine (denkwürdige) Niederlage, so die Bilanz des FCI gegen den SSV in Pflichtspielen. Die jüngsten dieser beiden Duelle, in der Saison 2012/13, hatten es in sich und gestalteten sich torreich: 4:2 und 2:1 stand es zum Schluss für die damals von Tomas Oral betreuten Schanzer. Jene 0:1-Pleite wiederum, im Übrigen fast exakt vor zehn Jahren am 18. August 2007, brachte den damaligen Schanzer-Trainer Jürgen Press auf die Palme. Der Rest der Geschichte ist bekannt. Übrigens: Ein echter „Jahn-Experte“ ist unser Angreifer Moritz Hartmann, er traf in drei Spielen gegen den SSV dreimal. Leider ist der Routinier an diesem Sonntag noch zum Zuschauen verdammt. „Er macht sehr gute Fortschritte, aber es wird noch ein wenig dauern“, sagt Trainer Maik Walpurgis über den FCI-Dauerbrenner (seit 2009 im Verein).

Personal
Der SSV Regensburg hat personell gesehen einen Umbruch hinter sich: Elf Abgänge und neun Neuzugänge sind bis dato beim Jahn zu verzeichnen. Die Oberpfälzer standen zudem vor der Herausforderung ihren Aufstiegs- und Cheftrainer zu ersetzen. Der nach Leverkusen abgewanderte Heiko Herrlich wurde durch Achim Beierlorzer ersetzt. Der 49-jährige Fußballlehrer, der jahrelang bei RB Leipzig im Nachwuchs gearbeitet hat, stand vor der großen Herausforderung, die Abgänge von Stammkräften aus der Aufstiegssaison zu kompensieren. Dies soll mit einer Mischung aus jungen, hungrigen Talenten klappen. Doch die Transferbemühungen des SSV sind jedoch noch nicht beendet: „Wir suchen weiter auf der Stürmerposition und eventuell auch im offensiven Mittelfeld nach Verstärkung. Wir sind in guten Gesprächen mit dem einen oder anderen Spieler“, erklärt Achim Beierlorzer.

Auf der Gegenseite schöpft Walpurgis weitestgehend aus dem Vollen: „Bis auf Moritz Hartmann stehen uns alle Akteure zur Verfügung.“ Heißt auch: Die zuletzt angeschlagenen Alfredo Morales und Marcel Gaus sind wieder fit, mit Takahiro Sekine steht der jüngste Neuzugang ebenfalls parat. Paulo Otavio, der zudem in der Vorwoche beim Pokalsieg gegen die Münchner Löwen Premiere feiern durfte, hofft auf weitere Einsatzzeit: „Ich freue mich auf das Match, denn ich liebe Derbies. Es geht einfach nochmal intensiver zur Sache. Ich hörte von den früheren Spielen gegen Regensburg. Sie sind jetzt wieder zurück in der 2. Bundesliga und werden uns alles abverlangen!“ Zuguterletzt: Youngster Max Christiansen sammelte bei der U 21 am Freitagabend wertvolle Spielpraxis, auch der 20-Jährige, vor einer Woche in München schon mit dabei, rückt damit immer näher an den Kader.

Ausblick
Nach zwei Niederlagen zum Start wollen die Schanzer gegen den Aufsteiger unbedingt drei Punkte einfahren. Kurios: Auf der Seite der Oberpfälzer fällt die bisherige Saisonbilanz identisch aus: Der SSV Jahn verlor seine beiden Liga-Begegnungen, setzte sich aber im Pokal durch. Nach dem Sieg in der ersten Runde gegen den SV Darmstadt 98 kommen die Oberpfälzer mit einer breiten Brust in den Audi Sportpark. Doch Beierlorzer warnt: „Wir fahren auch mit Respekt nach Ingolstadt, denn der FCI hat eine sehr gute Mannschaft mit hervorragenden Einzelspielern. Das wird eine schwere Aufgabe“, äußerte sich Jahns Cheftrainer bei Fupa.net. Angesprochen auf die Aufgabe in der 2. Bundesliga, ist sich der gebürtige Franke sicher: „Wir brauchen eine gute Balance zwischen Offensive und Defensive“, mahnte er an. „Es ist notwendig, dass wir weniger Gegentore bekommen als in der vergangenen Saison.“

Unser Coach Walpurgis blickte im Vorfeld des Aufeinandertreffens schonungslos auf die bisherigen Spiele zurück: „Wir sind nicht so gestartet, wie wir uns das vorgestellt haben, haben uns unter Wert verkauft.“ Das Rezept für die Zukunft: „Es gilt jetzt, in dieser Phase konzentriert zu arbeiten, Ruhe zu bewahren und sich auf seine Stärken zu berufen, wie wir das auch in der Bundesliga-Saison getan haben. Ich glaube schon, dass wir jetzt nach und nach wieder zu alter Stärke finden.“ Jenes geschlossene, mutige und agressive Auftreten, was den FCI auch in der vergangenen Saison ausmachte, kann auch am Sonntag wieder der Trumpf sein. Stefan Lex: „Wir haben beim 2:1-Sieg im Pokal gegen die Löwen gezeigt, wie es geht. Eine hundertprozentige Einstellung in den Zweikämpfen ist entscheidend“, so der 27-Jährige. Sein Teamkollege Tobias Schröck weiß, wie man als Zweitliga-Aufsteiger im Unterhaus agiert. Er kennt den „Rückenwind“ eines Liga-Neulings nur zu gut und sagt: „Ich erwarte ein Kampf-Spiel. Für Regenburg sind gerade die ersten Spiele als Aufsteiger immer etwas Besonderes in der zweiten Liga. Das weiß ich noch aus Würzburg, so ging es uns letzte Saison auch. Sie werden hochmotiviert sein, aber das werden wir auch sein. Wir wollen den Derby-Sieg“, stellt Mittelfeldspieler Tobias Schröck klar.

Schiedsrichter
Die Partie leitet Marco Fritz aus Korb. Letzte Zusammenkunft mit dem 39-Jährigen war im April, damals pfiff Fritz das Spiel unserer Schanzer in Augsburg (3:2-Sieg in der Englischen Woche). Im assistieren Marcel Pelgrim (Bocholt) und Pascal Müller (Löchgau). Der vierte Offizielle ist Robert Wessel aus Berlin.

Tickets
Für die Begegnung erwarten wir rund 1500 Gästefans aus der Oberpfalz. Die Tageskassen öffnen am Spieltag, sodass auch „Kurzentschlossene“ am Sonntag fündig werden. In jedem Fall empfehlen wir aufgrund des Aufkommens, rechtzeitig in Richtung Audi Sportpark aufzubrechen. Die Schanzer freuen sich auf eure Unterstützung!