Die Schanzer
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Mannheim stoppt die Ungeschlagen-Serie: Unser FCI unterliegt zu deutlich mit 1:4. (Foto: Bösl / KBUMM).

Rückschlag gegen den Waldhof: FCI kassiert in Mannheim 1:4-Niederlage

Bitterer Nachmittag für den FC Ingolstadt 04: In Mannheim muss die Truppe von Tomas Oral die höchste Saisonniederlage hinnehmen. Mit einem schmerzhaften 1:4 treten die Schanzer die Heimreise an und müssen sich vor allem fragen, weshalb die Leistungen in den beiden Halbzeiten soweit auseinander lagen. Rafael Garcia (24.) und Marcel Costly (35.) brachten den SVW verdient in Führung. Der FCI zeigte in Durchgang Zwei ein anderes Gesicht, ließ aber beste Chancen liegen. Dominik Martinovic bestrafte dies per Kontertor (63.), ehe Stefan Kutschke leider zu spät den einzigen Treffer für den FCI erzielte (78.). Lattenknaller, verweigerter Handelfmeter, all das half in der Schlussphase nichts. Denn wenige Minuten vor dem Ende machte Waldhof dann den Deckel drauf: Joseph Boyamba traf zum 4:1-Endstand (89.), den es nun bis nächste Woche Sonntag zu verarbeiten gilt. Dann empfängt der FC Ingolstadt 04 den 1. FC Magdeburg (Anpiff: 15 Uhr).

Ein Viertel der Saison 2020/21 gehört bereits der jüngsten Schanzer Vergangenheit an, die sich derzeit mehr als sehen lassen kann: Seit fünf Spielen in Folge ist die Mannschaft von Tomas Oral von anderen Drittligisten nicht mehr geschlagen worden. Jene Serie galt es am 10. Spieltag in Mannheim fortzuführen, doch es sollte alles anders kommen. Gegen den SV Waldhof setzte der gebürtige Ochsenfurter nahezu auf das gleiche Personal wie beim fulminanten 4:1-Heimerfolg gegen den SV Wehen Wiesbaden. Einzig den bei der finnischen Nationalmannschaft weilenden Flügelflitzer Ilmari Niskanen galt es zu ersetzen. Dieses Mal entschied sich unser Coach für Rico Preißinger, der damit sein Startelf-Debüt für den FC Ingolstadt 04 gab. Weitere neue Gesichter ließen sich hingegen lediglich bei den Reservisten auskundschaften. So meldete sich Tobias Schröck, nach überstandenem grippalem Infekt, rechtzeitig zum Auswärtsmatch wieder zurück. Auch Caniggia Elva, der zuletzt wegen seiner roten Karte aus dem Kaiserslautern-Spiel drei Begegnungen hatte aussetzen müssen, trat die Reise mit an. Gegen den SVW agierte Oral etwas defensiver als die letzten Male und setzte auf ein 4-2-3-1.

Bei spätsommerlichen 19 Grad und Sonnenschein stießen die in Weiß gekleideten Gäste im Carl-Benz-Stadion an (1. Spielminute). Nach den ersten 120 Sekunden war bereits der Matchplan der Ingolstädter erkennbar: Den Ball ruhig in den eigenen Reihen laufen lassen und die Mannheimer dadurch viel zum Laufen bringen, waren die Gastgeber doch in den letzten Drittligapartien vorwiegend durch ihre Offensivstärke in Erscheinung getreten, während die Donaustädter gerade einmal acht Gegentreffer hinnehmen mussten.

Nach drei gespielten Minuten konnte die Oral-Elf den ersten Torabschluss für sich verbuchen, welcher durch einen weiten Einwurf von Marcel Gaus, der zunächst von Marcel Seegert geklärt worden war, eingeleitet wurde. Der zweite Ball landete bei Björn Paulsen, der mutig draufhielt und aus rund 20 Metern abzog. Jedoch segelte die Kugel über den Kasten von Jan-Christoph Bartels (3.). Die Schanzer waren auch in der Folgezeit die kontrollierende Mannschaft und luchsten dem Gegner das Spielgerät nach fast jedem Ballverlust sofort wieder ab (6.). Drei Zeigerumdrehungen später gab Schiedsrichter Patrick Hanslbauer die erste Ecke der Partie, die unsere Jungs zur zweiten Standardsituation klären konnten (9.). Das runde Leder kam beim Zweitversuch gefährlicher in die Box, doch Paulsen und Kapitän Stefan Kutschke waren zur Stelle. Auch Preißinger konnte sich bei besagter Situation im Zweikampf gegen Rafael Garcia behaupten, ging allerdings anschließend zu Boden und hielt sich schmerzverzerrt die rechte Schulter (10.), weshalb er von der medizinischen Abteilung am Spielfeldrand behandelt werden musste. Die Begegnung wurde unterdessen fortgesetzt.

Nach vierminütigem Unterzahlspiel kehrte Rico Preißinger wieder auf das Grün zurück (14.) und war sofort gefordert. Mannheims Donkor setzte sich auf der linken Seite gegen Marcel Gaus und Dominik Franke durch und schoss aus spitzem Winkel auf das Tor von Fabijan Buntic. Letzterer konnte mit einer Glanzparade nach vorne sein Team vor dem Rückstand bewahren. Jedoch hatte so Ferati die Möglichkeit aus weniger als zehn Metern einzunetzen, rechnete aber nicht mit Dominik Franke, der in letzter Sekunde auf der Linie klären konnte (15., 16.). Riesendusel für den FCI, der eine Minute später dann doch den ersten Wechsel vornehmen musste. Preißinger zeigte an, dass die Schmerzen zu groß seien und es für ihn nicht mehr weitergehe. Für ihn brachte Tomas Oral Canigga Elva (19.). An dieser Stelle wünschen wir Rico, der direkt ins Krankenhaus gefahren wurde, von Herzen gute Besserung!

Nach zwanzig Minuten setzte Gaus das nächste Zeichen und brachte einen Freistoß aus gut 30 Metern direkt auf des Gegners Gehäuse, verfehlte das Tornetz aber um mehrere Meter. Unser Vizekapitän war es wenig später erneut, der für Unruhe im Strafraum der Hausherren sorgte (23.). Sein Einwurf landete bei Kutschke, der das Spielgerät nicht gänzlich unter Kontrolle bekam, aber die Schanzer im Spiel hielt. Marc Stendera kam dran, der Neuzugang fackelte nicht lange, zog ab – doch sein Schuss ging letztlich ins Toraus. Was darauf folgte, war der lange Ball von SVW-Keeper Bartels auf Seegert, dessen Steilpass von Dominik Martinovic zu Garcia weitergeleitet wurde. Der Stürmer der Gastgeber lief allein auf Buntic zu und konnte zum 1:0 einschieben (24.). Ein Nackenschlag für den FCI, der sich von der Führung der Konkurrenz erstmals erholen musste, was die Truppe von Patrick Glöckner fast zum 2:0 nutzte (30.). Erneut war es ein Blau-Schwarzer, der mutterseelenallein vor unserer Nummer 24 auftauchte. Martinovic hatte sich gegen die Defensivmannen behauptet, setzte aber das runde Leder im 16er am rechten Pfosten vorbei.

Waren die Oberbayern doch zunächst die bessere Elf, hatte sich das Blatt nach dem ersten Gegentor gewendet, da es nun die Mannheimer waren, die ihren Ballbesitz zur ihren Gunsten zu nutzen pflegten, was auch die 34. Minute zeigte: Donkor mit viel Raum auf der linken Seite des Platzes. Seine Flanke ließ Torschütze Garcia passieren und im Rückraum lauerte Costly, der schnell reagierte und zum 2:0 vollstreckte.

Der Spielstand ging in dieser Phase der Partie in Ordnung, fehlte Stefan Kutschke, Caniggia Elva, Fatih Kaya und Co. weiterhin der Zug zum Tor. Erst in der 40. Minute zeigten die Jungs von Tomas Oral wieder eine Offensivaktion, als der eingewechselte Flügelflitzer Elva von links – allerdings vergeblich – in den Strafraum flankte. Kurz vor dem Halbzeitpfiff gab Schiedsrichter Hanslbauer einen Stendera-Freistoß, der zwar von Gaus verlängert wurde, aber nicht den Anschlusstreffer mit sich brachte (45.). Auch in der dreiminütigen Nachspielzeit sollten beide Teams nicht mehr am Ergebnis rütteln.


Verletzungsbedingter Wechsel: Caniggia Elva kam nach 19 Minuten für Rico Preißinger (Foto: Bösl / KBUMM).

Anders als in den vergangenen Wochen nahm Tomas Oral mit Wiederanpfiff einen Wechsel vor. Für das gestrige Geburtstagskind, Fatih Kaya, brachte er Youngster Filip Bilbija. Der 20-jährige Stürmer hatte kaum den Rasen betreten, schon sorgte er – im Zusammenspielt mit Elva – für die bis dahin beste FCI-Chance (47.). Im Vorwärtsgang legte „Cani“ auf für seinen Mannschaftskollegen, der aus halblinker Position aus rund 15 Meter vor dem gegnerischen Tor draufhielt. Im Nachfassen konnte sich Bartels den Ball jedoch krallen. Vier Minuten später sah der gegnerische Torhüter weniger glücklich aus. Ihm versprang das Spielgerät, als Elva nach selbigem stocherte. Unser Flügelflitzer kam mit der Spitze seines Schuhs an das Leder ran, was es Bartels erlaubte dieses mit der Hand zu greifen. Dies sollte ihm gelingen, sodass die aufkommende Gefahr final unterbunden werden konnte (50.).

Ingolstadt war nach dem Seitenwechsel das tonangebende Team, denn erst in der 52. Minute die erste Möglichkeit für die Mannheimer. Costly kam vor Nico Antonitsch und Dominik Franke an den Ball, flankte auf Ferati, der aber nicht die nötige Wucht hinter den Kopfball brachte. Bisher verlief die Begegnung mehr als fair ab, hatte doch keiner der Aktiven den Karton gesehen, was sich auf Seiten des FCI bald ändern sollte (54.). Michael Heinloth kassierte für seinen Einsatz mit vermeintlich zu hohem Bein Gelb. Auch Stefan Kutschke wurde kurz darauf vom Schiedsrichter sanktioniert, als er Jesper Verlaat unglücklich auf den Fuß stieg (56.).

Nach einer Stunde dann die nächste Riesenchance für die Schanzer: Nach einem langen Ball lief Marcel Gaus auf der linken Außenbahn frei auf Bartels zu. Dabei passte der Vizekapitän uneigennützig auf den mitgelaufenen Elva, der aus rund 15 Metern vor dem leeren Tor abziehen konnte, aber nur das Außennetz traf (60.). Der Offensivdrang des FCI wurde wenig später bestraft. Doppelpass zwischen Martinovic und Garcia, wobei Zweiter frei vor Buntic zum 3:0 einnetzte (63.). Der Frust saß tief in den Reihen der Donaustädter, was der Gewaltschuss von Paulsen eindrucksvoll unter Beweis stellte. Unser "Wikinger" bekam auf der linken Seite in der Box das Spielgerät zugesteckt, traf aber trotz aller Wucht nur die Latte (68.). Der FCI steckte den Kopf nicht in den Sand und drängte weiterhin aktiv nach vorne. Elvas Hereingabe setzte Kutschke knapp neben den Pfosten (70.).

Dann ein Aufreger: An der Strafraumkante kam Verlaat mit dem Oberarm an die Kugel, doch Patrick Hanslbauer entschied sich gegen den Strafstoß und ließ weiterlaufen (72.). Eine Fehlentscheidung, da der Arm nicht am Körper und der Kontakt zwar unbeabsichtigt, aber regelwidrig war. Hoffnung keimte dann endlich vier Minuten später auf. Nach einem beeindruckenden Elva-Sprint gen SVW-Strafraum legte der 24-Jährige quer für den mitgeeilten Kutschke, der Bartels ausspielte und zum 3:1 traf (76.).

Den nächsten Dämpfer erfuhr einige Atemzüge später Elva, der von Ferati gefoult wurde, dadurch in seinen Gegner stolperte und dafür – zum Unverständnis aller – die gelbe Karte sah (82.). Fast hätte sich danach unser Kapitän nochmals belohnt, aber in letzter Sekunde brachte Bartels seinen Körper zwischen das Tor und den Ball (85.). Der daraus resultierende Eckball brachte nichts ein, wurde aber von Mannheim zum Kontern genutzt, doch Heinloth bekam schlussendlich den Fuß dazwischen (87.). Anders in der 89. Minute: Der eingewechselte Boyamba spielte den herauseilenden Buntic aus und erhöhte aus spitzem Winkel zum 4:1. Auch in der zweiten Halbzeit gab der Schiedsrichter drei Minuten extra, doch die Entscheidung war zu diesem Zeitpunkt bereits gefallen. Der FC Ingolstadt 04 muss sich am Ende offensiv stark agierenden Mannheimern mit 1:4 geschlagen geben. Nun hat die Oral-Truppe bis nächsten Sonntag Zeit die Partie aufzuarbeiten. Dann kommt Magdeburg in den Audi Sportpark (Anpfiff: 15 Uhr).

FCI: Buntic - Franke, Paulsen, Antonitsch, Heinloth – Preißinger (19., Elva), Keller – Gaus, Stendera, Kaya (46., Bilbija) – Kutschke

Tore: 1:0 (24., Garcia), 2:0 (35., Costly), 3:0 (63., Martinovic), 3:1 (78., Kutschke), 4:1 (89., Boyamba)

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