Peter Stöger: „Der FCI ist nicht leicht zu besiegen“

Ein Bild mit Symbolkraft? Mathew Leckie setzte sich im Hinspiel der vergangenen Saison gegen Matthias Lehmann und Marcel Risse im Zweikampf durch. Foto: (Foto: KBUMM/Michalik)

Peter Stöger: „Der FCI ist nicht leicht zu besiegen“

14. Oktober, 2016 12.00 Uhr

Der siebte Bundesliga-Spieltag steht für den FC Ingolstadt 04 vor der Tür. Nach der Länderspielpause soll sich die Geschichte der Schanzer bei Duellen mit dem 1. FC Köln wiederholen. Mindestens ein Punktgewinn – wie in den letzten beiden Begegnungen erzielt– bei den formstarken Rheinländern ist am Samstag (15. Oktober 2016, Anstoß: 15.30 Uhr) das Ziel. Kapitän Marvin Matip und Co. wollen mit aller Macht mit einem Erfolgserlebnis aus der Domstadt zurückkehren.
Historisch gesehen bietet die Begegnung des FC Ingolstadt 04 gegen den 1. FC Köln Anlass für Optimismus. Liga- und Saisonübergreifend endeten die letzten drei Begegnungen zwischen den Oberbayern und den Rheinländern jeweils 1:1. An das Spiel in der vergangenen Saison beim „Effzeh“ erinnert sich FCI-Kapitän Marvin Matip gerne zurück: „Es war an einem Freitagabend, ein umkämpftes Flutlichtspiel. Dazu hatte ich an dem Tag auch noch meinen 30. Geburtstag. Beim Führungstreffer der Kölner bin ich vorher weggerutscht. Zum Glück konnte ich mit meinem Kopfballtor dem Team helfen, einen Punkt zu entführen. Geburtstag hab ich diesmal nicht, das eigene Tor nehme ich aber gerne wieder mit“, lacht der Ex-Kölner, der seit über sechs Jahren in Diensten der Schanzer steht.

Personal:
Der Cheftrainer des 1. FC Köln, Peter Stöger, hat am Samstag die Qual der Wahl: „Wir können auf unseren gesamten Kader zurückgreifen. Die zuletzt verletzten Spieler sind zumindest schon wieder im Trainingsbetrieb. Das ist gerade im Hinblick auf die nächsten Wochen sehr erfreulich.“ Ob Anthony Modeste, Top-Torjäger der „Geißböcke“, auflaufen kann, ist jedoch noch fraglich. Der Franzose präsentiert sich aktuell in Topform und steht mit fünf Treffern mit Robert Lewandowski, Pierre-Emerick Aubameyang, Vedad Ibisevic und Chicharito an der Spitze der Torschützenliste. Nach einem Zweikampf mit Dominic Maroh wurde Modeste am vergangenen Dienstag im Mannschaftstraining am linken Sprunggelenk getroffen und konnte seitdem nicht mehr trainieren. „Es ist nicht ganz so schlimm bei Tony. Es ist keine Knochen- oder Bänderverletzung“, sagte Stöger. Vielmehr handele es sich um eine „schmerzhafte Geschichte und wir können noch nicht genau sagen, ob er in drei Tagen einsatzbereit ist. Aber wir haben genug Alternativen, um einen eventuellen Ausfall aufzufangen“, so der Österreicher über einen möglichen Ausfall seines Angreifers.

Bei unseren Schanzern stellt sich die Personalsituation ähnlich dar. So stehen Cheftrainer Markus Kauczinski alle Spieler zur Verfügung. Auch Sonny Kittel, der laut Kauczinski zwar „noch kein Kandidat für den Kader gegen Köln ist“, macht nach seinem Aufbautraining große Fortschritte und könnte schon bald seine ersten Pflichtspielminuten für den FCI absolvieren. Die Plätze im 18-Mann Kader sind unterdessen hart umkämpft: „Man spürt im Training, dass jeder dabei sein möchte. Für uns als Trainerteam ist das schön zu sehen, wenn es uns die Jungs die Entscheidung so schwer wie möglich machen wollen“, so der 46-Jährige.

Gegner:
Der 1. FC Köln ist in der laufenden Bundesliga-Saison noch ungeschlagen. Mit drei Siegen und drei Remis rangieren die Domstädter mit zwölf Punkten auf dem vierten Tabellenrang. Eindrucksvoll setzten sich die Rheinländer gegen den SV Darmstadt 98 (2:0), Sportclub Freiburg (3:0) und beim FC Schalke 04 (3:1) durch. In den Partien gegen den VfL Wolfsburg (0:0), RB Leipzig (1:1) und den FC Bayern München (1:1) konnte jeweils ein Punkt erkämpft werden.

Schiedsrichter:
Tobias Welz wird die Partie der Schanzer im RheinEnergieSTADION pfeifen. Seine Assistenten sind Rafael Foltyn und Dr. Martin Thomsen. Der vierte Offizielle ist Christian Bandurski.  Der Wiesbadener leitete in der Bundesliga insgesamt zwei Partien mit FCI-Beteiligung: Die Heimspiele der Schwarz-Roten gegen Werder Bremen (2:0) und Borussia Mönchengladbach (1:0).

Vorschau:
„Wir mussten die vergangenen Spiele verdauen und einordnen. Dem haben wir uns in der Länderspielpause gestellt. Das Fantreffen unter der Woche war auch wichtig für uns, denn wir spüren, dass alle FCI-Fans hinter uns stehen“, so Markus Kauczinski. Für das Spiel beim 1. FC Köln geht es darum, „eine gute Mischung zwischen kompromissloser Defensive und mutiger Offensive zu finden. Das Augenmerk gilt vor allem dem mannschaftstaktischen Verhalten und der Absicherung auf dem Platz nach Ballverlusten. In unserem Spiel nach vorne haben wir uns immer auch Großchancen herausgespielt. Diese müssen wir effektiver nutzen. Es gibt entscheidende Momente im Fußball, in denen wir besser werden müssen. Darauf haben wir in den Einheiten den Fokus gelegt“, so der Fußballlehrer weiter.

Die Gastgeber hatten dagegen eine vergleichsweise "entspannte" Woche: „Die Länderspielpause hat uns nicht geschadet. Wir konnten die Zeit zum Durchatmen nutzen und freuen uns auf das Spiel am Samstag“, so Peter Stöger. Unterschätzen wollen die Rheinländer die Donaustädter aber nicht: „Ingolstadt hat an seiner grundsätzlichen Spielidee nicht so wahnsinnig viel verändert. Es bleibt abzuwarten, was sie aufgrund ihrer Situation – die nicht einfach ist – verändern werden. Wir wollen unser Spielidee so gut es geht durchbringen. Auf der anderen Seite wissen wir, welche Spielertypen der FC Ingolstad 04 hat. Das ist manchmal entscheidender als die Spielanlage. Mal sehen, wie sie es angehen. Wir wissen, dass der Gegner bisher nur einen Punkt geholt hat, wir wissen aber auch, dass die Spiele alle sehr knapp waren und auch anders hätten ausgehen können. Die Schanzer sind nicht leicht zu besiegen – darauf sind wir vorbereitet. Es wird ein laufintensives Spiel werden, davon kann man ausgehen.“

Zweifelsohne wird die Partie gegen die aktuell viertbeste Defensive Europas (drei Gegentore) eine große Herausforderung für die Schanzer. Der Keeper des „Effzeh“, Timo Horn, dessen Bilanz mit 87% abgewehrter Torschüsse ligaweite Spitze darstellt, fordert einen Heimsieg seiner Mannschaft: „Die Fans erwarten, dass wir die drei Punkte einfahren – auch wenn Ingolstadt sicherlich tief stehen und uns das Leben schwer machen wird“, sagt Horn. „Wenn wir unsere Leistungen bestätigen, können wir definitiv einen Heimsieg holen.“

Moritz Hartmann, der wie Marvin Matip eine Vergangenheit beim 1. FC Köln hat, weiß um die Schwere der Aufgabe, gibt sich aber kämpferisch: „Ja, wir stehen schon etwas unter Druck. Ich hoffe, dass nun in Köln unser Knoten platzt.“ Beim letzten Sieg gegen die Kölner im Herbst 2013 war es der 30-Jährige höchstpersönlich, der mit einem sehenswerten Dostanzschuss für drei Zähler im RheinEnergieSTADION sorgte. Auch damals waren die Geißböcke klarer Favorit – Eine Geschichte, die sich gerne wiederholen darf…

Rund 500 Fans begleiten den FCI in die Rheinmetropole. Auf geht’s Schanzer, kämpfen und SIEGEN!