Solidarität, Grenzenlos – Internationale Wochen gegen Rassismus

Solidarität, Grenzenlos – Internationale Wochen gegen Rassismus

Heute, morgen und an jedem anderen Tag: Der Kampf gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ist nicht vorbei, er muss tagtäglich fortgeführt werden – im Großen, aber auch im Kleinen. Für Ersteres stehen unter anderem die Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 15. bis 23. März. Besucht deren Seite, informiert euch und alle Schanzer, die es möchten, können auch zum Fördermitglied werden (Link siehe unten).

Der FC Ingolstadt 04 unterstützt die weltweite Initiative, engagiert sich aber auch selbst seit jeher gegen Rassismus – ob durch eigene Aktionen („Rechtsaußen? Nur im 4-3-3“) oder durch Projekte an Schulen bzw. mit jungen oder älteren Fans. Es ist unser aller Pflicht einen Beitrag im Kampf gegen Rassismus und für 100% Menschwürde zu leisten. Denn „ein bisschen Menschenwürde“ gibt es nicht. Steht auf, engagiert euch, schreitet ein, informiert euch, informiert andere & mit jedem noch so kleinen Schritt gehen wir gemeinsam in die richtige Richtung.

Wie entstanden diese Wochen & die Stiftung gegen Rassismus?

Sharpeville, Südafrika: Am Vormittag des 21. März 1960 finden sich an verschiedenen Orten der kleinen Stadt 50 km südlich von Johannesburg zwischen 5.000 und 7.000 Menschen zusammen. Sie folgen einem Aufruf des Pan African Congress (PAC), der eine fünftägige gewaltfreie und friedliche Protestaktion angekündigt hatte.

Die Menschen demonstrierten gegen die Passgesetze des Apartheid-Regimes. Diese regelten das »Aufenthaltsrecht« der schwarzen Südafrikaner*innen. Die Anzahl der Schwarzen außerhalb der »homelands« sollte so auf ein Minimum beschränkt werden, ihre Arbeitskraft aber weiter zur Verfügung stellen.

Die Demonstrierenden setzen sich in Richtung Polizeistation im Sharpeviller Zentrum in Bewegung. Die Polizei hält die friedlich demonstrierende Menge mit niedrig fliegenden Flugzeugen und Tränengas in Schach. Um kurz nach 13 Uhr eskaliert dann schließlich die Situation: Angeblich als Reaktion auf Steinewerfer schießt die Polizei in die Menge. Die Menschen fliehen in Panik, die Polizei schießt weiter.

69 Menschen werden getötet, darunter acht Frauen und zehn Kinder. Viele – die Angaben variieren von 180 bis zu über 300 Personen – werden verletzt, teilweise schwer.

Als Gedenktag an das Massaker von Sharpeville wurde sechs Jahre später, 1966, der 21. März von den Vereinten Nationen zum »Internationalen Tag zur Überwindung von rassistischer Diskriminierung« ausgerufen. 1979 wurde dieser Gedenktag durch die Einladung der Vereinten Nationen an ihre Mitgliedstaaten ergänzt, eine alljährliche Aktionswoche der Solidarität mit den Gegner*innen und Opfern von Rassismus zu organisieren. Am 10. Dezember 1996, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, setzt Nelson Mandela in Sharpeville schließlich mit seiner Unterschrift die neue demokratische Verfassung Südafrikas in Kraft. Der 21. März wird in Südafrika als South African Human Rights Day, als »Südafrikanischer Tag der Menschenrechte« begangen.

Seit 1995 hat der Interkulturelle Rat die Initiativen und Aktivitäten rund um den 21. März in Deutschland koordiniert. Im Jahr 2008 wurde der Aktionszeitraum auf Grund der Vielzahl der Veranstaltungen und steigenden Beteiligung auf zwei Wochen ausgeweitet. Um diese wichtige Arbeit nachhaltig zu sichern, hat der Interkulturelle Rat im Jahr 2014 eine gemeinnützige Stiftung gegründet. Seit Januar 2016 laufen die operativen Arbeiten des Projektes Internationale Wochen gegen Rassismus nun über die Stiftung.

Die Stiftung ist gegründet worden auf Initiative von Dr. Theo Zwanziger mit Unterstützung des Interkulturellen Rates in Deutschland e.V., der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, des Fördervereins PRO ASYL e.V. und des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).

HIER KÖNNT IHR DIE INITIATIVE FÖRDERN.