Verjüngter Kader, Trainer-Wechsel & mehr: Das Jahr der Schanzerinnen

Unsere Schanzerinnen sind bis Mitte Januar 2022 in der Winterpause (Foto: Meyer / KBUMM).

Verjüngter Kader, Trainer-Wechsel & mehr: Das Jahr der Schanzerinnen

Wer zum vergangenen Jahreswechsel gedacht hat, die Schanzerinnen-Saison 2020/21 wäre turbulent verlaufen, dessen Einschätzungen müssen spätestens jetzt korrigiert werden: So hing Aufstiegstrainer Alexander Ziegler seinen Trainerjob an den Nagel, was eine Menge Arbeit für Abteilungsleiterin Simone Wagner bedeutete. In Dominik Herrmann hatte sie im Juli schnell einen Nachfolger gefunden – vorerst. Doch auch das „Spielerinnen-Material“ musste im Sommer neu strukturiert werden. Besonderer Wermutstropfen: Kapitänin Ramona Maier verletzte sich am Syndesmoseband und musste sich einer Operation unterziehen. Kein Leichtes für die Schanzerinnen, denn auch Corona war und ist in dieser Saison ein mieser Begleiter. Dennoch verspricht 2022 sowohl auf als auch neben dem Platz für einzelne Protagonistinnen unserer Schwarz-Roten einen besonders positiven Verlauf zu nehmen. fci.de lässt den Weg unserer Schanzerinnen mittels Bildern Revue passieren und gibt einen kleinen Ausblick auf all das, was im neuen Jahr so kommen mag…


Vier Abgänge, neun Neuzugänge: Bei den Schanzerinnen hat sich im Sommer 2021 einiges getan (Foto: FCI).

Aufgrund der pandemischen Lage in Deutschland zog sich die Spielzeit 20/21 bis weit in die Sommermonate, trotz zweier – vom Vorstand des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) beschlossener – Spielklassenformate. Erst am 06. Juni 2021 konnten die Schanzerinnen mit einem 3:0-Auswärtserfolg gegen den 1. FFC Niederkirchen den Verbleib in der 2. Bundesliga feiern. „Es war uns aber im Vorfeld allen bewusst, dass es bis zum letzten Spieltag spannend bleiben wird“, so die 35-jährige Abteilungsleiterin. Viel Zeit, nach dem erreichten Saison-Ziel durchzupusten, blieb aber nicht. Denn die nachfolgenden Wochen hatten es personalbedingt in sich: Aufstiegstrainer Alex Ziegler erbat nach dreijähriger Cheftrainertätigkeit eine Auszeit, was Simone Wagner zum Handeln zwang. „Wir mussten mit einem neuen Trainerteam in die Saison 2021/22 gehen. Außerdem hat sich auch bei der Kaderplanung einiges getan. Alles in allem ein aufregendes Projekt, da wir nicht wussten, wo wir zu diesem Zeitpunkt stehen.“ So wurde Dominik Herrmann am 05. Juli 2021 als neuer Coach der Fußballerinnen vorgestellt. Eine echte Premiere für den Eichstätter, hatte er doch bislang stets Junioren- oder Herrenmannschaften trainiert.


Konnte monatelang ihr Amt als Kapitänin nicht ausüben: Ramona Maier (Foto: Meyer / KBUMM).

Bedauerlicherweise verpasste die alte und neue Kapitänin, Ramona Maier, den Trainingsauftakt sowie das Trainingslager in Deggendorf. Schuld war eine Verletzung am Syndesmoseband, welche eine Operation unumgänglich machte. Das Fehlen der 1,65 Meter großen Stürmerin machte sich in den ersten Wochen der neuen Spielzeit mehr als bemerkbar: „Trotz einer sehr guten Vorbereitung“ schieden die Donaustädterinnen in der ersten DFB-Pokal-Runde – nach einer 0:2-Heimniederlage gegen die SG 99 Andernach – aus. Und auch nach den ersten vier Liga-Spielen war von der „anfänglichen Euphorie“ nicht mehr viel zu spüren. „Wir standen nach vier Liga-Spielen ohne Punkte da, was uns sehr bald auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt hat“, erinnert sich Wagner an den Spätsommer und Herbst zurück. Zwar sorgte die Rückkehr der Kapitänin gegen Elversberg für ein kleines Zwischenhoch – die Schanzerinnen gewannen mit 5:1, darunter ein Hattrick von Ramona Maier – doch nach der Partie gegen Gütersloh stand die Herrmann-Truppe leider wieder mit leeren Händen da. „Die Symbiose zwischen den Mädels und Dominik war leider nicht so stimmig, wie wir uns das alle vor Saisonbeginn vorgestellt haben. Nach einem offenen Gespräch kam es dann zur einvernehmlichen Trennung“, erklärt Simone Wagner die damalige Situation. Für die ehemalige Fußballerin eine harte Entscheidung, schätzt sie doch den 46-jährigen Ex-Trainer nicht nur fußballerisch, sondern auch menschlich sehr. „Ich habe versucht, für alle Beteiligten die beste Entscheidung zu treffen. Nichtsdestotrotz war es das schwierigste Gespräch, das ich in diesem Jahr führen musste.“ 


Im Oktober 2021 löste Thorsten Splieth Dominik Herrmann interimsmäßig als Chefcoach ab (Foto: Meyer / KBUMM)

Seit dem siebten Spieltag steht nun der bisherige Co-Trainer Thorsten Splieth bei den Schanzerinnen an der Seitenlinie – und hat mit seinen Mädels seitdem sieben Punkte geholt. „Aufgrund der positiven Entwicklung haben wir uns dazu entschlossen, dass wir bis Saisonende mit ihm weiterarbeiten“. Außerdem wollte die Abteilungsleiterin eine Sache dringend vermeiden: einen unnötigen Schnellschuss in Bezug auf die Cheftrainer-Position. „Nun haben wir kein Zeitlimit für eine Neuverpflichtung.“


Trotz Einhaltung aller Hygienemaßnahmen schlug Corona bei den Schanzerinnen zu (Foto: FCI).

Coronabedingt wurde jener Aufwärtstrend im November jedoch gestoppt. Aufgrund mehrerer positiver Corona-Befunde im aktiven Bereich der Schanzerinnen mussten die beiden Zweitliga-Partien gegen Leipzig und Duisburg abgesagt werden. Damit gab der DFB dem Antrag des FCI statt, beide Begegnungen zu verlegen. Der Hintergrund: Nach dem 5:1-Auswärtserfolg beim SV Henstedt-Ulzburg hatte eine der Spielerinnen Corona-Symptome gezeigt. „Sie hat uns sofort darüber in Kenntnis gesetzt und noch am selben Tag einen PCR-Test durchführen lassen. Es wurden umgehend alle notwendigen Maßnahmen für eine bestmögliche Eindämmung ergriffen“, erläutert die Abteilungsleiterin das damalige Vorgehen. Der Labortest fiel schließlich positiv aus und es folgten weitere positive Befunde im Team. Alle Betroffenen mussten sich nach Rücksprache mit den zuständigen örtlichen Gesundheitsämtern in häusliche Quarantäne begeben. Damit blieben Interims-Coach Thorsten Splieth zu wenige Spielerinnen, um noch eine schlagkräftige Mannschaft aufstellen zu können. Während das Duell gegen die Sachsen – nach einer zweiwöchigen Zwangs- sowie einer einwöchigen Länderspielpause – noch im Dezember nachgeholt werden konnte (2:3-Niederlage), wurde das Match gegen die Zebras auf’s neue Jahr verschoben (13.2.22, 11.00 Uhr). Mit einer Englischen Woche, aus der ein Punkt gegen den FC Bayern München II resultierte (Endstand: 3:3), wurde der Saison-Endspurt eingeläutet. „Es war für uns ein versöhnlicher Abschluss, immerhin bedeutet der zehnte Tabellenplatz, dass wir über dem Strich stehen – und das trotz eines Spieltags weniger als unsere direkte Konkurrenz. Das Saisonziel ist – Stand jetzt – demnach erreicht. Aber wir wissen natürlich alle, dass es im neuen Jahr ein harter und steiniger Weg wird, die Klasse zu halten.“


Für Abteilungsleiterin Simone Wagner wird 2022 ein besonderes Jahr: Sie wird erstmals Mutter (Foto: FCI).

Noch bis 10. Januar 2022 haben die Schanzerinnen, die alle nebenberuflich ihre Fußballschuhe in der 2. Bundesliga schnüren, frei. Dann kehren sie wieder zurück auf den Rasenteppich am Audi Sportpark. „Die Saison beginnt am 13. Februar mit dem Nachholspiel in Duisburg. Der offizielle Rückrundenstart ist dann für den 27. Februar geplant“, freut sich Wagner auf die verbleibenden 14 Spiele. Aber auch im Privaten könnte es bei der Abteilungsleiterin, die mittlerweile über ein Jahr im Amt ist, nicht besser laufen. Denn die 35-Jährige erwartet Nachwuchs. „Der errechnete Geburtstermin liegt im Juni und unser letztes Punktspiel ist auch im Juni. Also der sechste Monat diesen Jahres wird ein ganz besonderer für mich werden.“